Entsteht schon bald ein neuer nationaler Champion? Schlüpfen Deutsche Bank und Commerzbank tatsächlich unter ein gemeinsames Dach? Manche Beobachter glauben daran. Aber ökonomisch spricht sehr viel, wenn nicht alles gegen eine „Deutsche Commerz“.

Deutsche Bank und Commerzbank stecken immer noch mitten im Umbau. Ihre Renditen sind schwach, weit entfernt von Konkurrenten in den USA und in Europa. Eine Fusion würde daran nichts ändern. Ganz abgesehen davon: Ein Zusammenschluss der beiden Platzhirsche wäre ein riesiger Kraftakt. Eine Top-Ebene würde dabei an der eigenen Abschaffung arbeiten.

 Schließlich müssten die Kosten deutlich gedrückt werden. Das aber bedeutet die Schließung von Hunderten von Filialen. Allein dies führte schon zu drastischen Einschnitten beim Personal.

 Kann das die Regierung und ein sozialdemokratischer Finanzminister wirklich fördern und zulassen? Der geballte Protest der Gewerkschaften wäre ihm sicher. Dabei kann sich Olaf Scholz die Folgen  einer Fusion selbst zusammenreimen. Und auch die Gefahr, dass eine neue Großbank neue Risiken auftürmt und im Krisenfall vom Staat gestützt werden müsste. 

Allein die betriebswirtschaftliche Logik sollte ausschlaggebend sein. Im Fall von Deutscher Bank und Commerzbank ist sie nicht zu erkennen.