Einkaufs-App: Niederlage gegen Lidl

Apps gibt es viele. Sind sie wirklich kostenlos oder bezahlen Kunden mit ihren Daten. Die Verbraucherzentrale wird eigenen Angaben zufolge wohl vor den BGH ziehen.
Karl-Josef Hildenbrand/dpa- OLG Stuttgart weist Klage gegen „Lidl Plus“-App als unbegründet ab.
- Verbraucherschützer bemängeln Bezahlung mit persönlichen Daten statt Geld.
- Gericht: Daten sind kein Preis im rechtlichen Sinne, App als „kostenlos“ nicht irreführend.
- Verbraucherzentrale plant, Revision beim Bundesgerichtshof einzulegen.
- Über 100 Millionen nutzen weltweit die „Lidl Plus“-App für Rabatte und Aktionen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Verbraucherschützer sind mit einer Klage vor dem Oberlandesgericht (OLG) Stuttgart gegen den Discounter Lidl wegen dessen App für Verbraucherinnen und Verbraucher gescheitert. Der Verbraucherrechtssenat wies die Klage des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen als unbegründet ab. Er ließ aber wegen der grundsätzlichen Bedeutung die Revision zum Bundesgerichtshof (BGH) zu.
Warum Verbraucherschützer Klage eingereicht hatten
Die Verbraucherschützer hatten im April eine Unterlassungsklage eingereicht. Laut Mitteilung des Oberlandesgerichts begründeten sie diese damit, dass die Nutzung der App - anders als in den Teilnahmebedingungen angegeben - nicht kostenlos sei. Zwar müssten die Verbraucher kein Geld zahlen, jedoch bezahlten sie mit ihren Daten. Lidl dürfe deshalb nicht behaupten, dass die Nutzung der App kostenlos sei. Zudem müsse Lidl einen Gesamtpreis angeben.
Nach Ansicht des Verbraucherrechtssenats sei es jedoch nicht zu beanstanden, dass Lidl bei der Anmeldung keinen Gesamtpreis angibt. Das deutsche Gesetz und zugrundeliegende europäische Normen verstünden einen Preis als einen zu zahlenden Geldbetrag und nicht als irgendeine sonstige Gegenleistung, hieß es laut Mitteilung des OLG. Es sei auch nicht irreführend, dass Lidl die Nutzung der App in den Teilnahmebedingungen als kostenlos bezeichnet.
Wie es nun weitergeht
Die Verbraucherzentrale wird eigenen Angaben zufolge wohl vor den BGH ziehen. „Die Verbraucherzentrale wird aller Voraussicht nach in Revision gehen und die Frage zum Bezahlen mit Daten höchstrichterlich klären lassen“, sagte die Vorständin des Verbraucherzentrale Bundesverbands, Ramona Popp, laut Mitteilung im Anschluss an die OLG-Entscheidung. Popp vertrat weiter die Meinung, dass Bonus-Apps keineswegs kostenlos seien. „Verbraucherinnen und Verbraucher bezahlen Rabatte mit der Preisgabe persönlicher Daten“, sagte Popp laut Mitteilung.
Für die Nutzerinnen und Nutzer der App dürfte sich durch die OLG-Entscheidung zunächst einmal nichts ändern. Nach früheren Angaben des Discounters nutzen mehr als 100 Millionen Kunden weltweit die „Lidl Plus“-App, um von Rabatten, Coupons und Aktionen zu profitieren.

In der digitalen Welt gibt es eine Gratiskultur. Doch gratis ist oft nicht umsonst. Wer eine kostenlose App herunterlädt, zahlt trotzdem.