Digitale Unterstützung: Trinken nicht vergessen! Wie Apps durch die Hitzetage helfen

Genügend zu trinken ist wichtig, wird aber häufig vergessen. Und dann an Hitzetagen noch an den UV-Schutz denken? Apps können helfen, diese Denkleistungen zu übernehmen und den Alltag erleichtern. (Symbolbild)
Julian Stratenschulte/dpa-tmn/dpa- Apps helfen in Hitzeperioden: Trinkerinnerung, UV-Schutz, Schattenrouten und Warnungen.
- Trink-Tracker wie „Llama-Luna“, „Miau Water“ oder „Plant Nanny“ erinnern ans Wasser.
- UV- und Hitze-Tools wie „UV Lens“, „Heats“, „HeatGuard“ und DWD-WarnWetter informieren.
- „Shaded Openrouteservice“ plant schattige Wege – derzeit nur im Browser und begrenzt verfügbar.
- Datenschutz bleibt wichtig, warnt die Verbraucherzentrale – Zugriffe in Einstellungen einschränken.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Hitze und Trockenheit haben das Land fest im Griff. Die einen oder anderen sind auf der Suche nach digitalen Hilfen, die den Alltag in diesen heißen Tagen kostenlos erleichtern. Bei hohen Temperaturen ist es noch wichtiger, ausreichend Wasser zu trinken. Gerade das wird häufig vergessen. Im App Store ploppen in der Suche „Wasser trinken“ oder „Wasser trinken Erinnerung“ zahlreiche Ergebnisse auf.
Etwa die Trinkerinnerung der Llama-Luna-Apps, in der ein Lama helfen soll, den Flüssigkeitshaushalt im Blick zu halten, kombiniert mit spielerischen Herausforderungen. Ähnlich funktioniert der Wasser-Tracker „Miau Water“. Beide gibt es allerdings nur für Apple-Nutzer. Es geht aber auch ohne Tiere: Bei „Plant Nanny“ wächst mit jedem Glas Wasser eine Pflanze weiter, bei anderen Apps füllt sich ein Gefäß oder ein digitaler menschlicher Körper.
Wer das Wasser nicht nur ins eigene System, sondern auch auf die Haut bringen will, findet ebenfalls digitale Berater. Für Android-Nutzer gibt es den Strandbad-Guide. Die App enthält eine umfangreiche Datenbank mit Strandbars, Badeseen und Freibädern, sowie Routenplanungs-Funktion und Bewertungen. Wer sich erfrischen, aber keine App herunterladen will, kann online eine „Badegewässerkarte“ oder einen „Badegewässer-Atlas“ nutzen. Die digitale Karte gibt es in verschiedenen Bundesländern, auch in Baden-Württemberg.
Eincremen nicht vergessen
Aber nicht nur die Wasserzufuhr ist wichtig – auch der Sonnenschutz sollte nicht vergessen werden. Die App „UV Lens“ berechnet anhand von Sonnenschutzfaktor sowie Orts- und Wetterdaten, wie lange der UV-Schutz anhält. Durch eine personalisierte Hauttypen-Bewertung können Anwender ermitteln, wie lange sie ohne Sonnenschutz in der Sonne bleiben können. Zudem erinnert sie daran, nachzucremen. „UV-Lens“ ist sowohl für Apple- als auch für Android-Nutzer verfügbar.
Apps wie „Heats: Hitzeindex & UV“ zeigen nicht nur an, wie heiß es ist oder wie stark die Sonneneinstrahlung ist, sondern berücksichtigen auch die Luftfeuchtigkeit – also die gefühlte Temperatur. Durch den Live-UV-Index schätzt die Anwendung ab, wie viel Zeit bis zum Sonnenbrand bleibt. Der allgemeine UV-Index zeigt auf einer Farb- und Zahlenskala von eins bis elf plus an, welche Schutzmaßnahmen nötig sind. So kann eingeschätzt werden, wann es am sichersten für Aktivitäten im Freien ist. Aktuell ist die App nur für Apple-Produkte verfügbar.
Ähnlich funktionieren auch die Anwendungen „Hitzeindex Rechner Pro“ (für Apple) und „HeatGuard“ (für Apple und Android). Letztere enthält auch eine Funktion, mit der man die Flüssigkeitszufuhr planen kann.
Gefahrenwarnungen für besonders heiße Tage gibt zudem die Warn-Wetter-App des Deutschen Wetterdiensts (DWD). Die kostenfreie Version zeigt neben Wetterwarnungen auch Naturgefahren an. Wer die App einmalig für 2,49 Euro kauft, kann sich außerdem den UV-Index oder die gefühlte Temperatur anzeigen lassen. Auch die kostenlose Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes, kurz NINA, enthält die Wetterwarnungen des DWD.
Keine App, aber eine technische Erweiterung stellt die UV-Kamera „Sunscreenr“ dar. Damit kann geprüft werden, ob die Haut genügend mit Sonnencreme bedeckt ist. Auf dem Handydisplay werden etwa helle Hautstellen angezeigt: das Signal, mehr Creme aufzutragen.
Den Datenschutz im Blick behalten
Um nicht ständig der prallen Sonne ausgesetzt zu sein, sollte man auch schattige Wege und Plätze aufsuchen. Hier setzt die App „Shaded Openrouteservice“ vom Heidelberg Institute for Geoinformation (HeiGIT) an. Technisch funktioniert sie wie eine klassische Navigations-App, nur ist sie zusätzlich an die Hitze angepasst und zeigt Routen im Schatten an. Der Nachteil: Aktuell ist die App nur über den Browser und nicht auf dem Mobiltelefon sowie nur für rund 80 Städte verfügbar – darunter Stuttgart und Ulm.
Trotz aller Hilfen ist Vorsicht geboten. Nicht immer ist nachvollziehbar, was nach dem App-Download mit den Daten passiert. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass oft Zugriff auf Kontakte, Galerie oder den Standort angefordert wird. Durch Letzteren könnten bei dauerhafter Übermittlung etwa detaillierte Bewegungsprofile erstellt werden. Die Zugriffe lassen sich aber in den Einstellungen einschränken.
Außerdem sagt der Bundesverband der Verbraucherzentrale auf Anfrage: „Digitale Angebote können informieren und warnen, aber sie ersetzen keine kühle Wohnung, keinen Schatten und kein verfügbares Trinkwasser.“ Den größten Nachholbedarf sieht der Verband beim strukturellen Hitzeschutz. Dieser dürfe nicht allein zur individuellen Aufgabe der Verbraucherinnen und Verbraucher werden.
Apps und In-App-Käufe sind Milliardenmarkt
Den Statista Market Insights zufolge soll der Gesamtumsatz im App-Markt 2026 weltweit voraussichtlich bei umgerechnet rund 627 Milliarden Euro liegen. In-App-Verkäufe, also bezahlte Zusatzangebote innerhalb einer App, sollen dabei einen Umsatz von mehr als 403 Milliarden Euro ausmachen. Dazu zählen etwa Sonderfunktionen oder virtuelle Währungen. Den nächstgrößeren Anteil machen Werbeeinnahmen aus. Kostenpflichtige Downloads nehmen wiederum nur einen niedrigen Stellenwert ein. Die dominante Kategorie innerhalb des Marktes stellen Spiele-Apps dar. Die Statista-Prognose geht davon aus, dass das Gesamtmarktvolumen bis 2031 auf etwa 934 Milliarden Euro steigen wird.

