Haushaltshilfe nicht angemeldet: Strafbefehl gegen Gesamtmetall-Präsident Wolf – Gerichtsverhandlung

Ärger mit der Justiz: Stefan Wolf, Präsident des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall.
Michael Kappeler/dpa- Gesamtmetall-Präsident Stefan Wolf erhielt Strafbefehl wegen nicht angemeldeter Haushaltshilfe.
- Vorwurf: 28 Fälle von Vorenthaltung und Veruntreuung von Arbeitsentgelt über mehrere Jahre.
- Ermittlungen laufen seit 2022, Strafbefehl vom Amtsgericht Bad Urach erlassen.
- Wolf legte Einspruch ein, daher kommt es zu einer Gerichtsverhandlung.
- Unschuldsvermutung gilt bis zu einem rechtskräftigen Urteil, so die Staatsanwaltschaft.
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Gegen den Präsidenten des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Stefan Wolf, liegt ein Strafbefehl vor. Wolf werden demnach „insgesamt 28 Taten des Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt“ vorgeworfen, wie die Staatsanwaltschaft Tübingen am Donnerstag mitteilte. Die Ermittlungen in dem Fall laufen laut Mitteilung bereits seit 2022. Der Vorwurfe: Wolf soll über mehrere Jahre eine Haushaltshilfe beschäftigt haben, ohne diese anzumelden und die entsprechenden Sozialversicherungsbeiträge abzuführen.
Den Angaben der Staatsanwaltschaft zufolge erließ das Amtsgericht Bad Urach den beantragten Strafbefehl. Wolf habe dagegen Einspruch eingelegt, nun komme es zur Gerichtsverhandlung. Ohne rechtskräftiges Urteil gelte die Unschuldsvermutung, betonte die Staatsanwaltschaft.
Manager ist für starke Meinungen zur Arbeitsmoral bekannt
Wolf (63) ist seit 2020 Präsident des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, des Dachverbands der Landesarbeitsgeberverbände der Metall- und Elektroindustrie. Bis 2023 war er Vorstandsvorsitzender des Autozulieferers ElringKlinger AG in Dettingen an der Erms.
Der Manager und Lobbyist ist durchaus für starke Meinungen zur Arbeits- und Wirtschaftspolitik bekannt. Das Wahlprogramm der Grünen bezeichnete er in einer Anzeigenkampagne zur Bundestagswahl 2021 als „Sozialismus pur“. Zuletzt monierte Wolf öfter die aus seiner Sicht mangelnde Arbeitsmoral der Deutschen. Arbeitnehmer würden sich zu häufig ohne echten Grund krankmelden, die Gesellschaft sei „etwas zu satt“, die Bürokratie aufgebläht.
Bei der Wahl zum Gemeinderat in der Stadt Bad Urach (Kreis Reutlingen) wurde Wolf für die CDU in das kommunale Gremium gewählt und erhielt auf Anhieb die zweitmeisten Stimmen.
