Einigung bei Schleich: Bleiben doch Arbeitsplätze in Schwäbisch Gmünd?

Der Spielfigurenhersteller Schleich verlässt seinen Stammsitz in Schwäbisch Gmünd.
Bernd Weißbrod/Archivbild/dpaEs ist typischer Unternehmensjargon: „In einem konstruktiven Dialog konnten wichtige Weichenstellungen für nachhaltiges Wachstum erzielt werden, bei verantwortungsvollem Umgang mit den Mitarbeitenden“, erklärt Schleich in einer Mitteilung am Montag (2.9.). Die Verhandlungen mit dem Betriebsrat seien abgeschlossen, eine Einigung sei erzielt worden.
Was das genau heißt, bleibt allerdings bis auf wenige Punkte unklar. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Logistik können wohl aufatmen. Die gesamte Logistik geht zwar an einen externen Logistikpartner, wie das Unternehmen schreibt. Dieser, die Abt Service GmbH mit Sitz in Schwäbisch Gmünd, werde allen Schleich-Mitarbeitern der Logistik ein Übernahmeangebot machen. „Schleich ist erfreut, weiterhin mit der Region Schwäbisch Gmünd verbunden zu bleiben“, schreiben die Verantwortlichen.
Anders sieht es bei den übrigen Angestellten aus. Schleich biete betroffenen Mitarbeitenden aus Schwäbisch Gmünd an, an die Standorte München und Prag zu wechseln, heißt es hier weiterhin. Falls ein Wechsel nicht möglich sei, seien sozialverträgliche Lösungen gefunden worden. Näheres dazu berichtet das Unternehmen nicht. 2023 beschäftigte das Unternehmen nach eigenen Angaben weltweit etwa 480 Menschen, rund 240 davon in Schwäbisch Gmünd.
Umzug nach 90 Jahren
Im Mai hatte Schleich bekannt gegeben, seinen Stammsitz aufzugeben – nach 90 Jahren. Daraufhin kam es zu Protesten, Hunderte Menschen demonstrierten in Schwäbisch Gmünd für den Erhalt. Auch Oberbürgermeister Richard Arnold (CDU) hatte sich zu Wort gemeldet und das Motto ausgerufen: „Besser schwäbisch und patent, als Schicki-Micki und nicht existent“, ein Seitenhieb auf den Ruf Münchens. Früchte hat der Protest aber wohl nicht getragen.
Die Geschäftsleitung hält an den Plänen fest, seine „Kernkompetenzen im Marketing, Vertrieb und Beschaffung zu stärken und verbraucherzentrierte sowie wertschöpfungsnahe Funktionen am Standort München zu bündeln“, wie das Unternehmen schreibt. In Prag in Tschechien soll ein neu gegründetes Shared Service Center typische globale Funktionen wie Finanzen, Kundenservice und Personal übernehmen. „Die getroffenen Vereinbarungen sind ein wichtiger Schritt, um Schleich zukunftssicher aufzustellen und nachhaltig erfolgreich zu bleiben“, sagt Stefan De Loecker, Geschäftsführer der Schleich GmbH.

