Atomkraft
: Pro und Contra – was spricht dafür, was spricht dagegen?

Für die einen ist es ein wirksames Mittel im Kampf gegen den Klimawandel, für die anderen eine unwirtschaftliche Gefährdung der Umwelt. Aktuelle Positionen im Überblick.
Von
David Hahn
Berlin
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Die Debatte um Atomkraft ist auch in Deutschland wieder ins Rollen gekommen. Welche Argumente werden dafür und welche dagegen gebracht? Die Positionen zusammengefasst.

Armin Weigel/dpa

Mit der Energiekrise nach dem Beginn des Krieges durch Russland in der Ukraine wurden auch die Forderungen nach Atomkraft wieder lauter. Manche Umweltaktivisten befürworten die Technologie auch vor dem Hintergrund des geringen CO₂-Ausstoßes. Dabei war Atomkraft eigentlich für lange Zeit abgewählt. Was sind die Argumente dafür und welche Argumente sprechen dagegen? Die aktuellen Positionen in Kürze zusammengefasst.

Pro: Was spricht für Atomkraft?

Die Internationale Energieagentur (IEA) misst der Kernkraft beim Klimaschutz eine Schlüsselrolle zu. Bei der Weltklimakonferenz Ende vergangenen Jahres hatten zudem rund 20 Staaten angekündigt, zum Wohle des Klimas die Energieerzeugung aus Atomkraft hochschrauben zu wollen. Bis zum Jahr 2050 sollten die Kapazitäten verdreifacht werden, hieß es in einer Erklärung, die unter anderem von Frankreich und den USA unterzeichnet wurde. Auch Kanada, Japan, Großbritannien und andere europäische Länder schlossen sich dem Pakt an. Dafür müsste die aktuelle Kapazität von gut 370 Gigawatt um etwa 740 GW ausgebaut werden. Die IEA hat jedoch darauf hingewiesen, dass die Gesamtleistung aller im Bau befindlichen und geplanten Reaktoren dazu bei Weitem nicht ausreicht.

Contra: Was spricht gegen Atomkraft?

Vor allem wegen der hohen Risiken, wie die Reaktorkatastrophen im russischen Tschernobyl und im japanischen Fukushima gezeigt haben, steht Atomkraft in der Kritik. Experten sagen zudem, dass ohne staatliche Subventionen die Kosten niemals wirtschaftlich seien. Da die Uranvorkommen auch endlich sind, erwarten Fachleute auch hier stark steigende Preise und wegen der langen Bauzeiten der Meiler sei die Technologie nicht geeignet, im Kampf gegen die Klimakrise etwas zu bewirken. Hinzu kommt die nicht gelöste Frage der Endlagerung des radioaktiven Abfalls.

(Mit Material der dpa und AFP)