Arbeitslosigkeit
: Zahl der Arbeitslosen in Deutschland steigt auf über drei Millionen

Die Zahl der Arbeitslosen steigt im Januar saisonüblich an. In diesem Jahr wurde eine wichtige Schwelle überschritten.
Von
dpa
Nürnberg
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Die Zahl der Arbeitslosen  hat die Zahl von drei Millionen übertroffen.

Bernd Weißbrod/dpa
  • Arbeitslosigkeit steigt im Januar auf 3,085 Mio., Quote bei 6,6 Prozent.
  • Zunahme gegenüber Dezember um 177.000 und gegenüber Januar um 92.000.
  • Offene Stellen sinken auf 598.000, 34.000 weniger als vor einem Jahr.
  • 1,142 Mio. beziehen Arbeitslosengeld; 3,826 Mio. erhalten Bürgergeld.
  • Baden-Württemberg: 310.443 Arbeitslose, Quote 4,8 Prozent; mehr Weiterbildung geplant.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland hat im Januar die Schwelle von drei Millionen übertroffen. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit waren im Januar 3,085 Millionen Menschen arbeitslos gemeldet, 177.000 mehr als im Dezember 2025 und 92.000 mehr als im Januar 2025. Es ist die höchste Januar-Zahl seit 2014. Die Arbeitslosenquote stieg im Vergleich zum Vormonat um 0,4 Punkte auf 6,6 Prozent.

„Derzeit gibt es nur wenig Dynamik am Arbeitsmarkt“, sagte die Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Andrea Nahles, in Nürnberg. „Zum Jahresbeginn hat die Arbeitslosigkeit aus jahreszeitlichen Gründen deutlich zugenommen und damit auch wieder die Marke von drei Millionen überschritten.“ Zuletzt war die Zahl der Arbeitslosen im August 2025 über drei Millionen geklettert. Zuvor lag sie mehr als zehn Jahre lang darunter.

Es wird für Arbeitslose auch schwieriger, eine neue Stelle zu finden. Die Zahl der bei den Arbeitsagenturen gemeldeten offenen Stellen sank auf 598.000. Das sind 34.000 weniger als vor einem Jahr.

64.000 junge Menschen ohne Ausbildungsplatz

Im Januar erhielten der Statistik zufolge 1,142 Millionen Menschen in Deutschland Arbeitslosengeld. Dem stehen 3,826 Millionen erwerbsfähige Bürgergeldempfänger gegenüber. Diese Zahl enthält jedoch auch diejenigen, die einer Arbeit nachgehen, die aber über Bürgergeld ihre Bezüge aufstocken müssen, um existieren zu können. 

Auf dem Ausbildungsmarkt waren im Januar noch 64.000 junge Leute bei den Arbeitsagenturen ohne Lehrstelle. 23.000 hatten zwar Alternativen, wollten aber trotzdem noch weiter suchen. 41.000 hatten nach Erkenntnissen der Arbeitsagenturen überhaupt noch keine Stelle. Die tatsächliche Zahl dürfte weitaus höher liegen, weil nicht alle Bewerber sich bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz an die Arbeitsagenturen wenden.

Arbeitslosigkeit steigt zu Jahresbeginn in Baden-Württemberg

Die Lage auf dem baden-württembergischen Arbeitsmarkt bleibt zum Jahresauftakt angespannt. Im Januar stieg die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 6,7 Prozent auf 310.443, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Stuttgart mitteilte. Die Arbeitslosenquote lag bei 4,8 Prozent. Im Vormonat waren es noch 4,5 Prozent gewesen.

Die Zunahme der Arbeitslosigkeit habe überwiegend saisonale Gründe, wie zum Beispiel das Ende einer befristeten Beschäftigung zum Jahresende. Die Dynamik am Arbeitsmarkt sei zu gering, um eine Trendwende einzuleiten. Die Agentur griff für die Statistik auf Datenmaterial zurück, das bis zum 14. Januar vorlag.

Mehr Geld für Weiterbildung angekündigt

Die Geschäftsführerin Operativ der Regionaldirektion, Sabine Schultheiß, erklärte, der Arbeitsmarkt starte mit wenig Dynamik ins neue Jahr. „Beschäftigte und arbeitslose Menschen sollten die aktuelle Arbeitsmarktsituation nutzen, um in neue Kompetenzen zu investieren.“ Die Behörde wird in diesem Jahr voraussichtlich nochmals mehr in die Förderung beruflicher Weiterbildung investieren. Im letzten Jahre waren es rund 470 Millionen Euro.

Die Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) sagte, der Start ins neue Jahr sei alarmierend. „Saisonale Effekte erklären einen Teil des Anstiegs der Arbeitslosigkeit, und dieser war in gewissem Ausmaß erwartbar, dennoch erreichen wir eine Gesamtzahl an Arbeitslosen, wie wir sie seit fast 20 Jahren nicht mehr gesehen haben.“ Dieses Signal müsse man sehr ernst nehmen.