Technik-Panne bei WWM: „Da werden nach der Sendung Köpfe rollen“

Günther Jauch bei „Wer wird Millionär?“. (Archivbild)
RTL / Stefan GregorowiusEigentlich soll es bei „Wer wird Millionär?“ gerade um die nächste Gewinnstufe gehen. Doch plötzlich meldet sich ein Zuschauer aus dem Publikum: Sein Abstimmungsgerät funktioniert offenbar nicht. Günther Jauch nimmt die Sache kurzerhand selbst in die Hand – und macht aus der Technik-Panne eine kleine Show in der Show.
Bei „Wer wird Millionär?“ entscheidet manchmal eine einzige Stimme über mehrere Tausend Euro. Umso auffälliger ist ein Zwischenfall in der RTL-Ausgabe vom 14. September um 20.15 Uhr.
Kandidat Michael Polit hat bei der 4.000-Euro-Frage den Publikumsjoker bemüht. Die Zuschauer helfen ihm zur richtigen Antwort – eigentlich kann es danach direkt mit der nächsten Frage weitergehen.
Doch dazu kommt es zunächst nicht.
Hinter Günther Jauch meldet sich plötzlich ein Zuschauer zu Wort. Für die Menschen vor den Fernsehbildschirmen ist zunächst kaum zu verstehen, worum es geht. Jauch greift sich ein Mikrofon und macht sich auf den Weg in die Zuschauerränge.
„Ein technischer Defekt – Ihre Stimme wurde nicht berücksichtigt?“, fasst der Moderator das Problem bereits unterwegs zusammen.
Zuschauer wundert sich über sein Abstimmungsgerät
Der Zuschauer erklärt Jauch, dass an seinem Gerät während der Abstimmung offenbar nichts aufgeleuchtet habe. Seine Vermutung: Seine Stimme beim Publikumsjoker sei gar nicht registriert worden.
Und er bleibt nicht allein.
Nur wenige Reihen weiter hinten meldet sich ein weiterer Zuschauer. Auch dessen Abstimmung schien möglicherweise nicht gezählt worden zu sein.
Spätestens jetzt ist klar: Aus einer kurzen Wortmeldung entwickelt sich eine ungeplante Technik-Einlage.
Jauch wäre allerdings nicht Jauch, wenn er daraus nicht sofort einen Gag machen würde.
„Es ist so … unter dem Sitz sind so Leitungen drin, die messen den IQ“, erklärt er trocken.
Die Pointe: Offenbar würden nur die Stimmen der besonders intelligenten Zuschauer berücksichtigt. Im Studio sorgt das für Gelächter – auch der betroffene Zuschauer nimmt den Seitenhieb offenbar mit Humor.
Jauch schickt die Technik auf Fehlersuche
Anschließend wendet sich der Moderator an die Mitarbeitenden hinter den Kulissen, die er bei „Wer wird Millionär?“ gerne im ominösen „Keller“ verortet. Dort solle geprüft werden, ob tatsächlich zwei Abstimmungsgeräte ausgefallen sind.
Jauchs vorläufiges Fazit fällt drastisch aus: „Da werden nach der Sendung, hinter den Kulissen, Köpfe rollen.“
Natürlich mit einem Augenzwinkern.
Drei neue Geräte für zwei Zuschauer
Kurz darauf erscheint tatsächlich eine Mitarbeiterin mit Ersatz. Allerdings nicht mit zwei, sondern gleich mit drei Geräten.
Auch das bleibt nicht unkommentiert. „Drei Geräte für zwei Leute? Das ist jetzt wieder zu gut gemeint“, stellt Jauch fest.
Und weil die Panne inzwischen ohnehin zur eigenen kleinen Unterhaltungsshow geworden ist, will der Moderator gleich noch wissen, ob die Zuschauer ihre defekten Exemplare als Erinnerung mit nach Hause nehmen dürfen.
Die Antwort der Mitarbeiterin: nein.
Beim Austausch folgt dann die nächste Überraschung. Die alten Geräte sind mit einem Kabel am Sitz befestigt, die neuen dagegen nicht.
„Geht das über Funk?“, fragt Jauch Richtung Regie.
Die Antwort aus dem Hintergrund sorgt prompt für das nächste Gelächter: „Die Strippe ist ein Diebstahlschutz!“
„Technische Defekte nach 27 Jahren machen die Sendung preiswert“
Nachdem die Zuschauer schließlich mit funktionierenden Geräten ausgestattet sind, kehrt Jauch zu seinem Kandidaten zurück – allerdings nicht, ohne die ungeplante Unterbrechung noch einmal auszukosten.
„Wissen Sie, solche technischen Defekte nach 27 Jahren machen die Sendung preiswert“, erklärt er. „Wir gewinnen Zeit und machen direkt schon mal drei Werbeinseln und es ist noch kein Geld verlorengegangen.“
Kandidat Michael Polit zeigt sich von Jauchs improvisiertem Einsatz beeindruckt und bezeichnet den Moderator angesichts seines technischen Supports als „Allzweckwaffe“.
Jauch selbst sieht seine Fähigkeiten offenbar etwas nüchterner. „Sicheres Auftreten bei völliger Ahnungslosigkeit“, kommentiert er.
Dann ist die Technik-Panne endgültig überstanden – und „Wer wird Millionär?“ kann sich wieder dem widmen, worum es eigentlich gehen sollte: der nächsten Frage.
Für Michael Polit geht es mit der 8.000-Euro-Stufe weiter. Wie viel Geld der Kandidat am Ende mit nach Hause nimmt, sehen die Zuschauer heute Abend, am 14. September, ab 20:15 Uhr bei RTL.


