Hochzeiten
: Wo Paare beim Heiraten sparen können – und wo besser nicht

Dass eine Hochzeit teuer ist, wird Brautpaaren beim Planen schnell klar. Bei einigen Punkten gibt es günstige Alternativen, bei anderen lohnt es sich, nicht sparsam zu sein.
Von
Anna Batscheider
Ulm
Jetzt in der App anhören
Ein Bräutigam trägt seine Braut: ILLUSTRATION - Die Freude ist groß, die Rechnung unter Umständen auch: Eine Hochzeit kann finanziell schnell ausufern. (zu dpa: «Hochzeit planen: Was die Feier wirklich kostet») Foto: Christin Klose/dpa-tmn - Honorarfrei nur für Bezieher des dpa-Themendienstes +++ dpa-Themendienst +++

Brautkleid, Schleier, Schuhe, Blumen, Anzug – die Kosten für eine Hochzeit summieren sich schnell.

Christin Klose/dpa-tmn/dpa
  • Hochzeiten sind teuer – für Feier mit 100 Gästen und Standesamt samt Empfang werden 30.000 Euro veranschlagt.
  • Dpa nennt 200 bis 250 Euro pro Gast als Richtwert für günstigere Hochzeiten, bei 12 Personen wären 2400 bis 3000 Euro fällig.
  • Sparen gelingt besonders über weniger Gäste und Termine außerhalb der Hauptsaison oder unter der Woche.
  • Ort mit Ausstattung kann günstiger sein als „nackte“ Location, Buffet mit Beiträgen von Freunden ist eine Option.
  • An Musik und Fotografen sollte laut Experten nicht gespart werden, bei Kleidung helfen Sale oder gebraucht.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Das „Ja“ kostet 30.000 Euro, mindestens. Schließlich soll es der schönste Tag im bisherigen Leben werden. Mit diesem Budget rechnet Nicole Straßen vom Hochzeitsportal24 für eine standesamtliche Trauung mit anschließendem Empfang für acht Personen plus einer freien oder kirchlichen Hochzeit inklusive Feier für 100 Gäste.

„Nicht jede Hochzeit muss einem klassischen, kostenintensiven Standard folgen“, sagt Stephan Zettler, erster Vorstand und Sprecher des Vereins Fünf Sterne Hochzeit, der Paaren online bei der Suche nach regionalen Dienstleistern zwischen Ulm und dem Bodensee hilft, auf Anfrage. Die Feier dürfe individuell gestaltet sein. Solange sie stimmig sei, werde sie auch in Erinnerung bleiben.

Gesamtkonzept muss passen

Für eine Hochzeit mit kleinerem Budget sollte ein Paar zwischen 200 und 250 Euro pro Gast einplanen. Damit seien von den Unterlagen für das Standesamt bis zu einem Fotoshooting die wichtigsten Kosten gedeckt. Bei zwölf Personen würde die Hochzeit also zwischen 2400 und 3000 Euro kosten.

„Am Ende ist entscheidend, dass das Gesamtkonzept zur Persönlichkeit des Brautpaares und der Gäste passt“, sagt Zettler. Aber woran konkret lässt sich denn nun sparen? Am Brautkleid oder doch besser am Veranstaltungsort? Wird man es bereuen, wenn es nur eine Playlist statt eines DJs gibt? Und muss der Fotograf wirklich die gesamte Feier über dabei sein?

Der wichtigste Spartipp, bei dem sich alle einig zu sein scheinen, lautet: die Gästeliste kürzen. In ihrem Blog auf ringladen.de schreiben Katja und Sebastian Brunner: „Je größer die Gästezahl ist, desto höher schrauben sich auch die Gesamtkosten der Hochzeit.“ Sie empfehlen, Arbeitskollegen nicht einzuladen oder den Gästen keine Begleitung zu erlauben.

Ein weiterer Tipp von ihnen ist, einen Termin außerhalb der Hochzeitshauptsaison zu wählen. Soll die Feier unbedingt zwischen April und September stattfinden, würden Paare an Sonntagen oder bei Terminen unter der Woche Geld sparen. Bei vielen Anbietern gebe es für diese unbeliebteren Tage sogar Rabatte.

Gartenparty lohnt sich nicht immer

In diesen Monaten ist die Chance größer, dass das Wetter schön ist. Dann ist auch eine „lockere Gartenhochzeit“ eine günstige Möglichkeit, erklärt Zettler. Dafür sei oft weniger Dekoration nötig. Einfache Lichtquellen wie Lampions würden bereits reichen, damit die Feier „ebenso stimmungsvoll und emotional bei deutlich geringeren Kosten“ sei.

Eine derartige Gartenparty lohne sich laut dem Blogeintrag von Katja und Sebastian Brunner finanziell jedoch nur, „wenn bereits ausreichend Mobiliar und Geschirr vorhanden ist“. Sie empfehlen stattdessen etwa, bei Gemeinden nach Räumen zu fragen, die Paare günstig mieten können. Es könne sich aber sogar lohnen, etwas mehr Geld für den Ort auszugeben und dafür bei der Dekoration zu sparen.

Das Hochzeitsportal24 warnt davor, „nackte“ Veranstaltungsorte zu buchen. Müssen Stühle, Geschirr und vielleicht sogar Toiletten organisiert werden, könne es oft teurer werden als bei voll ausgestatteten Orten. Findet die Feier in einem Restaurant statt, sollte das Paar sich beraten lassen, welche Mahlzeiten am günstigsten sind. Alternativ könne man auch ein Buffet einrichten, zu dem auch Freunde etwas beisteuern. Ein selbstgemachtes Kuchen-Buffet bietet sich statt einer teuren Hochzeitstorte an. Auch ein großer Kuchen in Herzform kann eine passende Alternative sein.

Fotograf ist essenziell

Bei der Musik reiche eine selbsterstellte Playlist völlig, finden manche Berater. Dem widerspricht allerdings Zettler. Seiner Meinung nach sollten Paare auf keinen Fall am Ambiente und der musikalischen Umrahmung sparen, „da diese maßgeblich für die Stimmung und das Gesamterlebnis der Feier verantwortlich sind“.

Auch ein hochwertiger Fotograf sei essenziell. „Die Bilder sind die bleibenden Erinnerungen an diesen Tag, diese lassen sich im Nachhinein nicht wiederholen“, sagt er. Katja und Sebastian Brunner raten ebenfalls davon ab, bei der Qualität des Fotografen zu sparen. Stattdessen könne man ihn oder sie aber nur für ein paar Stunden statt für den gesamten Tag buchen.

Generell sollten Paare laut Zettler auf „erfahrene und zuverlässige Dienstleister aus der Hochzeitsbranche“ setzen. Deren Professionalität und Qualität würden entscheidend zu einem reibungslosen Ablauf beitragen. So schreibt das Hochzeitsportal24 ebenfalls: „Gute Dienstleister mit hoher Professionalität haben eben ihren Preis!“

Beim Brautkleid gebe es hingegen einige Möglichkeiten, Geld zu sparen. Ab September seien die Kollektionen oft stark reduziert. Außerdem seien gebrauchte Kleider meist günstiger und etwa auf Kleinanzeigenportalen zu erwerben. Alternativ könne die Frau ein normales weißes Kleid kaufen, schreiben Katja und Sebastian Brunner. Der Bräutigam spare mit einem Anzug von der Stange Geld.

Regionale Netzwerke helfen beim Planen

Nicole Straßen vom Hochzeitsportal24 sagt, Paare sollten sich etwa ein Jahr zuvor zu zweit überlegen, was ihnen wichtig und was verzichtbar sei. Der nächste Schritt sei, Angebote einzuholen und Preise zu vergleichen. Regionale Netzwerke, wie der Verein „Fünf Sterne Hochzeit“, könnten dabei helfen, sagt Stephan Zettler. Da es keine Vermittlungsagentur ist, nutzen Paare die Seite kostenlos. Im Planungstool geben sie an, welche Dienstleister sie suchen, ihren Wunschtermin und wo die Hochzeit ungefähr stattfindet. Daraufhin melden sich bis zu drei Unternehmen pro Kategorie bei dem Paar.