Abgasskandal um „Thermofenster“
: Wichtiges EUGH-Urteil: Diesel-Fahrer können von Herstellern Schadenersatz verlangen

Der Europäische Gerichtshof hat im Streit um unzulässige Abschalteinrichtungen ein weitreichendes Urteil gefällt: Dieselfahrer können Schadenersatz verlangen.
Von
AFP
Luxemburg
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Diesel-Fahrer können auf Schadenersatz hoffen: Der Europäische Gerichtshof hat sich in einem wichtigen Urteil auf die Seite der Verbraucher geschlagen.

Marijan Murat/dpa

Autokäufer können gegenüber dem Hersteller einen Anspruch auf Schadenersatz haben, wenn ihnen wegen einer im Fahrzeug verbauten unzulässigen Abschalteinrichtung ein Schaden entstanden ist. Das EU-Recht schütze die Interessen des einzelnen Käufers, antwortete der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg am Dienstag auf Fragen des Landgerichts Ravensburg. Dieses muss über eine Klage gegen Mercedes-Benz wegen des Thermofensters entscheiden. (Az. C-100/21)

Schadenersatz für Autofahrer ist jetzt möglich

Mit dieser in vielen Modellen verschiedener Hersteller verwendeten Technik wird die Abgasreinigung in Dieselfahrzeugen abhängig von der Außentemperatur gesteuert. Der EuGH entschied bereits in einem früheren Urteil, dass es sich beim Thermofenster um eine unzulässige Abschalteinrichtung handle – ließ aber Ausnahmen zum Schutz des Motors vor plötzlichen Gefahren zu. Auch die Deutsche Umwelthilfe hatte mit einer Klage vor Gericht Recht behalten.

Nun erklärte er, für den vorliegenden konkreten Fall müsse das deutsche Gericht selbst feststellen, ob die Technik als unzulässig einzustufen sei. Bislang waren Schadenersatzansprüche nur wegen des Thermofensters in Deutschland höchstrichterlich verneint worden, da es sich dabei nicht um vorsätzliche Schädigung handle. Der EuGH erklärte, die einzelnen EU-Mitgliedsstaaten müssten Vorschriften über Schadenersatz festlegen.