True-Crime-Reihe
: „Aktenzeichen XY“: Neues Format rollt alte Fälle neu auf

Mit „XY Spuren des Verbrechens“ greift das ZDF bekannte Fälle wieder auf und liefert neue Erkenntnisse, Hintergründe und Einblicke in die Ermittlungen.
Von
Katrin Jokic
Berlin
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Helene Reiner und Fabian Puchelt vom LKA Bayern sprechen in "XY Spuren des Verbrechens" über Kriminalfälle, die in "Aktenzeichen XY… Ungelöst" vorgestellt wurden.

Helene Reiner und Fabian Puchelt vom LKA Bayern sprechen in "XY Spuren des Verbrechens" über Kriminalfälle, die in "Aktenzeichen XY… Ungelöst" vorgestellt wurden.

ZDF und Felix Janssen

Für Fans von „Aktenzeichen XY… Ungelöst“ und True Crime legt das ZDF ein neues Format nach: Mit „XY Spuren des Verbrechens“ startet am Mittwoch, 6. Mai 2026, eine sechsteilige Reihe, die bekannte Kriminalfälle neu aufrollt und gezielt dort ansetzt, wo die Live-Sendung bislang endete.

Die Sendung läuft immer mittwochs um 19.25 Uhr im ZDF. Direkt im Anschluss an die erste Ausgabe folgt „Aktenzeichen XY… Ungelöst“. Bereits ab dem Vormittag des Ausstrahlungstags ist die jeweilige Folge im Streaming verfügbar.

Bekannte Fälle mit neuen Erkenntnissen

Das Konzept ist klar: „XY Spuren des Verbrechens“ greift Fälle aus der ZDF-Fahndungssendung auf, verbindet Originalmaterial mit neuen Recherchen und ergänzt diese um aktuelle Erkenntnisse aus der Polizeiarbeit. Im Fokus stehen dabei nicht nur Tatabläufe, sondern auch Hintergründe, Motive und gesellschaftliche Zusammenhänge.

Moderiert wird die Reihe von der Journalistin Helene Reiner. Sie spricht mit Betroffenen, Angehörigen und Experten, und stellt gezielt die Fragen, die nach der ursprünglichen Ausstrahlung offen geblieben sind.

Ein fester Bestandteil ist zudem Fabian Puchelt vom Landeskriminalamt Bayern, der bereits aus „Aktenzeichen XY… Ungelöst“ bekannt ist. Er ordnet die Fälle aus polizeilicher Sicht ein und erklärt Ermittlungsansätze sowie Abläufe innerhalb der Behörden.

Auftaktfolge: Vermisstenfälle und ihre Folgen

Die erste Folge trägt den Titel „Vermisst“ und widmet sich einer der belastendsten Situationen für Angehörige: dem spurlosen Verschwinden eines Menschen.

Unter anderem wird ein Fall aus Hamburg aufgegriffen: 1999 verschwindet ein zehnjähriges Mädchen auf dem Heimweg – bis heute ungeklärt. Die Sendung beleuchtet nicht nur die damaligen Ermittlungen, sondern auch die langfristigen Auswirkungen auf die Familie.

Gleichzeitig wird erklärt, welche Mechanismen greifen, wenn Personen als vermisst gemeldet werden, insbesondere bei Kindern.

Fokus auf die Menschen hinter den Fällen

Ein zentrales Element der Reihe ist der Perspektivwechsel: Neben den Ermittlungen stehen vor allem die Betroffenen im Mittelpunkt. Wie lebt man mit Ungewissheit? Welche Rolle spielen Schuldgefühle? Und wie verändert ein ungeklärtes Verbrechen das Leben der Angehörigen?

Damit unterscheidet sich das Format deutlich von der klassischen Fahndungssendung. Es geht weniger um Hinweise in Echtzeit, sondern um Aufarbeitung, Einordnung und Verständnis.

Neue Darstellung durch Animationen

Um Entwicklungen sichtbar zu machen, die bisher nicht Teil der TV-Berichterstattung waren, setzt das ZDF auf visuelle Ergänzungen: sogenannte Graphic Novels. Diese animierten Sequenzen greifen neue Details und mögliche Abläufe auf und machen sie nachvollziehbar.

Sendetermine im Überblick

Erstausstrahlung:

  • Mittwoch, 6. Mai 2026, 19:25 Uhr (ZDF)

Wiederholungen:

  • 7. Mai 2026, 00:40 Uhr (ZDFneo)
  • 16. Mai 2026, 00:30 Uhr (ZDF)
  • 5. Juni 2026, 18:45 Uhr (ZDFinfo)

Ergänzung für Aktenzeichen-XY-Fans

Mit „XY Spuren des Verbrechens“ erweitert das ZDF sein True-Crime-Angebot konsequent: Statt neuer Fälle stehen bekannte, ungelöste Verbrechen im Mittelpunkt, ergänzt durch neue Erkenntnisse und persönliche Perspektiven.

Für Zuschauer, die „Aktenzeichen XY… Ungelöst“ regelmäßig verfolgen, ist das Format eine naheliegende Ergänzung. Wer tiefer in einzelne Fälle eintauchen will, bekommt hier deutlich mehr Kontext und vor allem Antworten auf Fragen, die lange offen geblieben sind.