Berlin / André Bochow

Es sind keine Neuigkeiten, die die Wirtschaftswissenschaftler aus Halle zusammengetragen haben. Die Produktivität in Ostdeutschland ist weiter deutlich geringer als im Westen. Und dies liegt nicht nur  daran, dass es im Osten fast keine Konzerne gibt. Große Teile der Jugend sind abgewandert, Fachkräfte fehlen und die Subventionen haben oft falsche Anreize gesetzt.

Es sei dahingestellt, ob es die Produktivität entscheidend senkt, wenn Fördermittel an die Sicherung von Arbeitsplätzen gebunden werden. Wichtiger ist, dass die Ökonomen aussprechen, was die Politik geflissentlich zu überspielen versucht:  Es ist nicht möglich, überall gleichwertige Lebensverhältnisse zu schaffen. Jedenfalls nicht, wenn man sich auf das Materielle, auf Löhne, Gehälter oder Renten konzentriert. Dafür sind die Ausgangs-und Rahmenbedingungen zu unterschiedlich und da hilft auch kein Grundgesetz.

Was keine Absage an positive Veränderungen ist. Gerade Brandenburg erlebt, wie Abwanderung gestoppt, die Arbeitslosigkeit gesenkt und das Heimatgefühl gestärkt werden kann. Nur entwickelt sich eben Westdeutschland durchschnittlich schneller.

Wie gesagt, dafür gibt es mehrere Gründe. Einer ist:  Der Westen ist für Arbeitskräfte aus der EU und aus anderen Teilen der Welt deutlich attraktiver als der Osten. Und das liegt nicht nur am höheren Lohnniveau.