Fraser legt nach: Metzinger Modekonzern Hugo Boss vor Übernahme

Firmensitz Hugo Boss: Offenbar gelingt es Frasers, weitere Anteile einzusammeln.
Marijan Murat/dpa- Frasers Group erhöht ihren Anteil an Hugo Boss auf 47,89 Prozent – Ziel ist mehr Einfluss.
- Das öffentliche Angebot bewertet Hugo Boss mit rund 2,7 Milliarden Euro; EU-Kommission stimmte zu.
- Die zusätzliche Annahmefrist endete am 13. August, Frasers sammelte weitere Anteile ein.
- Hugo Boss kämpft mit schwacher Kauflaune und erwartet dieses Jahr geringere Umsätze.
- Der Vorstand begrüßt die Unterstützung von Frasers, größere Beschlüsse erfordern aber hohe Mehrheiten.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Großaktionär Frasers Group hat seinen Anteil an Hugo Boss weiter aufgestockt. Frasers habe seine Beteiligung an dem Modekonzern auf 47,89 Prozent ausgebaut, teilten die Briten am Dienstag (18.8.) mit. Sie versuchen bereits seit Mitte Juni das Ruder bei den Schwaben zu übernehmen. Im Rahmen eines freiwilligen öffentlichen Angebots bewertete Frasers das MDax-Unternehmen mit rund 2,7 Milliarden Euro.
Die Konditionen hielt das Management von Hugo Boss zwar für nicht ausreichend. Offenbar gelingt es Frasers aber trotzdem, weitere Anteile einzusammeln. Die zusätzliche Annahmefrist lief bis zum 13. August. Die EU-Kommission hat der Übernahme zugestimmt. Frasers ist ein Einzelhandelskonglomerat, hinter dem der Unternehmer Mike Ashley steckt.
Daniel Grieder, Vorstandsvorsitzender von Hugo Boss, sagte laut einer Mitteilung: „Wir schätzen das Vertrauen und die Unterstützung, die unsere Aktionäre während des gesamten Angebotszeitraums gezeigt haben, und begrüßen die Unterstützung der Frasers Group für unsere langfristige strategische Ausrichtung.“
Maus Kauflaune der Kunden
Boss hat weltweit 20.000 Beschäftigte, davon mehr als 4400 in Deutschland. Der Modekonzern hat aktuell mit der mauen Kauflaune seiner Kundinnen und Kunden zu kämpfen. Für das laufende Jahr erwartet das Management einen währungsbereinigten Umsatzrückgang im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern soll 300 Millionen bis 350 Millionen Euro erreichen. 2025 wurde ein Umsatz von rund 4,3 Milliarden Euro bei einem operativen Ergebnis von 391 Millionen Euro verbucht.
Mit mehr als 50 Prozent könnte Fraser Vorstands- und Aufsichtsratsbesetzungen indirekt stark beeinflussen und Hauptversammlungsbeschlüsse dominieren, sofern die übrigen Aktionäre nicht geschlossen gegen Frasers stimmen. Auch die Dividendenpolitik und strategische Entscheidungen auf Aktionärsebene ließen sich maßgeblich beeinflussen. Für bestimmte besonders wichtige Entscheidungen – etwa Satzungsänderungen, Kapitalmaßnahmen oder einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag – braucht es allerdings höhere Mehrheiten beziehungsweise besondere Voraussetzungen.
