Tatort heute: Lohnt sich der Krimi aus Franken?

Am 23. August 2026 läuft der „Tatort: Trotzdem“ aus Franken im Ersten.
BR/Hager Moss Film GmbH/Bernd SchullerDer Sonntagskrimi im Ersten befindet sich immer noch in der Sommerpause. Die ARD-Zuschauerinnen und -Zuschauer müssen sich daher weiterhin mit Wiederholungen begnügen. Am 23. August 2026 steht mit dem „Tatort: Trotzdem“ ein Fall aus Nürnberg an. Darin ermittelt Dagmar Manzel ein letztes Mal als Kommissarin Ringelhahn an der Seite von Voss und Goldwasser.
Lohnt sich das Einschalten beim Franken-Krimi? Worum geht es genau und welche Darstellenden sind im Cast? Das verraten wir euch hier.
Darum geht es im „Tatort: Trotzdem“
Der Krimi beginnt mit dem Suizid eines Strafgefangenen: Der allseits beliebte Lenni hat sich im Gefängnis das Leben genommen, vermutlich, weil er vor drei Jahren zu Unrecht wegen des Mordes an einer jungen Frau verurteilt wurde.
Paula Ringelhahn, Felix Voss und all die anderen Kollegen im Nürnberger Polizeipräsidium rollen den alten Fall nochmals auf und vernehmen Zeugen und Tatverdächtige von damals. Doch nicht nur die Mordkommission, sondern auch Lennis Schwestern Maria und Lisa Kranz, die immer an die Unschuld ihres Bruders geglaubt haben, treten in Aktion: Sie knöpfen sich einen aus einer schwerreichen Unternehmerfamilie stammenden jungen Mann vor, den sie für den Mörder halten, und stoßen ihn nach einem Wortwechsel vom Balkon seines Appartements in den Tod.
Die Eltern und Brüder des Getöteten versinken in tiefe Trauer, werden aber schon bald ihrerseits aktiv: Patriarch Karl Dellmann weiß, dass die beiden Schwestern für den Tod seines Sohnes verantwortlich sind, und entschließt sich zur Selbstjustiz. Er setzt einen Finsterling auf die Geschwister Kranz an, die wiederum von dem windigen Maik, Chef einer Sicherheitsfirma, beschützt werden.
Schon bald überschlagen sich die hochdramatischen Ereignisse, denen Ringelhahn und Voss kaum folgen können, und es gibt weitere Tote in diesem „Tatort“ aus Franken, der ganz offensichtlich von wuchtigen antiken Familientragödien wie der „Orestie“ oder „Antigone“ inspiriert ist.

Im neuen Franken-„Tatort“ geht es für Paula Ringelhahn (Dagmar Manzel) in den Ruhestand.
BR/Hager Moss Film GmbH/Bernd SchullerWie ist die Kritik zum „Tatort: Trotzdem“?
Zum Abschied hat die ARD Dagmar Manzel einen überladenen Krimi spendiert, der wie eine bleischwere antike Tragödie anmutet und vor Pathos nur so trieft.
Die von Manzel gespielte Kommissarin verabschiedet sich von ihren Kollegen im Nürnberger Polizeikommissariat mit einem Ständchen und lässt einen tieftraurigen Kollegen zurück: Felix Voss kann es nicht fassen, dass seine Mitstreiterin in den Ruhestand geht, und gesteht ihr, dass er sie bei ihrer ersten Begegnung so gar nicht mochte. Dann aber habe er sich von ihrer ganz speziellen Technik, mit der Zunge zu schnalzen, verzaubern lassen, sagt Voss.
Ein merkwürdiges Detail in einem Sonntagskrimi mit vielen Verwicklungen und zahlreichen Toten, der mit ganz dickem Pinsel zwei miteinander verwobene Familientragödien aufträgt und dabei vor theatralischen und zuweilen auch kitschigen Szenen keineswegs zurückschreckt.
Der von Max Färberböck und Danny Rosness inszenierte Krimi „Tatort: Trotzdem“ hat vor allem dank Dagmar Manzel auch ein paar lichte Momente, kann unter dem Strich aber nicht überzeugen.
Das bringt dem Krimi aus Franken nur zwei von vier Pistolen ein: Eher was für echte Fans.
Das ist die Besetzung im „Tatort: Trotzdem“
Neben den Hauptdarstellenden sind in diesem Krimi auch wieder verschiedene Episodenrollen zu sehen. Wer im Cast ist, seht ihr in der Besetzungsliste:
- Dagmar Manzel als Paula Ringelhahn
- Fabian Hinrichs als Felix Voss
- Eli Wasserscheid als Wanda Goldwasser
- Stefan Merki als Dr. Kaiser
- Maja Beckmann als Anja
- Lisa Sophie Kusz als Esmeralda Schmuck
- Fritz Karl als Karl Dellmann
- Ursina Lardi als Katja Dellmann
- Justus Johanssen als Stephan Dellmann
- Ben Münchow als Ben Dellmann
- Julius Gruner als Tim Dellmann
- Anne Haug als Maria Kranz
- Mercedes Müller als Lisa Kranz
- Florian Karlheim als Maik
- Gerhard Liebmann als Hans Drescher
„Tatort“: Sendetermine und Mediathek
Der Krimi lief erstmals im Oktober 2024. Die aktuellen Sendetermine seht ihr hier:
- Sonntag, 23. August 2026, um 20:15 Uhr im Ersten
- Dienstag, 25. August 2026, um 00:10 Uhr im Ersten
In der ARD-Mediathek ist der „Tatort“ im Livestream zu verfolgen. Dort steht er nach der Ausstrahlung für gewöhnlich auch noch ein bis sechs Monate lang kostenlos als Wiederholung zur Verfügung.