„Tatort“-Kritik für Sonntag
: Lohnt sich der Krimi aus Zürich?

Am Sonntag, 8. November 2026, läuft mit dem „Tatort: Frei wie ein Adler“ ein neuer Krimi aus der Schweiz im Ersten. Hier erfahrt ihr schon jetzt, ob sich das Einschalten lohnt.
Von
Daniela Westermayer,
Martin Weber
Zürich
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Im „Tatort: Frei wie ein Adler“ steht die ungewöhnliche Freunschaft von Simon Bärfuss (Ronald Zehrfeld, l.) und Jacob Göldi (Benjamin Raue) im Fokus.

Im „Tatort: Frei wie ein Adler“ steht die ungewöhnliche Freunschaft von Simon Bärfuss (Ronald Zehrfeld, l.) und Jacob Göldi (Benjamin Raue) im Fokus.

SRG SSR/Pascal Mora

Im Sonntagskrimi nimmt das Erste seine Zuschauerinnen und Zuschauer mal wieder mit in die Schweiz: Am 8. November 2026 läuft der „Tatort: Frei wie ein Adler“ aus Zürich. Darin stehen nach einem Mord ein junger Mann mit Down-Syndrom und ein ehemaliger Rockerboss im Zentrum der Ermittlungen der Kommissarinnen Isabelle Grandjean (Anna Pieri Zuercher) und Tessa Ott (Carol Schuler).

Darum geht es im „Tatort: Frei wie ein Adler“

Groß, bullig und gefährlich: In der Clan-Serie „4 Blocks“ lieferte Ronald Zehrfeld als völlig enthemmter Rockerboss eine überzeugende Vorstellung ab. Auch im neuen „Tatort: Frei wie ein Adler“ aus Zürich mimt der hünenhafte Berliner den gewalttätigen Chef eines Motorradclubs, der aber seine weiche Seite offenbart, als er sich mit einem jungen Mann mit Down-Syndrom anfreundet.

Der Fall aus dem mit schönen Bildern in Szene gesetzten Zürich startet ganz klassisch: Ein Mann kommt nach Jahren aus dem Gefängnis, und das bedeutet im Fernsehkrimi immer, dass Ärger bevorsteht. So ist es auch diesmal, denn am Morgen nach der Haftentlassung von Simon Bärfuss (Ronald Zehrfeld) ist seine Frau Sophia tot – sie wurde in ihrer Wohnung mit einem Fleischhammer erschlagen.

Natürlich richtet sich ein erster Verdacht der beiden Kommissarinnen Isabelle Grandjean (Anna Pieri Zuercher) und Tessa Ott (Carol Schuler) gegen den vierschrötigen Simon Bärfuss, der allerdings ein Alibi hat. Als er bei seiner Befragung aber auf eine der Ermittlerinnen losgeht, kommt er doch in Untersuchungshaft. Dort beruhigt sich der bullige Typ schnell wieder, denn er will unbedingt seine Tochter Nadja (Stella Alraun) sprechen, die nach dem Mord an ihrer Mutter zur Halbwaise geworden ist.

Die beiden Kommissarinnen und der lustig-schrullige Kriminaltechniker Noah Löwenherz (Aaron Arens) ermitteln in dem spannenden Fall aber nicht nur gegen Rockerboss Bärfuss, sondern auch gegen Jacob (Benjamin Raue), einen jungen Mann mit Down-Syndrom, der in einer Wohngemeinschaft lebt und in der Wäscherei der Ermordeten gearbeitet hat.

Jacob sprüht vor Lebensfreude, bewundert den starken Bärfuss und ist charmant, verliert in Konfliktsituationen aber schnell die Nerven. Der junge Mann ist völlig ausgerastet, als ihm seine Chefin kurz vor ihrer Ermordung mitgeteilt hat, dass sie Zürich verlassen und deshalb die Wäscherei aufgeben will. Hat er sie kurz darauf umgebracht?

Als zwei Rocker in der Schule von Simon Bärfuss’ Tochter Nadja auftauchen, um sie zu entführen, nimmt der passable Schweiz-Krimi bis zum überraschenden Finale an Fahrt auf.

Wie ist die Kritik zum „Tatort: Frei wie ein Adler“?

Die ungewöhnliche Freundschaft zwischen Simon und Jacob ist der emotionale Kern des Sonntagskrimis „Tatort: Frei wie ein Adler“ und dürfte wohl keinen Zuschauenden kaltlassen. Doch auch als Krimi funktioniert der von Regisseur Christian Theede routiniert inszenierte Film aus der Schweizer Metropole ganz gut – kein überragender Beitrag zur Reihe, aber einer, den man sich angucken kann und der mit einer dicken Überraschung zum Finale aufwartet.

Neben bekannten Schauspielern wie Zehrfeld oder Roeland Wiesnekker, der ebenfalls einen Rocker spielt, sind auch einige Darsteller mit Down-Syndrom zu sehen, die ihren Job vor der Kamera durchweg gut erledigen – allen voran die 23-jährige Juliane Siebecke als Paula.

Das bringt dem „Tatort“ insgesamt drei von vier Pistolen ein: Kann man nichts falsch machen.

„Tatort“: Sendetermine und Mediathek

Der Krimi läuft zum ersten Mal im Free-TV. Alle aktuellen Sendetermine findet ihr hier:

  • Sonntag, 8. November 2026, um 20:15 Uhr
  • Dienstag, 10. November 2026, um 00:30 Uhr

In der ARD-Mediathek könnt ihr den „Tatort“ im Livestream verfolgen. Seit dieser Saison stehen die neuen Sonntagskrimis sogar immer schon ab freitags online zur Verfügung. Dort könnt ihr sie in der Regel bis zu sechs Monate kostenlos streamen.