Geldscheine und Münzen
: Bargeld einzahlen wird schwieriger – diese Möglichkeiten gibt es

Es scheint ein Luxusproblem: Tante Erna schenkt an Weihnachten Geldscheine, der Geldbeutel wird immer schwerer. Aber wohin nur mit Papiergeld und Münzen, wenn bargeldlos eingekauft wird?
Von
Thomas Veitinger
Ulm
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Eine Frau hält Bargeld in der Hand: ILLUSTRATION - Bargeld bei der Bank aufs Sparbuch einzahlen? Was vor einigen Jahren absolut üblich war, lohnt sich heute in der Regel nicht mehr. (zu dpa: «Warum das Sparbuch nicht mehr zeitgemäß ist») Foto: Bernd Diekjobst/dpa-mag - Honorarfrei nur für Bezieher des Dienstes dpa-Magazin +++ dpa-Magazin +++

Nicht jeder findet Papiergeld noch zeitgemäß. Es loszuwerden ohne Einkauf ist nicht einfach.

Bernd Diekjobst/dpa-mag/dpa
  • Bargeld einzahlen wird schwieriger, Filialen und Münzannahmen sind begrenzt.
  • Commerzbank nur für eigene Kundschaft, teils kostenfrei, sonst bis 3,90 Euro.
  • Sparkassen/VR-Banken: oft Freibetrag, Safebags oder Automaten – Gebühren kontomodellabhängig.
  • ING: Einzahlungen im Einzelhandel, 1,5 % Gebühr, 50–999,99 Euro, meist max. 50 Münzen.
  • Reisebank nimmt Scheine bis 25.000 Euro, z. B. 9,50 Euro bei 5000 Euro; Coinstar 9,9 % + 25 Cent. Bundesbank tauscht Münzen kostenlos, aber ohne Kontogutschrift. Bafin verlangt Nachweise ab 2500/10.000 Euro.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Natürlich freut man sich über geschenkte 200-Euro-Scheine. Wer sie an Weihnachten oder am Geburtstag überreicht bekommt, wird sicherlich nicht nein sagen. Aber was tut man damit? Steht kein größerer Einkauf an, liegt das Geld womöglich lange auf dem Wohnzimmerregal – nicht der beste Ort. Das gleiche gilt für Münzgeld. Wohin nur mit den ganzen Kupferlingen? Gefühlt wächst ihre Menge im Geldbeutel stetig und macht ihn schwerer und schwerer.

Früher war es einfach: Auf zur Bank und aufs Konto eingezahlt. Doch Filialen gibt es immer weniger, nicht jedes Institut nimmt Münzen an, und was machen Kundinnen und Kunden einer Direktbank? Ein Überblick.

Die Commerzbank bietet die Einzahlung von Bargeld an Geldautomaten und Schaltern nur für eigene Kunden an – je nach Kontentyp kostenlos oder bis zu 3,90 Euro teuer. Bei Sparkassen und Volksbanken sind Münzeinzahlungen „häufig bis zu einem bestimmten Jahresbetrag gebührenfrei“, informiert die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Manche Filialen der Volks- und Raiffeisenbanken haben Automaten, die das eingegebene Geld Konten gutschreiben. Für diese Bargeldeinzahlung ist die Girocard nötig. Eine weitere Möglichkeit: „Je nach Filiale können Sie das Kleingeld entweder unsortiert oder zuvor sortiert und eingerollt in speziellem Papier abgeben“, informieren die Genossenschaftsbanken. Einen einheitlichen Preis gibt es nicht, auch hier hängt es meist vom Kontomodell ab, ob am Automaten oder Schalter Scheine oder Münzen eingezahlt werden können.

Die Hälfte geht an die Bank

Sparkassen setzen auf sogenannte Safebags. Dabei wird etwa der Inhalt eines Sparschweins in eine verschließbare Kunststofftüte gefüllt und in der Filiale abgegeben. „Seit Anfang 2015 müssen alle Münzen einzeln auf Echtheit und Umlauffähigkeit geprüft werden. Mit dieser Maßnahme möchte die Europäische Zentralbank das Falschgeldaufkommen reduzieren“, informiert die Sparkasse Westerwald-Sieg. Privatkunden haben bei dem Institut einen Freiposten pro Monat. Auch hier gilt: Fremdkunden sollen sich an ihre eigene Hausbank wenden – „oder eröffnen Sie ein Konto bei uns“.

Auch die Direktbank ING lässt ihre Kunden nicht alleine. Bei ihr ist das Einzahlen in 12.500 Filialen im Einzelhandel etwa bei Filialen von Rewe, dm, Rossmann und Penny möglich, informiert die Bank. Allerdings machen nicht alle Filialen der Ketten mit. 1,5 Prozent des Einzahlungsbetrags kostet der Service. Innerhalb von 24 Stunden lassen sich zwischen 50 Euro und 999,99 Euro einzahlen, in der Regel sind maximal 50 Münzen möglich, es gibt ein Monats- und Jahreslimit.

Bei den Gebühren gibt es Grenzen. Bei der Verbraucherzentrale hatten sich Kundinnen und Kunden gemeldet, „die teilweise 50 Prozent der Summe, die sie einzahlen möchten, gleich wieder an die Bank loswurden“. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hat bereits vor Jahren gegen eine pauschale Gebühr von 7,50 Euro je Münzgeldeinzahlung der BBBank erfolgreich geklagt. Das Oberlandesgericht Karlsruhe gab den Verbraucherschützern recht.

Reisebank verlangt Geld

Eine weitere Option, um Bargeld einzuzahlen, sind laut Finanztip.de die Filialen der Reisebank. Dort lassen sich bis zu 25.000 Euro in Scheinen einzahlen. Bei 5000 Euro etwa ist eine Gebühr von 9,50 Euro fällig, die vom Einzahlungsbetrag abgezogen wird.

Eine weitere Möglichkeit, Münzen loszuwerden, gibt es an mehr als 2500 Automaten von Coinstar, die in Supermarktketten wie Real, Kaufland, Edeka und Rewe stehen. Dabei gibt es aber zwei Dinge zu beachten: Coinstar verlangt eine Gebühr von 9,9 Prozent plus 25 Cent pro Transaktion. Außerdem wird ein Wertbon ausgedruckt, der ausschließlich in dem jeweiligen Markt gegen Bargeld eingelöst oder mit gekauften Produkten verrechnet werden kann.

Völlig kostenfrei ist die Einzahlung von Münzen in haushaltsüblichen Mengen bei der Deutschen Bundesbank. Diese müssen in der Regel nicht gerollt oder sortiert werden. Das Geld wird aber nicht auf ein privates Girokonto überwiesen. Die Bundesbank bietet den Umtausch von Euro-Münzen in Scheine an, von Scheinen in Münzen sowie den kostenlosen und zeitlich unbegrenzten Umtausch von D-Mark in Euro. Die Deutsche Bundesbank unterhält derzeit jedoch nur 31 Filialen in Deutschland.

Kampf gegen Geldwäsche

Die Höhe der Einzahlungen bei Banken ist begrenzt. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) fordert einen Herkunftsnachweis bei Bargeldeinzahlungen ab 2500 Euro für Kunden ohne eigenes Bankkonto. Kunden mit einem Konto bei der Bank müssen einen aktuellen Kontoauszug, ein Sparbuch, einen Beleg zum Verkauf eines Autos oder Ähnliches erst ab 10.000 Euro vorlegen. Damit soll Geldwäsche bekämpft werden.

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