Computer: Windows 10 wird bald gefährlich

Auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und Verbraucherschützer raten dringend zum Umstieg auf Windows 11.
picture alliance / dpa-tmn / Andrea Warnecke- Ab 14. Oktober erhält Windows 10 keine Sicherheits-Updates mehr – 27,5 Mio. Geräte betroffen.
- Ohne Updates drohen Cyberangriffe: Bankdaten, private Bilder und Dateien in Gefahr.
- BSI und Verbraucherschützer empfehlen Umstieg auf Windows 11, Upgrade oft kostenlos.
- Alternativen: ChromeOS Flex, Linux Mint oder Tablets – weniger Wartung, einfache Nutzung.
- Ältere Systeme wie Windows 7 und 8.1 werden bereits seit Jahren nicht mehr unterstützt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der 14. Oktober steht vor der Tür. Das Datum sollten Millionen von Menschen in Deutschland Sorgen bereiten. Nur: Sie wissen es nicht – oder es interessiert sie nicht. An diesem Sonntag im Oktober endet die Sicherheits-Unterstützung von Windows 10. Das Betriebssystem läuft laut Sicherheitsunternehmen Eset hierzulande noch auf 27,5 Millionen Computern, Laptops, Tablets und anderen Geräten. Das hört sich nach viel technischem Ärger an, mit dem man sich eigentlich gar nicht befassen will. Doch das wäre ein Fehler.
„Wer jetzt noch mit einem veralteten Betriebssystem unterwegs ist, spielt russisches Roulette mit seinen Daten“, sagt IT-Experte Alexander Opel von Eset. Ohne ständig neu aufgespielter Software-Updates riskieren Besitzer, ausgespäht zu werden. Kriminelle können Bankpasswörter abfischen oder das Gerät mit allen privaten Fotos, Videos, Dokumenten und E-Mails verschlüsseln und für die Freigabe Lösegeld verlangen. All dies kommt jeden Tag vor, auch Unternehmen und Behörden sind gegen Eindringlinge nicht immun, wehren sich aber oft erfolgreich dagegen.
Kriminelle stehen schon bereit
Wer ins Internet geht, braucht ein sicheres, also aktuelles Betriebssystem – eine eigene Schutzsoftware (Antiviren-Programm) reicht nicht aus. „Cyberkriminelle stehen schon bereit, gezielt Schwachstellen auszunutzen, sobald der Support endet“, warnt Opel.
Auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und Verbraucherschützer raten dringend zum Umstieg auf Windows 11. Ein Upgrade auf Windows 11 ist dazu noch kostenlos, schreibt Hersteller Microsoft (https://shorturl.at/sk9xK). Zum Problem könnte aber werden, dass Windows 11 sehr wählerisch ist: Stimmen die technischen Voraussetzungen nicht, lässt sich das Betriebssystem nicht aktualisieren. Die kostenlose Software WhyNotWin11 überprüft das Gerät und zeigt, ob der Wechsel zu Windows 11 überhaupt möglich ist und woran es hakt. Ist etwa der Mikroprozessor (CPU) zu alt, ist der Computer eigentlich reif für den Wertstoffhof.
Attraktives, neues Leben
Es gibt allerdings Möglichkeiten, das Aus für das Gerät hinauszuzögern oder ihm sogar ein neues, alternatives und attraktives Leben zu schenken. Microsoft bietet privaten Anwendern und gewerblichen Nutzern für Windows 10 sogenannte Extended Security Updates (ESU) an, die Sicherheits-Unterstützung für ein weiteres Jahr für 30 US-Dollar (rund 27 Euro) bieten (https://shorturl.at/t0OVI) – dann ist am 14. Oktober doch nicht Schluss. Dazu sind laut Internetplattform Giga lediglich ein paar Klicks im Betriebssystem nötig. Der „Enroll“-Schalter erscheine direkt unter dem Punkt „Nach Updates suchen“ in den Windows-Update-Einstellungen. „Allerdings taucht der Button nicht bei allen sofort auf: Microsoft rollt ihn schrittweise aus, bestätigt aber, dass jeder Nutzer ihn rechtzeitig vor dem Support-Ende sehen wird“, heißt es bei Giga.
IT-Sicherheitsexperte Opel von Eset hält das aber nicht für eine gute Idee: Der erweiterte Support verlagere den Wechsel nur in die nähere Zukunft. Die Stiftung Warentest stellt in ihrer neuen Ausgabe (9/2025) zwei alternative Betriebssysteme vor, die allerdings einen harten Schnitt bedeuten. ChromeOS Flex und Linux Mint können dem betagteren Computer neues Leben einhauchen, eine gewissen Umgewöhnung für den Nutzer vorausgesetzt. Bei ChromeOS Flex laufen die meisten Anwendungen im Browser, geschrieben wird etwa in Google Docs statt in Word. Linux Mint wird von einer riesigen internationalen Gemeinschaft gepflegt. Statt Microsofts Office gibt es Alternativen. Die Bedienoberfläche von Linux Mint wirkt für viele Windows-Nutzer jedoch vertraut. „Wer mit Windows klarkommt, wird sich in ChromeOS Flex und Linux Mint auch schnell zurechtfinden“, sagt Georg Dahm von Stiftung Warentest.
Die Experten der Fachzeitschrift c't empfehlen, noch einen Schritt zurückzugehen und sich zunächst zu fragen: Muss es überhaupt ein vollwertiger Computer sein? Ein simples Tablet erlaube ebenfalls Surfen, Shoppen, Nachrichtenschreiben und vieles mehr, ohne sperrig zu sein – mit weniger Wartungsaufwand. Selbst PC-Spiele funktionierten heute oft unter Linux. c't empfiehlt ebenfalls ChromeOS und das einsteigerfreundliche Linux Mint als Alternativen zu Windows.
Noch ältere Windows-Versionen
Windows 10 ist bald veraltet, es gibt aber Windows-Versionen, die noch älter sind. So hat Microsoft die Arbeit an Windows 8.1 längst eingestellt. Für das einst sehr beliebte Windows 7 sind sogar seit Beginn des neuen Jahrzehnts keine Updates mehr zu bekommen. Immer noch sind die Betriebssysteme auf 2,5 Prozent aller Computer weltweit installiert. Sicherheitsexperten stellen sich bei solchen Zahlen die Haare zu Berge.

Das zweitwertvollste Unternehmen der Welt will eine Software nicht mehr – um mehr zu verkaufen. Folgen für Verbraucher und Umwelt sind ihm egal.