Kommentar Rolf Obertreis zur Jahresbilanz der Deutschen Bank Die Bauzäune stehen noch

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Frankfurt / Rolf Obertreis 02.02.2019

Ein Gewinn von 341 Millionen Euro bei Einnahmen von 25 Milliarden Euro – das ist überschaubar. Zumal das Ergebnis in einem 2018 zumindest konjunkturell noch alles andere als ungünstigem Umfeld eingefahren wurde. Man sei natürlich noch nicht da, wo man hinwolle, räumt Deutsche Bank-Chef Christian Sewing ein. Und gibt sich fast schon übermütig.

Dabei steht er noch vor einem ganz, ganz weiten Weg. Nicht nur an der Börse ist man skeptisch. Das Vertrauen in die Deutsche Bank bleibt stark angeschlagen, auch wenn Sewing angeblich von vielen Unternehmen viel Zuspruch erfährt.

Erfolge, wenn man das so nennen darf, gibt es bislang beim Stellen- und beim Kostenabbau. Im eigentlichen Bankgeschäft sind sie rar. Die Einnahmen sind ein 2018 weiteres Mal geschrumpft. Und wären nicht 800 Millionen Euro weniger für angeblich nur noch überschaubare Rechtsrisiken zurückgestellt worden, wäre es mit dem Gewinn wohl nichts geworden.

Die Deutsche Bank mag sich auf einem besseren Weg sehen. Die Bauzäune aber stehen noch und das für vermutlich einige Zeit. Dass Sewing sich offenbar nicht mit Fusionsideen befasst, ist aber gut. Erst sollte die Bank den eigenen Laden vollständig aufräumen, zukunftsfähig aufstellen und im eigentlichen Bankgeschäft nachhaltig Geld verdienen, statt nur zu sparen und Stellen zu streichen.

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