Fernsehen
: ARD und ZDF stellen drei Sender ein

Mit neuen gemeinsamen Kanälen wollen öffentliche Sender Inhalte bündeln und mehr Zuschauer einbinden. Was die Reform für das Programm bedeutet.
Von
Thomas Veitinger,
dpa
Mainz
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ARD und ZDF: ARCHIV - 17.09.2025, Hessen, Frankfurt/Main: Logos von ARD und ZDF bei der Vorstellung einer gemeinsamen Integrationsstudie von ARD, ZDF und Deutschlandradio. (zu dpa: «ARD und ZDF stellen drei Sender ein – neue Bündelung geplant») Foto: Boris Roessler/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

ARD und ZDF müssen sparen: Der Reformstaatsvertrag sieht eine Reduzierung der linearen Sender vor, drei Angebote fallen den Sparmaßnahmen zum Opfer.

Boris Roessler/dpa
  • ARD und ZDF stellen ARD alpha, Tagesschau24 und One zum Jahresende ein.
  • Reformstaatsvertrag fordert weniger lineare Angebote und mehr Zusammenarbeit.
  • Künftig drei gemeinsame Kanäle: Phoenix (Info), Neo (junge Erwachsene), Info (Doku).
  • Ziel: Inhalte bündeln, digital denken, jüngere Zielgruppen besser erreichen.
  • Probebetrieb vor Start am 1. Januar 2027; Reform trat am 1. Dezember 2025 in Kraft.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

ARD und ZDF wollen sparen. Die Sender bündeln ihre gemeinsamen Programme und stellen dabei drei lineare Programme ein. Die Kanäle ARD alpha, Tagesschau24 und One sollen zum Jahresende abgeschaltet werden, teilten die Sender mit. Grundlage ist der Reformstaatsvertrag, der eine Reduzierung der linearen Angebote und eine stärkere Zusammenarbeit der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten vorsieht.

Man wolle jetzt konsequent digital denken, heißt es. Der Weg zur Entscheidung und der Zusammenarbeit sei kein einfacher gewesen, jedoch konstruktiv und zukunftsorientiert verlaufen, sagt ZDF-Intendant Norbert Himmler.

Künftig konzentrieren sich ARD und ZDF auf drei gemeinsam veranstaltete Schwerpunktangebote unter neuen Markennamen: Phoenix als Informationsangebot, Neo als Programm für junge Erwachsene sowie Info als Dokumentationskanal. Die Angebote sollen Information, Bildung, Dokumentation und Inhalte für jüngere Zielgruppen bündeln. Parallel planen die Sender ihre Zusammenarbeit im Digitalen auszubauen.

Rundfunkreform sieht auch mehr Zuschauerbeteiligung vor

ZDF-Intendant Norbert Himmler sprach in der Mitteilung von einer konstruktiven und zukunftsorientierten Zusammenarbeit beider Häuser. Der ARD-Vorsitzende Florian Hager verwies auf bestehende Gemeinschaftsangebote wie Funk oder KiKA, die zeigten, „was ARD und ZDF schaffen können, wenn sie vor allem im Digitalen spezifische Zielgruppen gemeinsam ansprechen.“ Dies stärke das öffentlich-rechtliche Angebot nachhaltig.

Für Himmler „kommt das Beste aus beiden Welten zusammen“. Man habe sich an den Interessen der Zielgruppen orientiert und die Angebote ausgewählt, zu denen gemeinsam das bestmögliche Programm zusammengestellt werden kann.

Am 1. Dezember 2025 war die Reform des Rundfunkstaatsvertrags in Kraft getreten. Neben dem Abbau von Doppelstrukturen und einzelnen Spartenprogrammen sieht die Reform auch vor, dass ARD, ZDF und Deutschlandradio stärker auf die Einbindung der Zuschauer achten sollen.

In den kommenden Monaten wollen ARD und ZDF in gemeinsamen Arbeitsgruppen die zentralen Rahmenbedingungen für die neuen gemeinsamen Kanäle festlegen. Dazu gehören unter anderem Programmplanung, Abstimmungsprozesse und Workflows. Vor dem offiziellen Start am 1. Januar 2027 ist zudem ein Probebetrieb vorgesehen.