„Tatort“-Kritik für Sonntag
: Wie wird der erste Franken-Krimi mit neuer Kommissarin?

Am Sonntag, 25. Oktober 2026, gibt Rosalie Thomass im „Tatort: Gottesgarten“ ihr Debüt als neue Kommissarin in Nürnberg. Hier erfahrt ihr schon jetzt, ob sich das Einschalten lohnt.
Von
Daniela Westermayer,
Martin Weber
Nürnberg
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Am 25. Oktober 2026 ermittelt Felix Voss (Fabian Hinrichs) mit seiner neuen Kollegin Emmy Rathgeber (Rosalie Thomass, M.) im „Tatort: Gottesgarten“.

Am 25. Oktober 2026 ermittelt Emmy Rathgeber (Rosalie Thomass, M.) erstmals an der Seite von Felix Voss (Fabian Hinrichs) im „Tatort: Gottesgarten“.

BR/Hendrik Heiden

Gerade erst feierte ein neues Ermittler-Team Premiere in Kiel, schon geht es mit einem weiteren Neuzugang beim Sonntagskrimi weiter: Am 25. Oktober 2026 gibt Rosalie Thomass als Emmy Rathgeber im „Tatort: Gottesgarten“ ihr Debüt als neue Kollegin von Felix Voss, gespielt von Fabian Hinrichs.

Hier erfahrt ihr schon jetzt, ob sich das Einschalten lohnt und worum es geht.

Erster Franken-„Tatort“ mit Rosalie Thomass

Sie kommt aus München, ermittelt künftig in Nürnberg und stellt sich den neuen Kollegen mit einem vielbeklatschten Vers vor: „Man soll Gott für alles danken, besonders auch für Franken“, sagt Emmy Rathgeber zu Beginn des neuen „Tatorts“ aus der Dürerstadt.

Neun Jahre war dort Paula Ringelhahn auf Mörderjagd, gespielt von Großmimin Dagmar Manzel. Kein leichtes Erbe also für die 39-jährige Rosalie Thomass, die ihre Sache bei der Premiere aber gut macht. Die Schauspielerin gibt eine lebhafte, herzliche und selbstbewusste Kommissarin, die auch einen Weg zu ihrem zugeknöpften Kollegen Felix Voss findet.

Gut, dass Drehbuchautor Constantin Lieb und Regisseur Dustin Loose auf die miese Stimmung verzichtet haben, die normalerweise beim ersten Zusammentreffen zweier TV-Kommissare herrscht, ein mittlerweile arg abgedroschenes Muster. In ihrem ersten Fall müssen die beiden, unterstützt von Kollegin Wanda Goldwasser (Eli Wasserscheid) den Mord an einem Travestiekünstler klären, der sich prostituiert hat.

Darum geht es im „Tatort: Gottesgarten“

Kaum ist Emmy Rathgeber im Nürnberger Polizeipräsidium gelandet, gibt es auch schon „einen Leichenfund“, wie es auf Kriminaldeutsch heißt, und sie und Felix Voss müssen ausrücken. In einer Absteige für Prostituierte ist der Travestiekünstler Elias Schaller (Moritz Bock) mit durchgeschnittener Kehle gefunden worden. War der Täter ein Freier?

Eine Überwachungskamera zeigt einen finsteren Typen mit Kapuze, der zur Tatzeit bei Schaller war und der auch schon bald in dem idyllischen fränkischen Dorf auftaucht, aus dem das Mordopfer stammte. Dessen strenger Vater (Horst Kummeth) hatte sich schon längst von seinem Sohn abgewandt, die liebende Mutter (Jule Gartzke) brachte dagegen mehr Verständnis für den jungen Mann auf, der bereits als Kind gern Mädchenkleider anzog.

Während sich das neue Ermittlerduo in die Arbeit stürzt, machen sich Elias Schallers alte Jugendfreunde Toni Steeg (Leonard Scheicher) und Marcel Dahlmann (Anselm Bresgott) ebenfalls auf die Suche nach dem Mörder – sie wollen ihren alten Kumpel rächen und kommen dabei auch an einer Tankstelle mit unglaublichen Spritpreisen vorbei: 1,56 Euro für Diesel und 1,73 Euro für Super Plus.

Kein Wunder, die Dreharbeiten fanden im Sommer 2025 statt, als es noch so etwas wie annehmbare Benzinpreise in Deutschland gab.

So ist die Kritik zum „Tatort: Gottesgarten“

Der Sonntagskrimi „Tatort: Gottesgarten“ ist spannend und nimmt sich angemessen viel Zeit für die Einführung der sympathischen neuen Kommissarin, die eine Bereicherung für die Krimireihe ist und gut zum leicht schrulligen Kollegen Voss passt.

Stellenweise ist der Film aber arg brutal geraten. Außerdem stören die vielen Rückblenden etwas, die die Zuschauenden in die Jugend des Mordopfers und zweier seiner Freunde zurückversetzen und den Fluss der Handlung zuweilen schroff unterbrechen.

Das bringt dem Sonntagskrimi insgesamt drei von vier Pistolen ein: Kann man nichts falsch machen.

Der „Tatort: Gottesgarten“ läuft am Sonntag, 25. Oktober 2026, um 20:15 Uhr im Ersten. In der ARD-Mediathek steht er bereits ab Freitag zum Abruf bereit.