Bier-Tradition in Gefahr
: Familienbrauerei aus Oberschwaben meldet Insolvenz an

Nach 120 Jahren kämpft die Schussenrieder Brauerei Ott ums Überleben. Was bisher bekannt ist.
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dpa, cast
Schussenried
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ARCHIV - 22.04.2021, Baden-Württemberg, Stuttgart: Mit Bier stoßen zwei Personen an. (zu dpa: «Russland Abnehmer Nummer eins für Bier aus Baden-Württemberg») Foto: Bernd Weißbrod/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Der Wettbewerbsdruck in der Brauerei-Branche ist hoch. Das könnte die Schussenrieder Brauerei in Schwierigkeiten gebracht haben.

dpa
  • Schussenrieder Brauerei Ott hat Insolvenz beantragt, Betrieb läuft vorerst weiter.
  • Vorläufiger Insolvenzverwalter ist Matthäus Rösch – Ziel ist der Erhalt von Firma und Jobs.
  • Gründe laut Rösch: hoher Wettbewerbsdruck, Rückgang beim Bierkonsum, teure Energie und Rohstoffe.
  • Familienbetrieb aus dem Landkreis Biberach produziert jährlich rund sechs Millionen Liter Bier.
  • Branchenlage verschärft sich: weniger Brauereien und sinkender Bierabsatz in Deutschland.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Schussenrieder Brauerei Ott ist in finanzielle Schieflage geraten. Das Familienunternehmen beantragte die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens über das eigene Vermögen, wie aus einer Veröffentlichung auf dem Internetportal „Insolvenzbekanntmachungen“ hervorging.

Das Amtsgericht Ravensburg bestellte den Rechtsanwalt Matthäus Rösch zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet. Der Betrieb des Unternehmens wird nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters derzeit uneingeschränkt fortgeführt, berichtet der SWR. Ziel des Insolvenzverfahrens sei es, einen dauerhaften Erhalt des Unternehmens und der Arbeitsplätze sicherzustellen – eventuell auch mithilfe eines Investors.

Was genau zu den Zahlungsschwierigkeiten geführt hat, dazu machte er vorerst keine Angaben. Allgemein sei der Wettbewerbsdruck hoch. Der Bierkonsum sei seit Jahren rückläufig, deshalb gebe es Überkapazitäten am Markt, sagte er dem SWR. Hinzu kommen laut Rösch hohe Energie- und Rohstoffpreise sowie eine „allgemeine Kaufzurückhaltung angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Gesamtsituation“.

Die Brauerei im Landkreis Biberach gehört seit 120 Jahren der Familie Ott. Ihre Wurzeln reichen aber deutlich weiter zurück. Das Unternehmen – mittlerweile in vierter Generation geführt – beschäftigt nach eigenen Angaben rund 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie produzieren demnach jährlich etwa sechs Millionen Liter Bier und ungefähr drei Millionen Liter alkoholfreie Getränke. Beliefert werden die Regionen Oberschwaben, Bodensee, das Allgäu, die Schwäbische Alb sowie Ulm und der Großraum Stuttgart.

Branche mit Problemen

Die Insolvenz reiht sich in einen bundesweiten Trend ein. Der Bierabsatz in Deutschland ist 2025 auf ein Rekordtief gefallen – ein Minus von 6,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch die Zahl der Brauereien schrumpft: Nach dem Höhepunkt im Vor-Corona-Jahr 2019 haben viele Betriebe aufgegeben.

Als Hauptursachen für die Schwierigkeiten der Branche gelten neben dem sinkenden Bierkonsum auch gestiegene Rohstoff- und Energiekosten sowie eine allgemeine Kaufzurückhaltung. Auch in Baden-Württemberg ist die Lage angespannt: Erst im Herbst war die Mannheimer Privatbrauerei Eichbaum in die Insolvenz gerutscht. Im März wurde zwar ein Investor gefunden – allerdings um den Preis eines deutlichen Stellenabbaus.

Die Zahl der Brauereien Südwesten ist von 205 im Jahr 2023 auf aktuell 190 gesunken, wie der Chef des Baden-Württembergischen Brauerbundes, Hans-Walter Janitz, mitteilte. Der Gesamtbierabsatz ging von rund 5,7 Millionen Hektoliter (2023) auf etwas mehr als 4,9 Millionen Hektoliter im Jahr 2025 zurück.