Transrechte-Streit
: J.K. Rowling schießt scharf gegen Potter-Stars

Nach einem offenen Brief zur Unterstützung von Transrechten meldet sich J.K. Rowling mit scharfer Kritik an Harry-Potter-Stars zu Wort.
Von
Judith Müller
London
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Autorin J K Rowling schießt auf X gegen Harry-Potter-Stars, die einen Brief für Transrechte unterzeichnet haben.

Autorin J K Rowling schießt auf X gegen Harry-Potter-Stars, die einen Brief für Transrechte unterzeichnet haben.

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Erfolgsautorin J.K. Rowling (59) hat sich erneut in der Debatte um Transrechte zu Wort gemeldet – und diesmal mit direkter Kritik an mehreren Schauspielern aus dem Harry-Potter-Universum. Der Auslöser: Ein offener Brief, in dem sich Stars wie Eddie Redmayne, Katie Leung und Paapa Essiedu solidarisch mit der Trans-Community zeigen. Rowling reagierte auf X (ehemals Twitter) mit scharfen Worten und stellt die Beweggründe der Unterzeichner öffentlich infrage.

Mit vielen Kollegen hat der Schauspieler Eddie Redmayne einen Brief für Transrechte unterzeichnet.

Mit vielen Kollegen hat der Schauspieler Eddie Redmayne einen Brief für Transrechte unterzeichnet.

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Solidaritätsbrief nach Urteil des britischen Supreme Court

Hintergrund des Briefes ist ein aktuelles Urteil des Obersten Gerichtshofs Großbritanniens, wonach Transfrauen rechtlich nicht als Frauen anerkannt werden müssen. In dem offenen Schreiben kritisieren zahlreiche Künstler diese Entscheidung und betonen ihre Unterstützung für die Rechte von Transpersonen.

Rowling: Zweifel an Aufrichtigkeit und „Karriereangst“

In mehreren Posts auf X zeigte sich Rowling empört über den Brief. Sie schrieb: „Ich frage mich oft, ob die Unterzeichner solcher Briefe ihr Gewissen beruhigen müssen.“

Und weiter: „Niemand bei Verstand glaubt, dass Menschen ihr biologisches Geschlecht ändern können.“

Sie bezeichnete den Brief als „elitäres Abzeichen der Tugend“ und warf den Unterzeichnern vor, eine Lüge zu unterstützen. Rowling kritisierte, dass sich viele Prominente angeblich nur deshalb öffentlich positionieren, weil sie sich einem gesellschaftlichen oder beruflichen Druck beugen müssten.

Die Schauspieler Rupert Grint (vorn, l-r), Daniel Radcliffe und Emma Watson und die Autorin J. K. Rowling bei der Weltpremiere des ersten Harry-Potter-Films „Harry Potter und der Stein der Weisen“.

Die Schauspieler Rupert Grint (vorn, l-r), Daniel Radcliffe und Emma Watson und die Autorin J. K. Rowling bei der Weltpremiere des ersten Harry-Potter-Films „Harry Potter und der Stein der Weisen“.

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Wachsende Entfremdung von Harry-Potter-Stars

Die Kontroverse reiht sich ein in eine länger andauernde Auseinandersetzung zwischen Rowling und ehemaligen Schauspielern der Harry-Potter-Filme. So hatte sich beispielsweise Eddie Redmayne bereits 2020 öffentlich von Rowlings Äußerungen distanziert. Auch Daniel Radcliffe, Emma Watson und Rupert Grint haben sich in der Vergangenheit für Transrechte ausgesprochen – was viele als Kontrast zur Haltung der Autorin sehen.