Erhöhung beim Elterngeld
: So viel mehr soll es 2027 geben

Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) plant eine Reform, die Familien finanziell stärker unterstützen soll.
Von
Lukas Böhl
Berlin
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Elterngeld: ARCHIV - 08.04.2015, Bayern, München: Ein Mann mit einem Kind auf dem Arm und einem an der Hand wirft einen Schatten auf eine mit bunten Handabdrücken bemalte Wand einer Kindertagesstätte. (zu dpa: «Elterngeldreform: Mehr Geld und neue Aufteilung geplant») Foto: Peter Kneffel/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Das Elterngeld soll steigen.

Peter Kneffel/dpa

Für Familien mit kleinen Kindern könnte es künftig mehr Geld geben. Nach Informationen der Tagesschau hält das Bundesfamilienministerium an seinen Plänen fest, die Mindest- und Höchstbeträge beim Elterngeld anzuheben. Gleichzeitig soll die Berechnung der staatlichen Unterstützung grundlegend verändert werden.

Elterngeld soll um bis zu 100 Euro steigen

Derzeit erhalten Eltern beim Basiselterngeld mindestens 300 Euro und höchstens 1.800 Euro monatlich. Nach den Reformplänen soll der Mindestbetrag auf 330 Euro steigen. Das wären 30 Euro beziehungsweise zehn Prozent mehr als bisher.

Auch der Höchstbetrag soll angehoben werden. Statt maximal 1.800 Euro könnten Eltern künftig bis zu 1.900 Euro monatlich bekommen. Das entspricht einer Erhöhung um 100 Euro.

Allerdings bedeutet die geplante Anpassung nicht automatisch, dass jede Familie mehr Geld erhält. Entscheidend bleibt unter anderem das Einkommen vor der Geburt des Kindes.

Neue Berechnung beim Elterngeld geplant

Neben höheren Beträgen sieht die Reform eine neue Berechnung vor. Wie die Tagesschau unter Berufung auf ein internes Dokument des Familienministeriums berichtet, soll die Einkommensersatzrate in bestimmten Monaten deutlich steigen.

Bislang ersetzt das Basiselterngeld in der Regel 65 Prozent des wegfallenden Nettoeinkommens. Künftig sollen Eltern in den jeweils fest für sie reservierten Monaten 80 Prozent erhalten. In den übrigen Bezugsmonaten soll die Ersatzrate dagegen auf 50 Prozent sinken.

Damit könnten manche Familien finanziell profitieren, während andere möglicherweise weniger Geld bekommen als bisher. Welche Auswirkungen die Reform konkret hat, hängt von der individuellen Aufteilung der Elternzeit und dem bisherigen Einkommen ab.

Elterngeld weiterhin für 14 Monate

Auch bei der Bezugsdauer gibt es neue Pläne. Ursprünglich wollte das Familienministerium den maximalen Bezug von 14 auf zwölf Monate verkürzen, um Haushaltsmittel einzusparen.

Davon nimmt Ministerin Prien nun offenbar Abstand. Stattdessen soll das sogenannte 4-6-4-Modell eingeführt werden.

Dabei sind jeweils vier Monate für Mutter und Vater vorgesehen. Weitere sechs Monate können beide Elternteile frei untereinander aufteilen. Insgesamt bleibt es somit bei maximal 14 Monaten Basiselterngeld.

Alleinerziehende sollen die Leistung ebenfalls weiterhin bis zu 14 Monate erhalten können. Zudem sollen Eltern wieder ohne die bisherige zeitliche Beschränkung gleichzeitig Basiselterngeld beziehen dürfen.

Ist die Erhöhung für 2027 schon beschlossen?

Noch handelt es sich um Reformpläne. Die neuen Beträge und Berechnungsregeln sind bislang nicht gesetzlich beschlossen. Auch ein verbindlicher Starttermin steht noch aus.

Ob die Änderungen tatsächlich 2027 gelten und welche Familien davon profitieren, bleibt deshalb abzuwarten.