ZDF-Fahndungssendung
: „Aktenzeichen XY“ heute: Diese Fälle werden vorgestellt

Moderator Rudi Cerne präsentiert mehrere Fälle, bei denen die Ermittlungen bislang ohne Durchbruch geblieben sind.
Von
Katrin Jokic
München
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„Aktenzeichen XY... Ungelöst“ - Moderator Rudi Cerne: HANDOUT - 30.06.2025, Bayern, München: «Aktenzeichen XY... Ungelöst»-Moderator Rudi Cerne steht im Studio und lächelt in die Kamera (undatiertes Handout). (zu dpa: ««Cold Cases»: NRW-Ermittler bei «XY... Ungelöst»») Foto: Nadine Rupp/ZDF/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

«Aktenzeichen XY... Ungelöst»-Moderator Rudi Cerne im Studio.

Nadine Rupp/ZDF/dpa

In der aktuellen Ausgabe von „Aktenzeichen XY… ungelöst“ am Mittwoch, 25. Februar 2026, stehen erneut schwere Gewaltverbrechen, ungelöste Sexualstraftaten und brutale Raubüberfälle im Mittelpunkt. Mehrere Fälle reichen Jahre zurück, andere liegen nur wenige Wochen oder Monate zurück. Die Ermittler hoffen auf Hinweise aus der Bevölkerung.

Junge Frauen im Norden vergewaltigt – Serienzusammenhang vermutet

Das Landeskriminalamt Hamburg rollt eine Serie schwerer Sexualstraftaten auf, die sich zwischen 2020 und 2024 im Raum Hamburg und Neumünster ereignet haben.

Im August 2020 drängt ein unbekannter Mann eine 19-Jährige in Hamburg-Billstedt in den Keller eines Mietshauses und nötigt sie zu sexuellen Handlungen. Im November 2021 wird eine 17-Jährige nach einer Begegnung am Bahnhof in Neumünster vergewaltigt. Im Juli 2024 greift der Täter am Bahnhof Wandsbek-Markt erneut an: Eine weitere 19-Jährige wird vergewaltigt, der Mann würgt sie dabei nahezu bewusstlos.

In allen Fällen spricht der Täter seine Opfer zunächst im öffentlichen Raum an, sucht das Gespräch und setzt sie anschließend massiv unter Druck. Er droht mit Gewalt, wenn sie sich nicht auf sexuelle Handlungen einlassen.

Die Taten weisen deutliche Parallelen auf. Trotz gesicherter DNA-Spuren und eines veröffentlichten Phantombildes ist der Mann bislang nicht identifiziert. Die Ermittler gehen von einem möglichen Serientäter aus.

Bankraub in Villingen-Schwenningen

Die Kriminalpolizei Rottweil berichtet über einen bewaffneten Raubüberfall auf eine Sparkassenfiliale in Villingen-Schwenningen.

Am 28. November 2024 betritt ein unbekannter Mann kurz vor Geschäftsschluss gegen 17.55 Uhr die Filiale in der Erlenstraße. Er tritt gezielt an eine Angestellte heran, bedroht sie mit einem Messer und fordert Bargeld. Die Tat dauert nur rund 90 Sekunden. Anschließend flüchtet der Täter mit seiner Beute in unbekannte Richtung.

Vermisster 71-Jähriger aus Düsseldorf

Seit dem 13. November 2023 wird der damals 71-jährige Pavo Medjedovic vermisst.

Gegen neun Uhr morgens verlässt er sein Haus, um nach eigenen Angaben die Batterie seines Autos zu überprüfen. Er kehrt nicht zurück. Da er auch sein Mobiltelefon nicht bei sich hat, meldet seine Familie ihn noch am selben Tag als vermisst.

Ermittlungen ergeben, dass sich der Mann zum Zeitpunkt seines Verschwindens in einer belastenden persönlichen Situation befand: Seine Krankenkasse forderte offenbar eine hohe Nachzahlung, die ihn stark unter Druck setzte.

Eine Woche später hebt ein unbekannter Mann mit Medjedovics Bankkarte an zwei Sparkassen-Filialen in Düsseldorf – auf der Berliner Allee und der Königsallee – Geld ab. Ein weiterer Versuch scheitert am Tageslimit. Ob diese Abhebungen mit dem Verschwinden des 71-Jährigen in Zusammenhang stehen, ist bislang unklar.

Mord an Seckin Caglar – ungeklärtes Verbrechen von 1991

Die Kripo Köln greift einen mehr als 30 Jahre alten Mordfall erneut auf.

Am 16. Oktober 1991 verschwindet die 16-jährige Seckin Caglar aus Köln-Poll auf dem Heimweg von ihrer Arbeitsstelle. Ihr Vater, der sie üblicherweise an einer abgelegenen Straßenbahnhaltestelle abholt, verpasst sie an diesem Tag knapp.

Am folgenden Tag wird die Leiche der Jugendlichen in der Nähe der Haltestelle gefunden. Sie wurde vergewaltigt und erdrosselt.

Nach der Tat gehen bei der Familie anonyme Briefe ein, in denen eine Frau behauptet, selbst vergewaltigt worden zu sein und den Täter zu kennen. Erst 20 Jahre später wird die Verfasserin ermittelt. Die Angaben in den Schreiben waren frei erfunden. Bis heute ist der Mord nicht aufgeklärt.

Bewaffneter Überfall in Karlsruhe – möglicher Serientäter

In Karlsruhe-Waldstadt wird in der Nacht zum 19. Juni 2024 ein Ehepaar in seinem Haus überfallen.

Mehrere Männer dringen spätabends ein, überraschen die Eheleute im Schlafzimmer, fesseln sie und zwingen sie, ihren Tresor zu öffnen. Die Täter sprechen ihre Opfer mit vollem Namen an. Sie erbeuten Bargeld in verschiedenen Währungen, Schmuck und Mobiltelefone.

Die Geschädigten berichten, der osteuropäisch klingende Akzent der Täter habe unecht gewirkt, immer wieder seien regionale Dialekte durchgeklungen. Überwachungskameras zeichnen in Tatortnähe einen dunklen Pkw mit Karlsruher Kennzeichen auf, der sich mit hoher Geschwindigkeit entfernt.

Es gibt Hinweise auf einen möglichen Zusammenhang mit einem ähnlich gelagerten Überfall am 12. September 2024 in Esslingen am Neckar.

Die Studio-Fälle

Brutaler Raub in Dreieich – Täter trennen Opfer Ohr ab

Besonders brutal ist ein Fall aus Dreieich-Dreieichenhain im Landkreis Offenbach.

In der Nacht vom 3. auf den 4. Februar 2026 dringen drei Männer in ein Einfamilienhaus ein. Sie überraschen die Bewohner im Schlaf, fesseln und misshandeln das Ehepaar, deren Tochter und die Enkelin. Die Täter fordern Bargeld und Schmuck.

Anschließend zerren sie den 70-jährigen Hausherrn in ein Nebenzimmer. Dort halten zwei Täter ihn fest, während ein dritter ihm mit einer Machete ein Ohr abtrennt. Das Motiv ist bislang unklar.

Die Täter fliehen mit einem roten Hartschalenkoffer, in dem sie ihre Beute abtransportieren. Gestohlen wurden unter anderem hochwertige Armbanduhren und auffälliger Goldschmuck. Überwachungskameras zeigen mutmaßliche Täter und ein mögliches Fluchtfahrzeug.

Falscher Paketbote überfällt Ehepaar in Magdeburg

Die Kripo Magdeburg sucht nach zwei Männern, die sich als Paketboten ausgaben.

Am 25. Oktober 2025 klingelt gegen 13 Uhr ein Mann an einem Einfamilienhaus im Stadtteil Salbke. Als der 69-jährige Bewohner öffnet, dringen er und ein Komplize ins Haus ein. Das Ehepaar wird gefesselt und mit einer Schusswaffe bedroht.

Die Täter durchsuchen das Haus, stehlen Schmuck und Bargeld und fliehen anschließend mit einem weißen Transporter. Eine Kamera an der Haustür zeichnet die Verdächtigen auf. Ermittler prüfen, ob die Männer für weitere ähnliche Überfälle verantwortlich sind.

Wie das Format funktioniert

Seit Jahrzehnten folgt „Aktenzeichen XY… Ungelöst“ demselben Prinzip: Reale, nicht aufgeklärte Kriminalfälle werden in nachgestellten Szenen präsentiert. Die Sendung richtet sich gezielt an die Öffentlichkeit. Immer wieder führen Hinweise aus der Bevölkerung zu neuen Ermittlungsansätzen – teils auch nach langer Zeit.

Sendetermin und Mediathek

Die aktuelle Ausgabe läuft am 25. Februar 2026 um 20.15 Uhr im ZDF. In der ZDF-Mediathek ist sie im Anschluss abrufbar und dort bis zum 26. März 2026 verfügbar. Während der Sendung nimmt die Polizei Hinweise telefonisch entgegen.