Geldvermögen
: So reich wie nie: So viel Geld haben die Deutschen auf der hohen Kante

Die Menschen hierzulande zählen zu den Sparweltmeistern. Doch stimmt das noch angesichts von Inflation und Aktienboom?
Von
dpa
Frankfurt/Main
Jetzt in der App anhören
Geldvermögen: ARCHIV - 17.01.2019, Mecklenburg-Vorpommern, Lützow: Zu sehen sind Euro-Geldscheine mit unterschiedlichen Werten. (zu dpa: «Private Haushalte in Summe so reich wie nie») Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Private Haushalte sind laut Hochrechnungen in Summe so reich wie nie.

Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa
  • Deutsche Haushalte sind 2024 so reich wie nie, mit einem Geldvermögen von 9,3 Billionen Euro.
  • Sparquote in Deutschland bei 11,5% im Jahr 2024, trotz sinkender Inflation.
  • Aktien und Zinsen haben 2023 den privaten Haushalten erheblichen Wertzuwachs gebracht.
  • DZ Bank erwartet 2025 weiteren Anstieg der Geldvermögen auf 9,8 Billionen Euro.
  • Bundesbank und DZ Bank analysieren Bargeld, Bankeinlagen, Wertpapiere, aber keine Immobilien.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Sparen, sparen, sparen: Weil die Menschen in Deutschland überdurchschnittlich viel auf die hohe Kante legen und die Aktienmärkte im Jahresverlauf kräftig zulegten, sind die privaten Haushalte in Summe so reich wie nie. Auf 9,3 Billionen Euro summierte sich das nominale Geldvermögen im Jahr 2024, wie eine Hochrechnung der DZ Bank ergab. Das ist ein Plus von knapp sechs Prozent zum Vorjahr.

„Auch wenn die Kursniveaus an den Aktienmärkten 2025 unter Schwankungen langsamer wachsen und die private Sparquote etwas niedriger ausfällt, bleiben die Perspektiven für den Geldvermögensaufbau insgesamt gut“, prognostiziert DZ-Bank-Ökonom Michael Stappel. 2025 erwartet er einen weiteren Zuwachs der privaten Geldvermögen um gut 4 Prozent auf 9,8 Billionen Euro.

Im Monat werden durchschnittlich 280 Euro gespart

Auch nach dem Abebben der Inflation halten die Menschen in Deutschland ihr Geld zusammen, denn die Unsicherheit um die deutsche Wirtschaft bleibt groß. Mehr als jeder zehnte Euro hierzulande wird gespart und nicht wie in anderen Ländern in den Konsum gesteckt.

Stappel geht für das Gesamtjahr 2024 von einer Sparquote von 11,5 Prozent aus. Für die ersten sechs Monate gibt es bereits eine amtliche Zahl des Statistischen Bundesamtes: 11,1 Prozent. Heißt: Je 100 Euro verfügbarem Einkommen wurden im Schnitt 11,10 Euro zurückgelegt. Monatlich entspricht das einem Betrag von durchschnittlich 280 Euro je Einwohner bzw. 3360 Euro im Jahr. Auch im dritten Quartal 2024 lag die Sparquote nach Angaben der Statistiker mit 10,6 Prozent über Vorjahresniveau (9,4 Prozent), da das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte stärker stieg als der private Konsum.

Die Sparquote in Deutschland hatte in den Corona-Jahren 2020 (15,9 Prozent) und 2021 (14,1 Prozent) Rekordhöhen erreicht. 2023 betrug sie noch 10,4 Prozent, aber auch damit lagen die Deutschen im internationalen Vergleich weit vorn. Nur in wenigen Ländern waren Sparer damals noch eifriger, etwa in der Schweiz mit 19,4 Prozent Sparquote und in den Niederlanden mit 12,7 Prozent.

Boomende Börsen beflügeln

Traditionell parken die Menschen in Deutschland viel Geld auf oft gering verzinsten Tagesgeldkonten. Inzwischen stecken den Zahlen der DZ Bank zufolge aber immerhin rund 9,4 Prozent des privaten Geldvermögens direkt in Aktien. Das allein brachte im vergangenen Jahr knapp 200 Milliarden Euro Wertzuwachs.

Weil die Zeit der Null- und Negativzinsen vorbei ist, lohnt aber auch manche Festgeldanlage. Im vergangenen Jahr seien die Zinseinkünfte der privaten Haushalte aus Bankeinlagen durch weitere Umschichtungen von Geldern und ein insgesamt höheres Zinsniveau auf rund 30 Milliarden Euro gestiegen, schrieb die DZ Bank.

Neueste offizielle Zahlen zur Entwicklung der Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland werden im Frühjahr von der Deutschen Bundesbank erwartet. Sowohl die Bundesbank als auch die DZ Bank berücksichtigen in ihren Analysen Bargeld und Bankeinlagen, Wertpapiere wie Aktien und Fonds sowie Ansprüche gegenüber Versicherungen. Immobilien werden nicht eingerechnet. Zur Verteilung der Vermögen machen weder Bundesbank noch DZ Bank Angaben.