Bezahl-Chaos im Onlinehandel: Banken stoppen Paypal-Lastschriften in Milliardenhöhe wegen Sicherheitslücke

Erst der Datenleak, nun die Sicherheitspanne bei Paypal. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte prüfen, ob er oder sie betroffen ist und ob seine Onlinekäufe auch ausgeführt wurden.
Zacharie Scheurer/dpa- Sicherheitslücke bei Paypal: Banken stoppten Überweisungen von über 10 Milliarden Euro.
- Nutzer berichten bundesweit von abgebrochenen Bezahlvorgängen bei Online-Käufen.
- Paypal bestätigt IT-Ausfall und arbeitet mit Banken an der Lösung des Problems.
- Deutschland ist wichtiger Markt: 30 Millionen Nutzer, 30 % der Online-Umsätze via Paypal (2024).
- Betroffene können Probleme über Webseite, Supportnummer oder @AskPayPal melden.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der US-Zahlungsdienstleister Paypal hat einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ zufolge massive IT-Probleme. Demnach soll das Sicherheitssystem des Bezahldienstes ausgefallen sein, das betrügerische Machenschaften aufspüren soll.
In der Folge haben nach dem SZ-Bericht deutsche Banken Überweisungen in Höhe von mindestens zehn Milliarden Euro gestoppt. Das bedeutet: Das Geld kommt nicht bei den Händlern an. Gleichzeitig melden derzeit Nutzerinnen und Nutzer bundesweit, dass sie Online-Käufe mit Paypal nicht bezahlen können, die Bezahlvorgänge werden abgebrochen und die Bestellvorgänge nicht zu Ende geführt.
Der Vorfall wurde vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV) bestätigt. In den vergangenen Tagen sei es „zu Vorfällen mittels unberechtigter Lastschriften von PayPal gegenüber verschiedenen Kreditinstituten gekommen“, sagte der Verband. „Diese Vorfälle hatten erhebliche Auswirkungen auf den Zahlungsverkehr in ganz Europa und insbesondere auch in Deutschland. Dies war am vergangenen Montag für einige Stunden auch für Kundinnen und Kunden von Instituten der Sparkassen-Finanzgruppe zu spüren.“
Täglich 30 Millionen Transaktionen in Deutschland
Für das 1998 gegründete Unternehmen, das sich weltweit als eine der führenden Plattformen für digitale Zahlungen etabliert hat, ist das nicht nur ein Imagedesaster, sondern auch ein Vorfall mit extremem Schadenspotenzial. Paypal ermöglicht es Privatpersonen und Unternehmen, Geld sicher und schnell über das Internet zu senden und zu empfangen – sowohl für Online-Einkäufe als auch für Überweisungen zwischen Privatpersonen.
Nach Schätzungen und Aussagen von Paypal verzeichnet das Unternehmen weltweit täglich mehr als 30 Millionen Transaktionen. Deutschland nimmt als einer der größten europäischen Märkte einen bedeutenden Anteil ein. In Deutschland gehört Paypal zu den beliebtesten und am weitesten verbreiteten Online-Zahlungsmethoden. Mehr als 30 Millionen Menschen nutzen den Service des US-Zahlungsanbieters. Einer Studie des Handelsforschungsinstituts EHI zufolge wurden in Deutschland im Jahr 2024 rund 30 Prozent der Umsätze der Onlinekäufe mit Paypal beglichen.
Paypal ist daher auch ein häufiges Ziel von Kriminellen. Die versuchen schon seit Jahren, Nutzerinnen und Nutzer mit täuschend echten Mails dazu zu bringen, ihre Anmeldedaten preiszugeben und so unrechtmäßig Geld von den Bankkonten der Nutzer zu erbeuten.
Erst in der vergangenen Woche behauptete ein Krimineller in einem Untergrundforum, rund 16 Millionen Paypal-Zugangsdaten inklusive Klartext-Passwörtern abgegriffen zu haben – und bot das Datenpaket zum Kauf an, wobei Dirk Knop vom Fachdienst „Heise“ es für unwahrscheinlich hält, dass die Daten wirklich aktuell bei Paypal abgegriffen wurden.
Solche und ähnliche Betrugsversuche verhinderte bisher das Paypal-Sicherheitssystem. Doch wie die „SZ“ schreibt, habe Paypal offenbar ungeprüft sämtliche Lastschriften bei den Banken eingereicht. Das wiederum sei den Sicherheitssystemen mancher Banken nach einiger Zeit aufgefallen, die die Überweisungen stoppten.
Eine Sprecherin von Paypal bestätigte: „Paypal hatte eine vorübergehende Serviceunterbrechung, die bestimmte Transaktionen unserer Bankpartner und möglicherweise deren Kunden beeinträchtigte. Wir haben die Ursache schnell identifiziert und arbeiten eng mit unseren Bankpartnern zusammen, um sicherzustellen, dass alle Konten aktualisiert wurden.“ Auf der Hilfe-Seite von Paypal prangt mittlerweile auf rotem Hintergrund der Hinweis: „Am Wochenende kam es zu einer vorübergehenden Dienstunterbrechung, die dazu führte, dass sich Transaktionen für eine kleine Anzahl von Konten verzögerten. Inzwischen wurde das Problem behoben.“
Wie lange es dauert, das Chaos durch tausende nicht ausgeführte Überweisungen zu beseitigen, lässt sich aktuell nicht sagen.
Die Aufsichtsbehörden seien ebenfalls über die Vorfälle bei Paypal informiert, sagte ein DSGV-Sprecher. Da Paypal seinen Europasitz in Luxemburg hat, ist für das Unternehmen nicht die Deutsche Bankenaufsicht Bafin zuständig, sondern die luxemburgischen Behörden.
Hilfe für betroffene Kundinnen und Kunden
Betroffene Nutzerinnen und Nutzer können Probleme direkt an PayPal melden oder den Support über die offizielle Webseite sowie den X-Account @AskPayPal kontaktieren. Zusätzlich bietet das Hilfe-Center schnelle Lösungen für häufige Anliegen wie Passwort- oder Kontozugriff. Den Kundenservice von PayPal gibt es hier zu erreichen oder unter der Telefonnummer 0800 723 4500.

