Energiesicherheit: Ministerium beruhigt: Gasmangellage nicht zu erwarten

Eine Anzeige für Druck ist in der Anlage des Gasspeicher Wolfersberg, östlich von München, an einem der vielen Rohre zu sehen.
Peter Kneffel/dpa- Wirtschaftsministerium erwartet keine Gasmangellage im kommenden Winter.
- Speicher sind etwa zur Hälfte gefüllt – Versorgung hängt nicht nur von Füllständen ab.
- Importe aus Norwegen, LNG-Terminals und Nachbarländern stabilisieren die Lage.
- Niedrigere Speicher mindern Puffer bei Kälte oder Störungen – Preise derzeit hoch.
- Staat sieht primär Wirtschaft in Pflicht, bereitet Eingriffe für Notfälle vor.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Das Bundeswirtschaftsministerium versucht Sorgen um etwaige Engpässe bei der Gasversorgung in der kalten Jahreszeit zu zerstreuen. „Nach aktuellem Erkenntnisstand ist eine Gasmangellage im kommenden Winter nicht zu erwarten“, heißt es in einem Papier des Hauses. Einen staatlichen Eingriff schließt man aber für die Zukunft nicht aus.
Man nehme es ernst, dass die deutschen Gasspeicher deutlich weniger gefüllt seien als in den vergangenen Jahren, so das Ministerium. „Gleichzeitig lässt sich die Versorgungssicherheit nicht allein an einem Speicherfüllstand ablesen.“ Gas komme insbesondere über Pipelines aus Norwegen, Importterminals für Flüssiggas (LNG) und von europäischen Nachbarländern.
„Gleichzeitig gilt: Niedrigere Speicherstände reduzieren den Puffer für außergewöhnliche Situationen.“ Das sei vor allem dann relevant, wenn mehrere Belastungen gleichzeitig aufträten: „etwa eine längere Kältephase zusammen mit dem Ausfall wichtiger Importinfrastruktur oder zusätzlichen Störungen auf dem internationalen LNG-Markt.“
Die Gaspreise sind hoch
Speicherstände von 60 bis 70 Prozent zu Winterbeginn würden nach Einschätzung des Ministeriums zusammen mit Importmöglichkeiten ausreichen, um eine durchschnittliche Winternachfrage zu decken. Derzeit sind die deutschen Gasspeicher zu rund 50 Prozent gefüllt.
Die Gaspreise sind in diesem Sommer wegen des Iran-Kriegs mit der Blockade der Straße von Hormus ungewöhnlich hoch, weshalb Händler weniger Gas für den Verkauf im Winter einkaufen. „Eine angespannte Marktlage mit hohen Preisen ist noch keine Versorgungskrise“, betont das Ministerium aber.
Bundesregierung bereitet sich vor
Das Haus von Ministerin Katherina Reiche (CDU) sieht vor allem die Privatwirtschaft in der Pflicht. „Die Wintervorsorge liegt grundsätzlich bei den Gasunternehmen und Händlern.“ Ein staatlicher Eingriff berge Risiken. „Staatliche Gaskäufe können zusätzliche Nachfrage schaffen, Preise erhöhen und private Einspeicherung verdrängen. Zudem besteht das Risiko, dass Marktteilnehmer künftig darauf vertrauen, dass der Staat bei niedrigen Speicherständen ohnehin einspringt.“
Dennoch bereite die Bundesregierung „die notwendigen Handlungsoptionen so vor, dass sie bei einer Verschlechterung der Lage schnell und gezielt eingesetzt werden können“, so das Ministerium. Dabei würde beobachtet, wie sich Speicherfüllstände, Importe, LNG-Verfügbarkeit, Infrastruktur, Nachfrage und die Situation in den europäischen Nachbarländern entwickelten.


Die Gasversorgung ist sicher, sagt die Regierung. Sie mag recht haben – aber nur, wenn nichts Unvorhergesehenes passiert.