Arbeitslosenquote
: Mehr Menschen im Dezember ohne Job

Steigende Arbeitslosigkeit, sinkende Nachfrage nach Arbeitskräften – im Dezember hinterlässt die Wirtschaftsflaute ihre Spuren am Arbeitsmarkt. Im Südwesten steigt die Kurzarbeit deutlich.
Von
dpa
Nürnberg, Stuttgart
Jetzt in der App anhören
Agentur für Arbeit: ARCHIV - 02.11.2022, Niedersachsen, Oldenburg: Der Schriftzug „Agentur für Arbeit“ hängt an einem Gebäude. (zu dpa: «Arbeitslosigkeit in Niedersachsen steigt im Dezember leicht») Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Die schlechte Wirtschaftslage bremst den Arbeitsmarkt in Deutschland aus.

Hauke-Christian Dittrich/dpa
  • Arbeitslosenzahl in Deutschland stieg im Dezember um 33.000 auf 2,807 Millionen; Quote bei 6%.
  • Im Vergleich zum Dezember 2023 gab es 170.000 mehr Arbeitslose.
  • Saisonbereinigt stieg die Arbeitslosigkeit um 10.000 Menschen.
  • Nachfrage nach Arbeitskräften sank, 59.000 weniger Stellen als im Vorjahr gemeldet.
  • Kurzarbeit deutlich zugenommen; im Oktober für 287.000 Beschäftigte gezahlt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die schlechte Wirtschaftslage bremst den Arbeitsmarkt in Deutschland aus. Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Dezember im Vergleich zum Vormonat November um 33.000 auf 2,807 Millionen Menschen gestiegen. Das sind 170.000 mehr als im Dezember 2023, wie die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich im Vergleich zum November um 0,1 Punkte auf 6 Prozent.

„Im Dezember beginnt die Winterpause am Arbeitsmarkt. Somit haben Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung im Dezember, wie in diesem Monat üblich, zugenommen“, sagte die Vorstandsvorsitzende Andrea Nahles in Nürnberg. Die Zahl der Arbeitslosen nimmt üblicherweise zum Jahresende zu, weil befristete Stellen auslaufen, vor Weihnachten weniger neue Arbeitsverträge geschlossen werden und in witterungsabhängigen Branchen wie dem Baugewerbe weniger zu tun ist.

Auch saisonbereinigt steigt die Arbeitslosigkeit

Doch auch saisonbereinigt nahm die Arbeitslosigkeit im Dezember zu: um 10.000 Menschen im Vergleich zum Vormonat. Die Nachfrage nach Arbeitskräften sank währenddessen spürbar. Im Dezember waren 654.000 Arbeitsstellen bei der Bundesagentur gemeldet, 59.000 weniger als vor einem Jahr.

Auch im Südwesten waren mehr Menschen ohne Job: insgesamt 273.682 – und damit 0,7 Prozent mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Punkte auf 4,3 Prozent, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Stuttgart mitteilte. Die Chefin der Regionaldirektion, Martina Musati, sagte: „Die Lage ist ernst – die Prognosen gehen auch für 2025 von einer weiter steigenden Arbeitslosigkeit aus.“ Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung seien und blieben die Verlierer am Arbeitsmarkt. Deren Arbeitslosenquote liegt laut Mitteilung im Südwesten bei 13,6 Prozent – mehr als sechsmal so hoch wie bei Menschen mit abgeschlossener Berufsausbildung.

Hoffmeister-Kraut: Herausforderungen sind tiefgreifend

Die Arbeitslosigkeit im Dezember lag auch deutlich über dem Niveau des Vorjahres. Im Dezember 2023 hatten 251.435 Menschen in Baden-Württemberg keine Beschäftigung. Die Arbeitslosenquote lag bei 4,0 Prozent. Die Agentur griff für die Statistik auf Daten zurück, die bis zum 12. Dezember vorlagen.

Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) sagte, 2024 habe gezeigt, dass die Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt tiefgreifend seien und längerfristige Lösungen erforderten. „Für 2025 ist es entscheidend, die strukturellen Schwächen anzugehen, um eine Stabilisierung zu erreichen.“ Auch in den nächsten Monaten werde der Arbeitsmarkt mit erheblichen Belastungen zu kämpfen haben. Insbesondere im Winter sei mit einem weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit zu rechnen, da saisonale Einflüsse und strukturelle Probleme zusammentreffen würden.

Doppelt so viel Kurzarbeit wie im Bundesschnitt

Seit Herbst 2023 steigt die Inanspruchnahme von Kurzarbeit bundesweit, besonders auch in Baden-Württemberg. Im September 2024 waren nach vorläufigen hochgerechneten Daten 57.754 Personen im Südwesten in Kurzarbeit. 1,2 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sind in Kurzarbeit – doppelt so viele wie im Bundesdurchschnitt, wie die Regionaldirektion mitteilte. Baden-Württemberg sei 2024 von allen Bundesländern am stärksten von Kurzarbeit betroffen gewesen. Der Großteil der Kurzarbeitenden im Land entfiel 2024 auf den Maschinenbau.

Der Verband Unternehmer Baden-Württemberg erklärte: „Das wichtige Instrument der Kurzarbeit muss deshalb in einen arbeitsmarktpolitischen Instrumentenkasten eingebettet werden, der es ermöglicht, Menschen gezielt für neue berufliche Herausforderungen zu qualifizieren und zu aktivieren.“ Die durchschnittliche Arbeitslosenquote betrug 2024 4,2 Prozent nach 3,9 Prozent im Vorjahreszeitraum. dpa