Eintrittskarten
: Vorsicht, Betrug mit Konzerttickets auf Facebook

Wenn Konzerte ausverkauft sind, blüht der Schwarzmarkt in sozialen Netzwerken. Immer häufiger tauchen dort gefälschte Ticketangebote auf – mit teuren Folgen für ahnungslose Fans.
Von
Caroline Strang, dpa
Berlin
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Logo der Facebook-App auf einem Smartphone: ILLUSTRATION - «Watchlist Internet» warnt vor betrügerischen Angeboten, besonders auf Facebook-Veranstaltungsseiten. (zu dpa: «Konzertticket über Facebook: Achtung, hier lauert Betrug») Foto: Fabian Sommer/dpa/dpa-tmn - Honorarfrei nur für Bezieher des dpa-Themendienstes +++ dpa-Themendienst +++

Auf Facebook werden immer wieder Konzerttickets angeboten – dabei kann man auf Betrüger hereinfallen.

Fabian Sommer/dpa-tmn/dpa
  • Konzertkartenbetrug auf Facebook nimmt zu, besonders bei ausverkauften Events.
  • Betrüger bieten gefälschte Tickets an, oft gegen Vorkasse, und nutzen PayPal's "Friends & Family"-Option.
  • Digitale Tickets sind leicht kopierbar, persönlicher Ticketkauf wird empfohlen.
  • Professionelle Zweitmarktplattformen sind riskant, besonders bei personalisierten Tickets.
  • Eventim ist das beliebteste Ticketportal, gefolgt von Ticketmaster und myticket.de.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Das Konzert ist ausverkauft, die Enttäuschung groß – doch auf Facebook scheint das Glück zurückzukehren: Zwei Tickets seien „aus persönlichen Gründen“ abzugeben, heißt es dort zum Beispiel. Schnell ist die Nachricht geschrieben, das Geld überwiesen – doch die Karten kommen nie an. Solche Fälle häufen sich laut „Watchlist Internet“, das vor betrügerischen Angeboten in sozialen Netzwerken warnt. Besonders Facebook-Veranstaltungsseiten werden gezielt von Kriminellen genutzt, um Musikfans um ihr Geld zu bringen.

Oft sind die gefälschten Angebote kaum von echten zu unterscheiden. Betrüger setzen gezielt an, sobald ein Event offiziell als ausverkauft gilt. Die Masche funktioniert bei großen Stadionkonzerten genauso wie bei kleineren Club-Acts.

Und so geht es: Die Täter geben sich als Fans aus, kopieren Beiträge, schreiben auffällig förmliche Kommentare und bieten Karten meist nur gegen Vorkasse an – oft soll das Geld ins Ausland überwiesen werden. Beliebt ist auch die „Friends & Family“-Option beim Bezahldienst PayPal, bei der kein Käuferschutz greift – hier ist Vorsicht geboten. Ein Warnsignal sei auch, wenn die Zahlung per Kreditkarte angeboten werde: Das sei bei Privatverkäufen sonst im Grunde nie der Fall.

Teilweise wird sogar ein vermeintlicher „Sicherheitsnachweis“ verlangt, berichtet das Portal: ein Selfie-Foto inklusive Kopie von Personalausweis oder Reisepass. Wer darauf eingeht, riskiert nicht nur das Geld für das vermeintliche Ticket, sondern auch den Missbrauch seiner persönlichen Daten durch Identitätsbetrug.

Ein Ticket, viele Opfer

Ein Risiko bergen digitale Eintrittskarten, sogenannte Print@Home- oder Mobile-Tickets. Diese lassen sich mehrfach verkaufen, da sie digital leicht kopierbar sind. Dann gilt: Wer zuerst am Einlass ist, kommt rein – alle anderen werden abgewiesen. „Watchlist Internet“ rät deshalb, sich möglichst auf eine persönliche Übergabe zu einigen. Wer das Ticket vorher sieht und in bar bezahlt, verringert das Risiko deutlich. Verdächtig wird es, wenn Verkäufer Ausreden finden, warum genau das nicht möglich sei. Dann lieber Finger weg.

Was tun, wenn man reingefallen ist?

  • Anzeige erstatten, besonders wenn Fotos von persönlichen Dokumenten übermittelt wurden.
  • Kreditkarteninstitut kontaktieren, um per „Chargeback“-Verfahren eventuell das Geld zurückzuholen – sofern man per Kreditkarte gezahlt hat.
  • Zahlung an Paypal melden, sofern nicht „Friends & Family“ genutzt wurde.
  • Verdächtige Facebook-Profile melden, um weitere Betrugsfälle zu verhindern.

Personalisierte Tickets

Schwierig kann es auch werden, wenn man Tickets über professionelle Zweitmarktplattformen erwirbt wie ebay Kleinanzeigen, aber auch auf spezialisierten Ticketbörsen wie Viagogo, Fansale oder Gigsberg. Denn gerade bei großen Events werden häufig personalisierte Tickets verkauft. Und bei diesen genügt es nicht, einfach das Ticket am Einlass vorzuzeigen. „Nur die Person, deren Name auf dem Ticket angegeben ist, hat das Recht auf Zugang zur Veranstaltung“, erklärte Rechtsexpertin Sonja Neumann von der Verbraucherzentrale Bayern. Der Veranstalter kann jede andere Person auch mit dem gültigen Ticket abweisen, wenn die Namen nicht übereinstimmen. Seine Rechte dann durchzusetzen, ist nicht einfach.

Julian Dwenger, bei der Ticketplattform Viagogo verantwortlich für Geschäftsentwicklung und Partnerschaften, sagte dazu, dass die Plattform sicherstelle, dass personalisierte Tickets beim Weiterverkauf auf die neuen Besitzer umgeschrieben werden. Sie hielte darüber Informationen bereit und begleite den Prozess.

Auch der Kauf direkt vor der Veranstaltungshalle oder dem Club ist riskant. Experten raten, sich die Verkäufer genau anzusehen und nachzufragen, woher das Ticket kommen und warum es zu haben ist. Außerdem sollte man die Tickets genau prüfen. Vor allem E-Tickets sind verhältnismäßig leicht zu fälschen und die Fälschungen deswegen schwer zu erkennen. Es werden aber auch immer wieder gefälschte Hard-Tickets angeboten, die echt aussehen. Die Erkenntnis, dass sie gefälscht sind, kann dann auch erst am Einlass erfolgen.

Konzerte ganz oben bei den Ticketverkäufen

Einer Umfrage des Statistikportals Statista zufolge ist Eventim das beliebteste Onlineportal zum Kauf von Event-Tickets. Während Eventim 70 Prozent der Befragten angegeben haben, liegen die Zweitplatzierten Ticketmaster und myticket.de mit jeweils 18 Prozent deutlich dahinter. Viagogo kreuzten 6 Prozent der Befragten an. Am meisten Tickets werden für Konzerte gebucht, gefolgt von Kinobesuchen und Sportveranstaltungen. Die Online Umsätze mit Tickets für Musikveranstaltungen haben laut Statista im Jahr 2023 das Vor-Corona-Niveau deutlich übertroffen. Wie die Schätzung der Plattform zeigen, wurden alleine in Deutschland rund 1,6 Milliarden Euro umgesetzt.