Aptamil und Milumil: Giftstoff in Babynahrung – Danone weitet Rückruf deutlich aus

In Milchpulver von Danone kann der Giftstoff Cereulid enthalten sein.
Christin Klose/dpa-mag/dpa- Danone weitet Rückruf von Aptamil und Milumil auf über 120 Chargen aus.
- Grund ist möglicher Giftstoff Cereulid; kann Durchfall und Erbrechen auslösen.
- Betroffene Produkte nicht füttern, im Geschäft zurückgeben; Preis ohne Bon erstattet.
- Prüfung der Chargen auf aptaclub.de, milupa.de und lebensmittelwarnung.de möglich.
- Efsa schlägt Richtwert für Cereulid vor; Hersteller riefen seit Anfang Januar zurück.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Lebensmittelriese Danone hat den Rückruf von Babynahrung in Deutschland wegen möglicher Verunreinigung mit dem Giftstoff Cereulid deutlich ausgeweitet. Danone rief inzwischen mehr als 120 Produktionschargen der Marken Aptamil und Milumil in Deutschland und Österreich zurück.
Dies geschehe „vor dem Hintergrund der aktualisierten Empfehlungen zum Cereulid-Schwellenwert“, erklärte das Unternehmen. „Produkte der betroffenen Produktionschargen sollen nicht weiter gefüttert und dort zurückgegeben werden, wo diese gekauft wurden“, hieß es weiter in der Mitteilung. Der Kaufpreis werde auch ohne Vorlage des Kassenbons erstattet.
Der französische Lebensmittelkonzern hatte vor einer Woche in Deutschland zunächst drei Chargen der Babynahrung Aptamil zurückgerufen. Am selben Tag wurden in Österreich vier Chargen von Aptamil zurückgerufen. Der neue Rückruf vom Donnerstag betrifft mehr als 120 Produktionschargen von Aptamil und Milumil mit verschiedenen Verpackungsgrößen und Mindesthaltbarkeitsdaten.
Durchfall und Erbrechen drohen
Eltern können auf den Internetseiten aptaclub.de und milupa.de oder auf lebensmittelwarnung.de nachprüfen, ob ein von ihnen gekauftes Produkt betroffen ist. Seit Anfang Januar haben Hersteller wie Nestlé, Danone und der französische Konzern Lactalis Babymilch in dutzenden Ländern wegen der möglichen Verunreinigung mit Cereulid zurückrufen müssen.
Es besteht der Verdacht, dass eine in China hergestellte Substanz, welche die für Säuglinge wichtige Arachidonsäure enthält, für die Verunreinigung verantwortlich sein könnte.
Cereulid ist ein Giftstoff bakteriellen Ursprungs, der Durchfall und Erbrechen verursachen kann. Die Symptome treten laut Lebensmittelwarnung.de in der Regel zwischen 30 Minuten und sechs Stunden nach dem Verzehr auf.
Die EU-Lebensmittelbehörde Efsa schlug am Montag einen Richtwert für Cereulid vor. Eine Konzentration von mehr als 0,054 Mikrogramm pro Liter in Säuglingsnahrung oder mehr als 0,1 Mikrogramm pro Liter in Folgenahrung „könnten zu einer Überschreitung der Sicherheitswerte führen“, erklärte die Behörde mit Sitz in Rom am Montag. Die Wissenschaftler schlugen für Säuglinge eine zulässige Tageshöchstdosis von 0,014 Mikrogramm Cereulid pro Kilogramm Körpergewicht vor.
