Folge des Iran-Kriegs: Teures Kerosin – erste Airline legt Flugzeuge still

Lufthansa-Cityline-Jet im Landeanflug: Die Linien soll komplett geschlossen werden.
Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa- Lufthansa reagiert auf hohe Kerosinpreise – erste Flugzeuge werden stillgelegt.
- 27 ältere Cityline-CRJ-Jets bleiben ab diesem Samstag am Boden, die Tochter soll schließen.
- Ende Oktober folgen sechs Langstreckenjets: vier A340-600 und zwei Boeing 747-400.
- Zusätzlich nimmt Lufthansa etwa fünf Mittelstrecken-Flugzeuge aus der Flotte.
- Gründe sind teures Kerosin und Streikkosten; geplante Einschnitte werden vorgezogen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Als Reaktion auf hohe Kerosinpreise legt die Lufthansa erste Flugzeuge still. Laut einer Mitteilung trifft es vor allem die Fluggesellschaften Lufthansa und Lufthansa Cityline, die in dieser Woche massiv vom fliegenden Personal bestreikt worden sind.
Als ersten Schritt plant der Konzern, bereits ab diesem Samstag die 27 älteren Jets der Cityline vom Typ Canadair CRJ am Boden stehen zu lassen. Die Tochter soll komplett geschlossen werden. Die Jets stünden kurz vor dem Ende ihrer technischen Einsatzfähigkeit und hätten vergleichsweise hohe Betriebskosten, teilt Lufthansa mit. Damit könnten weitere Verluste der defizitären Fluggesellschaft reduziert werden.
Abschied von Langstrecken-Jets
Ende Oktober sollen dann sechs Langstreckenjets der Lufthansa-Kernmarke folgen. Neben vier Airbus A340-600 werden auch zwei Jumbos vom Typ Boeing 747-400 über den kommenden Winter stillgelegt. Der endgültige Abschied von diesem Flugzeugtyp sei für das kommende Jahr vorgesehen. Zusätzlich sollen bei Lufthansa etwa fünf Mittelstreckenflugzeuge aus der Flotte genommen werden.
Als Grund für die Einschnitte nennt das Unternehmen die deutlich gestiegenen Kerosinpreise sowie die Kosten durch die laufenden Arbeitskämpfe. Es würden besonders ineffiziente Flugzeuge vorzeitig aus dem Flugbetrieb genommen, um weniger Kerosin am freien Markt zukaufen zu müssen. Der Kerosinverbrauch der Passagier-Airlines der Lufthansa Group sei auf Basis des Rohöl-Preises mit rund 80 Prozent überdurchschnittlich hoch abgesichert.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche reagierte auf den Schritt: „Hier haben wir in Deutschland keinen Mangel an Kerosin“, sagte sie am Donnerstag in Berlin. „Kerosin wird übrigens auch in deutschen Raffinerien produziert“, die deutsche Wirtschaft sei also nicht nur von Importen abhängig. Die Wirtschaftsministerin verwies unter anderem auf die Freigabe staatlicher Ölreserven. In diesem Zusammenhang sei auch die Freigabe von Kerosin angefragt worden, „aber auch nicht in übermäßigen Maßnahmen“. Für den Moment könne sie „Sorgen um Knappheiten nicht bestätigen“.
In Asien hat die Kerosin-Knappheit bereits Konsequenzen
Experten hatten aufgrund des Iran-Kriegs und der Blockade der Straße von Hormus Einschränkungen des Flugverkehrs auch in Europa vorhergesagt. Etwa die Hälfte des europäischen Flugbenzins wurde bis vor kurzem über die Straße von Hormus verschifft. In Asien kämpfen Fluggesellschaften bereits seit Wochen mit der Knappheit und steigenden Preisen und streichen immer mehr Flüge.
Mit Blick auf die Lufthansa und deren Ankündigung, auch wegen der Lage an den Märkten für Treibstoff den Betrieb einiger Flugzeuge einzustellen, sagte Reiche, dass der Luftfahrtkonzern „ja nicht nur in Deutschland und Europa, sondern international“ operiere. „Wenn also die Lufthansa nach Asien fliegt und dort beispielsweise nicht aufgetankt werden könnte, dann gibt es ein erkennbares Problem.“
Pläne vorgezogen
Finanzvorstand Till Streichert nannte die Maßnahmen unumgänglich. Es würden ohnehin geplante Einschnitte vorgezogen. „Die aktuelle Krise zwingt uns diese Maßnahme nun früher umzusetzen.“ Bei der Cityline seien allen Beschäftigungsgruppen bereits Anschlussbeschäftigungen angeboten worden. Für das fliegende Personal hatten die Gewerkschaften Vereinigung Cockpit und Ufo die Konditionen als unzureichend bewertet. Lufthansa will nun mit den Betriebspartnern der Cityline Gespräche zu einem Interessenausgleich und Sozialplan aufnehmen.
