Börsenparkett Erstaunlich guter Start

Frankfurt / Rolf Obertreis 14.01.2019

Allen Unkenrufen zum Trotz: Beschweren können sich Börsianer und Anleger über die erste volle Handelswoche des neuen Jahres nicht. Was für die erstaunliche Kauflaune verantwortlich ist, bleibt unklar. Zwar haben Amerikaner und Chinesen über den Handelsstreit gesprochen. Daneben hat die Weltbank ihre Prognose für das Wachstum der Weltwirtschaft für 2019 und 2020 deutlich heruntergeschraubt. Auch der Brexit sorgt weiter für Unsicherheit. 

„Die Stimmung ist schlecht und das ist gut so“, sagt Markus Reinwand von der Landesbank Hessen-Thüringen. „Was auf den ersten Blick befremdlich, vielleicht sogar widersinnig wirken mag, ist ein wichtiger Baustein für den Anlageerfolg“. Aktien seien mittlerweile günstig bewertet, der Dax sogar unter seinen „fairen“ Wert gefallen.

Andere raten zur Vorsicht. Christian Kahler von der DZ Bank ist zwar nicht negativ gestimmt, aber auch wegen sinkender Unternehmensgewinne traut er dem Dax zum Quartalsende allenfalls 11 700 Punkte zu. Skeptisch ist Jochen Stanzl von CMC Markets. Er sieht an der Börse „einen harten Winter ohne Aussicht auf Besserung“.

Zumindest von der Zinsseite freilich droht Aktien keine Gefahr. Das Ende der Niedrigzinsphase sei nicht in Sicht. „Die Anzeichen verdichten sich, dass Sparer noch lange mit sehr niedrigen Zinsen und negativen Realrenditen leben müssen“, sagt Oliver Maier, Geschäftsführer vom Vergleichsportal Verivox. Die Europäische Zentralbank (EZB) wird den Leitzins mindestens bis Herbst bei Null belassen.

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