Biotechnologie
: Biontech kauft Curevac

Tübinger Firma soll komplett in Biontech aufgehen. Der Name wird verschwinden. Mit dem Aufkauf könnte die Forschung in Krebstherapien gepusht werden.
Von
Thomas Veitinger,
dpa STATISTISCH
Tübingen
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Biontech will deutschen Konkurrenten Curevac übernehmen: 12.06.2024, Baden-Württemberg, Tübingen: Das Logo des Pharmaunternehmens Curevac ist vor dem Eingang der Firmenzentrale zu sehen. Das Mainzer Pharmaunternehmen Biontech will den Rivalen Curevac aus Tübingen übernehmen. Es gebe ein öffentliches Umtauschangebot für alle Aktien von Curevac, teilte Biontech mit. Foto: Christoph Schmidt/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Biontech will deutschen Konkurrenten Curevac übernehmen.

Christoph Schmidt/dpa
  • Biontech will den deutschen Konkurrenten Curevac übernehmen.
  • Kaufvertrag bewertet Curevac mit 1,25 Milliarden Dollar.
  • Übernahme erfolgt durch öffentliches Umtauschangebot aller Curevac-Aktien.
  • Curevac soll in Biontech aufgehen, Name Curevac verschwindet.
  • Ziel: Forschung und Entwicklung von Krebstherapien stärken.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Sie lagen jahrelang über Kreuz – jetzt will Biontech seinen Wettbewerber Curevac übernehmen. Dies teilte Biontech mit. Ein bindender Kaufvertrag sei abgeschlossen worden, der Curevac mit 1,25 Milliarden Dollar (1,08 Milliarden Euro) bewerte. Die Übernahme soll durch ein öffentliches Umtauschangebot aller Aktien von Curevac erfolgen. Das Unternehmen wird den Plänen nach in Biontech aufgehen, der Firmenname Curevac verschwinden. Die Übernahme soll demnach die Forschung, Entwicklung, Herstellung und den Vertrieb von Medikamenten gegen Krebs stärken.

Im April hatte die Tübinger Curevac AG mitgeteilt, im vergangenen Jahr einen Erlös von 535 Millionen Euro erlöst zu haben, 481 Millionen Euro mehr als 2023. Das Unternehmen hatte es während Corona nicht geschafft, einen Impfstoff zu entwickeln. Verluste in Millionenhöhe waren die Folge. Im Juli 2022 reichte Curevac Klage gegen Biontech wegen angeblicher Patentverletzungen ein.

Ähnliche Forschung

Beide Unternehmen seien „hochgradig komplementär“, erklärte Biontech. Beide forschen an Medikamenten, die auf Boten-Ribonukleinsäure (messenger ribonucleic acid, mRNA) basieren. Beide Unternehmen hatten auch einen mRNA-Impfstoff gegen das Coronavirus entwickelt – Curevac erhielt dafür letztlich aber keine Zulassung.

„Diese Transaktion ist für uns ein weiterer Baustein in Biontechs Onkologie-Strategie und eine Investition in die Zukunft der Krebsmedizin“, erklärte Unternehmensgründer und -chef Ugur Sahin. „Wir wollen komplementäre Fähigkeiten und Technologien zusammenbringen. Ziel sei, die Entwicklung von innovativen und transformativen Krebsbehandlungen voranzutreiben und in den kommenden Jahren neue Behandlungsstandards für verschiedene Krebsarten zu etablieren.

Ähnliche Ziele

Curevac-Chef Alexander Zehnder erklärte, beide Unternehmen verfolgten seit über zwei Jahrzehnten ähnliche Ziele. Die Übernahme durch Biontech „unterstreicht die gemeinsame Entschlossenheit, das volle Potenzial von mRNA als wegweisende Technologie zu nutzen, um transformative Therapien schneller und für mehr Menschen zugänglich zu machen“.

Vorstände und Aufsichtsräte beider Unternehmen hätten die Übernahme bereits einstimmig genehmigt, erklärte Biontech. Die Bundesregierung stehe der Transaktion „grundsätzlich positiv“ gegenüber.

Voraussetzung für den noch in diesem Jahr geplanten Abschluss des Geschäfts seien die erforderlichen behördlichen Genehmigungen und dass mindestens 80 Prozent der Curevac-Aktien an Biontech verkauft werden. Biontech betonte, es könne diese Mindestannahmeschwelle einseitig auf 75 Prozent absenken. Zudem hätten bestimmte Aktionärinnen und Aktionäre, die insgesamt 50,08 Prozent der Curevac-Aktien halten, bereits zugestimmt.