VfB Stuttgart: Kaputte Kamera führt zu Chaos - Elferdrama am falschen Tor

Der VfB Stuttgart musste sich gegen Bayer 04 Leverkusen im DFL-Supercup geschlagen geben.
Bernd Thissen/dpaTrotz Überzahl musste sich der Vizemeister VfB Stuttgart im DFL-Supercup nach einem dramatischen Elfmeterschießen gegen Bayer 04 Leverkusen geschlagen geben. Doch vor dem Elfmeterschießen kam es zu einem bizarren Vorfall. Statt einer fairen Seitenwahl sah sich Stuttgart gezwungen, die entscheidenden Elfmeter auf der Seite des Leverkusener Anhangs zu schießen. Grund dafür: Eine Kamera der Torlinientechnologie auf der VfB-Seite hatte den Geist aufgegeben. Laut Hoeneß wurde dies ohne Absprache entschieden, wie ihm sein Kapitän Atakan Karazor mitteilte. „Das Elfmeterschießen einfach auf der Seite der Leverkusener stattfinden zu lassen, weil eine Kamera nicht funktioniert hat – das ist für uns unverständlich und ärgerlich“, klagte Hoeneß.
Ein Sprecher der Deutschen Fußball Liga (DFL) bestätigte nach dem 3:4 im Elfmeterschießen den technischen Defekt. Für Hoeneß jedoch blieb die Entscheidung ein bitterer Beigeschmack: „Das verändert die Dynamik des Spiels. Aber jetzt können wir es nicht mehr ändern.“
D. Undav nach Niederlage: „Es kotzt mich an!“
Wirklich frustriert war Stuttgart jedoch weniger wegen der technischen Panne als wegen des abermals verpassten Triumphs gegen Leverkusen. Trotz einer furiosen Partie, in der Nationalspieler Deniz Undav die Schwaben nach seiner Einwechslung in Führung gebracht hatte, musste der VfB kurz vor Schluss den schmerzhaften Ausgleich hinnehmen. Undav machte seinem Ärger Luft: „Es kotzt mich an! Wir spielen mit einem Mann mehr und kassieren dann so ein dämliches Gegentor.“
Hoeneß ergänzte resigniert: „Wir waren so nah dran, den Pokal in die Hände zu bekommen – und dann entgleitet er uns buchstäblich in letzter Sekunde.“ Besonders aufgebracht zeigte er sich über die Reaktion eines Leverkusener Spielers nach dem Schlusspfiff, der sich offenbar über die Niederlage der Stuttgarter lustig gemacht hatte. „Ein anderer Spieler hatte das Bedürfnis, uns demonstrativ spüren zu lassen, dass wir verloren haben“, so Hoeneß. „Diese Respektlosigkeit tut weh.“
Trotzdem bleibt für Stuttgart nur eins: den Blick nach vorne richten. Doch der bittere Beigeschmack dieses Supercups bleibt jedoch haften.