Fahrräder: E-Bikes werden immer günstiger – warum das so ist

Man sieht sie überall. Aber der E-Bike-Boom schwächt sich langsam ab.
Arne Dedert/dpa- E-Bike-Boom schwächt sich ab, Preise sinken – Kund*innen profitieren von Rabatten.
- Deutschland erzielt in Europa den höchsten E-Bike-Umsatz, Markt wirkt reifer.
- Laut EY Parthenon: Rund die Hälfte des europäischen E-Bike-Umsatzes entfällt auf Deutschland.
- Preise fallen: Durchschnittsrad günstiger, E-Bikes verbilligen sich, klassische Räder stabil.
- Branche nach Corona-Boom unter Druck, Verkäufe und Umsatz gehen zurück; Spanien und Österreich wachsen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Deutschland ist beim Trend zum E-Bike eine Hochburg in Europa, doch der Boom schwächt sich ab. Kunden profitieren in Form sinkender Preise, zeigt eine Studie der Beratungsgesellschaft EY Parthenon. Demnach macht die Fahrradbranche nirgendwo in Europa so viel Umsatz mit Elektro-Rädern wie in Deutschland: 2025 steuerten E-Bikes hierzulande 85 Prozent des Gesamtumsatzes mit Fahrrädern bei – mehr als in Österreich (79), den Niederlanden (73), Frankreich (54) und Spanien (35).
Vom Gesamtumsatz mit E-Bikes in Europa von knapp zehn Milliarden Euro entfiel 2025 allein rund die Hälfte (4,97 Milliarden Euro) auf Deutschland. Hierzulande war mehr als die Hälfte der verkauften Räder motorisiert (53 Prozent). Noch mehr waren es in Europa nur in Österreich mit 57 Prozent.
Fast alle Arten von Rädern sind inzwischen elektrifiziert, allen voran Mountainbikes mit einem Anteil von über 90 Prozent. Auch Elektro-Lastenräder kurbeln das Geschäft an.
Markt allmählich gesättigt
Doch nach Jahren des Booms kommt das Wachstum bei E-Bikes zum Erliegen, so die Studie. „Europaweit entfielen 30 Prozent der verkauften Fahrräder auf E-Bikes und blieben damit auf dem Niveau des Vorjahres“. Der deutsche E‑Bike‑Markt sei zwar noch nicht ganz gesättigt, aber reifer geworden, sagt Stefan Mohr, verantwortlich für das Sportbusiness bei EY-Parthenon. Es gebe Zeichen einer „leichten Marktsättigung“.
Wachstum entstehe künftig nicht mehr automatisch über Elektrifizierung, sondern stärker über Innovation, neue Nutzungskonzepte und Kundengruppen sowie über Ersatzkäufe und Services. Zugleich bleibe E‑Mobilität ein struktureller Trend der Verkehrswende.
Branche konsolidiert sich nach Boom
Die deutsche Fahrradbranche steht nach dem Ende des Corona-Booms unter Druck. Zwar liegt der Umsatz deutlich über dem Niveau von vor der Pandemie, doch hohe Lagerbestände und teils sparsame Verbraucher in Zeiten der Inflation setzen Herstellern und Händlern zu.
Das drückt auf die Preise: Fahrräder kosteten 2025 in Deutschland durchschnittlich 1581 Euro, vier Prozent weniger als im Vorjahr. „Das lag ausschließlich am Preisrückgang bei E-Bikes, die sich um 4 Prozent auf 2550 Euro verbilligten“, so die Studie, die auf Daten von Herstellern, Händlern und Fahrradverbänden basiert. Die Preise herkömmlicher Fahrräder blieben stabil bei 500 Euro.
Das Abflachen des E-Bike-Booms trifft den deutschen Fahrradmarkt besonders. Insgesamt sank die Zahl der verkauften Fahrräder um 4 Prozent auf 3,7 Millionen. Der Umsatz fiel 2025 laut der Analyse um knapp acht Prozent auf 5,85 Milliarden Euro, vor allem wegen eines deutlich schrumpfenden Geschäfts mit E-Bikes. Besser entwickelte sich die Fahrradbranche in Spanien und Österreich, wo die Umsätze deutlich stiegen.

