Auch Ulm und Göppingen
: Depot schließt 66 weitere Filialen – diese Orte in Baden-Württemberg sind betroffen

Die letzte Schließwelle ist noch nicht mal zwei Jahre her, nun trifft es weitere Standorte. Allein im Südwesten sind es elf.
Von
Caroline Strang
Ulm
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Depot

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Alicia Windzio/dpa
  • Depot kündigt eine zweite Schließungswelle an – 66 Filialen sollen vom Netz gehen.
  • Unklar ist, wann die Läden schließen, teils gibt es bereits hohe Rabatte.
  • Hintergrund ist eine zweite Insolvenzanmeldung innerhalb von zwei Jahren.
  • Zuvor wurden 250 Filialen geschlossen und 2000 Beschäftigte verloren ihren Job.
  • In Baden-Württemberg betroffen: u. a. Ulm, Göppingen, Karlsruhe, Konstanz, Stuttgart-Feuerbach.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

„Wir machen Dein Zuhause zum schönsten Ort der Welt!“ – so lautet das Werbeversprechen der Deko-Kette Depot. Das Geschäftskonzept dahinter allerdings funktioniert wohl nicht wie erhofft. Eine zweite Schließungswelle schwappt nun über das Unternehmen. Die meisten der 66 betroffenen Filialen sollen nach dem Räumungsverkauf bis Ende Juli schließen, einige sind bereits geschlossen.

„Es geht wirtschaftlich leider nicht anders. Wir können nur Läden betreiben, die rentabel sind“, sagte Depot-Geschäftsführer Christian Gries der Deutschen Presse-Agentur. Übrig bleiben damit laut Gries vorerst gut 80 Depot-Filialen. Es könnten jedoch noch mehr schließen, die Verhandlungen mit den Vermietern dauerten an. Etwa 330 Beschäftigte verlieren Gries zufolge ihren Job. Hinzu kommen weitere Stellen in der Zentrale. Zur Gesamtzahl der verbleibenden Beschäftigten machte er keine Angaben.

Bereits vor knapp zwei Jahren hatte es einen regelrechten Kahlschlag gegeben. 250 Filialen waren geschlossen worden, 2000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Deutschland hatten ihren Job verloren. Verblieben sind 155, deutlich mehr als ein Drittel davon wird nun geschlossen. Die offizielle Schließliste veröffentlichte Depot auf der Unternehmensseite seiner Homepage, die am Montagmorgen (29.6.) zwischenzeitlich nicht mehr erreichbar war.

Kaufzurückhaltung und Online-Konkurrenz

Grund für die Schließungen ist die zweite Insolvenzanmeldung innerhalb von zwei Jahren. Ende 2024 hatte noch das Ursprungsunternehmen Gries Deco Company GmbH aus dem bayerischen Großostheim zum ersten Mal Insolvenz angemeldet, im Mai dieses Jahres folgte die Zahlungsunfähigkeit des fortführenden Unternehmens, der GDC Deutschland GmbH. Als Gründe nannte Gries Zölle, die zunehmende Online-Konkurrenz durch Plattformen wie Temu sowie die Kaufzurückhaltung der Verbraucher: „Es ist eine schwierige Zeit für den Handel. Viele Kunden schauen stark auf die Preise.“

Im Interview mit der BILD hatte Christian Gries, Geschäftsführer der GDC Deutschland GmbH, eigentlich noch einen Neuanfang angekündigt. „Depot 2.0“ sollte aus der Rettung hervorgehen, wie er der Zeitung sagte. Der Enkel der Gründe hatte niedrigere Preise, schneller wechselnde Trend-Produkte und ein moderneres Konzept versprochen.

Das hat wohl nicht geklappt. Die vorläufige Eigenverwaltung wurde am 12. Mai 2026 vom zuständigen Amtsgericht Aschaffenburg angeordnet. Zuerst war noch unklar, welche Sanierungsmaßnahmen in dem erneuten Insolvenzverfahren zum Einsatz kommen werden, nun wurde die Streichliste veröffentlicht.

In Baden-Württemberg trifft es dabei die Standorte:

  • Backnang, Grabenstraße 20
  • Baden-Baden, Gewerbepark Cité 7
  • Bühl, Hauptstraße 83
  • Friedrichshafen, Ailinger Straße 126
  • Göppingen, Bleichstraße 15-25 (Agnes Center)
  • Karlsruhe, Karl-Friedrich-Straße 26 (Ettlinger Tor)
  • Konstanz, Kanzleistraße 2-4
  • Sindelfingen, Tilsiter Straße 15
  • Stuttgart-Feuerbach, Stuttgarter Straße 90
  • Ulm, Bahnhofsstraße 10
  • Weinheim, Dürrestraße 2

Auch in Berlin, Hamburg, München, Frankfurt und Köln fallen Standorte weg. Ferner sind unter anderem Bremen, Hannover, Leipzig, Dresden, Erfurt und Bonn betroffen.

Der Einzelhandel steht wegen der schwachen Konsumstimmung und des wachsenden Onlinehandels unter Druck. Jeder sechste Händler in Deutschland fürchtet laut Ifo-Institut inzwischen um die Existenz. Im April schätzten 17,4 Prozent der Unternehmen ihre Lage als existenzbedrohend ein, ein Rekordwert.

Neben Depot meldeten auch der Non-Food-Discounter Mäc Geiz und die Baumarktkette Hellweg kürzlich Insolvenz an. Die auf Raumausstattung und Heimtextilien spezialisierte Kette Hammer schloss im Mai ihre letzten Filialen.