Corona-Impfstoff
: Streit um Geld und Patente: Prozess Curevac gegen Biontech beginnt

Hat sich Biontech an Erfindungen von Curevac bereichert? Oder will Curevac unberechtigt etwas vom Geld für den Corona-Impfstoff abhaben? Ein Gericht soll entscheiden.
Von
Thomas Veitinger
Ulm
Jetzt in der App anhören

Curevac hat beim Landgericht Düsseldorf Klage gegen die Biontech SE und zwei ihrer Tochterunternehmen eingereicht und fordert eine faire Entschädigung für die Verletzung einer Reihe der geistigen Eigentumsrechte im Zuge der Corona-Impfstoffproduktion.

CureVac

Hat sich Biontech an der Erfindung anderer bereichert? Diese Frage steht hinter einem am Dienstag, 15. August, beginnenden Prozess vor dem Düsseldorfer Landgericht. Das Tübinger Biotechnologie-Unternehmen Curevac wirft Biontech vor, Patente der sogenannten mRNA-Technik verletzt zu haben, die in den Covid-19-Impfstoff Comirnaty eingeflossen sind. Diese betreffen die technische Herstellung von mRNA-Molekülen und Verbesserung der Stabilität des Impfstoffs, erklärte Curevac im Juli vergangenen Jahres.

Klage in den USA

Klage wurde auch in den USA eingereicht, wo Gerichte in der Vergangenheit Urteile in anderen Fällen in Milliardenhöhe ausgesprochen haben. Das Tübinger Unternehmen ist nach einer Erklärung zuversichtlich, eine Entschädigung anerkannt zu bekommen. Es werde auf eine Anklageeröffnung in den USA im kommenden Jahr gehofft.

Curevac hat in diesem Jahr darüber hinaus die Klagen gegen Pfizer/Biontech erweitert. Dies solle auch zeigen, dass Curevac „weiterhin an der Spitze der Innovation im Bereich der mRNA stehen“, sagte Curevac-Chef Alexander Zehnder.

Biontech bestreitet die Vorwürfe und hat seinerseits mit einer Klage vor dem Bundespatentgericht reagiert. Dabei ist ein europäisches Patent von Curevac zur mRNA-Technologie betroffen, das keine schützenswerten Inhalte enthalten soll.

Biontech mit Verlusten

Biontech hat im zweiten Quartal dieses Jahres einen wirtschaftlichen Verlust hinnehmen müssen. Grund ist die geringere Nachfrage nach den Vakzinen. Angesichts des rückläufigen Geschäfts mit Corona-Impfstoffen rückt die Entwicklung individualisierter Krebstherapien, die wie das Vakzin auf mRNA-Basis funktionieren, stärker in den Fokus.

Bei Curevac beliefen sich die Umsatzerlöse im ersten Quartal 2023 auf 7,1 Millionen Euro, was einem Rückgang von 71 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Jahres 2022 entspricht.