Teletext auf dem Rückzug: Mehrere Sender schränken Angebot zum Jahreswechsel ein

Wer im ZDF, bei Prosieben oder bei Sat.1 dieser Tage den Teletext besucht, wird feststellen, dass das Angebot deutlich schmaler ist.
picture alliance / dpa- Teletext wird eingeschränkt: ZDF und ProSiebenSat.1 reduzieren ihr Angebot.
- ProSiebenSat.1 sendet nur noch Programmhinweise, keine Nachrichten oder Sportinfos mehr.
- ZDF streicht Sport- und Finanzseiten, investiert in digitale Angebote.
- Teletext-Nutzerzahlen sinken, Fokus der Sender liegt auf digitalen Plattformen.
- Zukunft des Teletexts bleibt ungewiss, Kultstatus bleibt aber bestehen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Teletext, einst das Nonplusultra der schnellen Informationen, gerät immer mehr ins Abseits. Zum Jahreswechsel haben sowohl das ZDF als auch die ProSiebenSat.1-Gruppe ihr Angebot deutlich eingeschränkt. Doch was bedeutet das für die Zukunft dieses Kult-Mediums, das vor über 40 Jahren begann? Hier erfahrt ihr, welche Seiten betroffen sind und ob der Teletext überhaupt noch eine Zukunft hat.
Welche Seiten sind betroffen?
ProSiebenSat.1: Nur noch Programmhinweise
Das Teletext-Angebot der ProSiebenSat.1-Gruppe wurde drastisch reduziert. Seit Januar gibt es hier nur noch Informationen zum Fernsehprogramm. Nachrichten, Sport-Infos oder andere Services sucht ihr vergeblich.
Stattdessen wird auf der Startseite prominent das Streamingangebot Joyn beworben. Hinweise auf News oder Sportergebnisse verweisen euch jetzt auf externe Webseiten wie ran.de oder Joyn. Selbst die hauseigene Teletext-App, die noch vor kurzem im Einsatz war, wurde abgeschafft.
Ein Sendersprecher erklärte gegenüber DWDL.de: „Sat.1 und ProSieben bieten den Zuschauern im Videotext das, was sie dort in den vergangenen Jahren nahezu ausschließlich gesucht haben: Informationen zum Fernsehprogramm.“ Stellen wurden dabei nicht gestrichen, doch man setzt nun voll auf digitale Alternativen.
ZDF: Sport- und Finanzseiten fallen weg
Auch beim ZDF wurde der Rotstift angesetzt. Zum Jahresbeginn wurden zahlreiche Seiten aus dem Teletext-Angebot gestrichen:
- Keine Sportnachrichten mehr, sondern nur noch Ergebnisse.
- Börsenseiten sowie Infos zu Badeseen, Flusspegelständen und Flughäfen entfallen komplett.
- Die Wetterseiten wurden verschlankt und modernisiert.
Laut ZDF bleiben jedoch einige wichtige Services erhalten, darunter Untertitelung, Nachrichten aus Politik und Wirtschaft, Programminformationen sowie Gewinnzahlen. Die eingesparten Ressourcen sollen in Social-Media- und Digital-Angebote investiert werden, um auf die veränderten Nutzungsgewohnheiten zu reagieren.
Hat der Teletext noch eine Zukunft?
Der Teletext hat über 40 Jahre auf dem Buckel und galt in den frühen 2000er Jahren mit über 40 Millionen Nutzer:innen als echter Erfolg. Doch diese Zeiten sind vorbei. Trotz seiner einfachen und schnellen Verfügbarkeit schrumpfen die Nutzerzahlen stetig.
Heute greifen noch rund zehn Millionen Menschen regelmäßig auf Teletext-Angebote zu – deutlich weniger als in der Hochphase.
Die aktuellen Einschränkungen sind ein klares Zeichen: Der Fokus der Sender liegt auf digitalen Angeboten wie Social Media, Streaming-Plattformen und Webseiten. Zwar halten ARD und ZDF weiterhin an ihren Teletext-Seiten fest, doch auch hier wird gespart.
Ob der Teletext überleben kann, bleibt fraglich. Seine Kultstatus wird ihm sicherlich noch eine Weile treue Fans bescheren. Doch die Zeichen stehen auf Abschied: Langfristig scheint das Medium eher ein Relikt der Vergangenheit als ein integraler Bestandteil der Zukunft zu sein.
Was bedeutet das für die Zuschauer?
Falls ihr bisher den Teletext genutzt habt, um schnell an Nachrichten oder Sportergebnisse zu kommen, werdet ihr euch umstellen müssen. Viele Inhalte sind nur noch online verfügbar. Die Sender setzen darauf, dass ihr statt auf die bekannten Seiten 100 oder 200 lieber auf ihre digitalen Plattformen wechselt. Besonders bei ProSiebenSat.1 wird der Wechsel aggressiv beworben, wie die Hinweise auf Joyn und ran.de zeigen.
Doch ein Vorteil bleibt: Programminformationen und Untertitel sind nach wie vor über den Teletext erreichbar. Damit könnt ihr zumindest für die TV-Planung weiterhin auf das Kult-Medium setzen. Aber wie lange noch? Die Zukunft wird zeigen, ob der Teletext in der digitalen Welt einen Platz behalten kann.
