Auf der Technologie-Messe CES in Las Vegas wird über ein Unternehmen geredet, das gar nicht da ist: Apple. Der US-Computer und Handy-Hersteller bleibt der Ausstellung prinzipiell fern. Diesmal jedoch macht die Firma mit einer Botschaft auf einer Hotelwand in der Nähe des Messezentrums zumindest auf sich aufmerksam: „Was auf deinem iPhone passiert, bleibt auf deinem iPhone“, heißt es da.

Das ist zunächst eine Anspielung auf den Slogan der Amüsier-Stadt („Was in Las Vegas passiert, bleibt in Las Vegas“). Zum anderen macht sich Apple damit über Konkurrenten wie Facebook, Twitter und Google lustig, die immer wieder mit Sicherheitsproblemen zu kämpfen hatten. Der Konzern aus Cupertino hatte sich dagegen mit Bekenntnissen zum Datenschutz und einer Weigerung, das Handy eines Beschuldigten zu entschlüsseln, hervorgetan.

Vielleicht sollte die Anzeige aber auch etwas ablenken. Apple hatte jüngst mit den Folgen einer Warnung vor schlechter als erwarteten Geschäftszahlen zu kämpfen. Vor allem in China werden iPhones nicht wie erwartet verkauft.

Möglicherweise hängt mit der wirtschaftlichen Entwicklung auch eine Entscheidung von Apple zusammen. Der Anbieter macht Filme und TV-Serien erstmals auf Geräten eines anderen Herstellers verfügbar. Neue Samsung-Fernseher unterstützen die Übertragung von Inhalten vom iPhone und anderen Geräten über Apples drahtlose AirPlay-2-Technologie. Mit Samsung hatte sich Apple einen erbitterten Patentstreit geliefert. Experten zufolge könnte dieser Schritt ein Hinweis auf einen Strategiewechsel bei Apple sein. Seit einigen Wochen funktioniert der Streaming-Dienst Apple Music in den USA auch auf vernetzten Echo-Lautsprechern von Amazon.