Am Sonntag, 21.11.2021, lief der „Tatort: Murot und das Prinzip Hoffnung“ um 20:15 Uhr im Ersten.
  • Die Handlung und Kritik zum Krimi aus Frankfurt am Main.
  • Darsteller, Mediathek und Sendetermine des Sonntagskrimis im Überblick.
Im neuen schrägen „Tatort“ aus Frankfurt mit Ulrich Tukur ging es um einen Mord an einem obdachlosen Philosophen und LKA-Ermittler Felix Murot bot sich selber als nächstes Mordopfer an.

„Tatort: Murot und das Prinzip Hoffnung“: Der Krimi aus Frankfurt

Die Filme mit dem hessischen LKA-Ermittler Felix Murot sind immer etwas ganz Besonderes, und davon macht auch dieser Fall keine Ausnahme: Im Zentrum des starken Sonntagskrimis „Tatort: Murot und das Prinzip Hoffnung“, dessen Titel sich auf das Hauptwerk von Ernst Bloch bezieht, steht die Ermordung eines ehemaligen Philosophieprofessors, der zum Obdachlosen wurde und eines Morgens erschossen unter einer Brücke in Frankfurt gefunden wird.
Jochen Muthesius ist bereits das dritte Opfer, das mit einer alten Parabellum-Pistole per Genickschuss getötet wurde, und das alles deutet auf einen wahnsinnigen Serienmörder hin. Murot, der einst bei Muthesius studierte und die Familie des Ermordeten gut kannte, muss im Laufe des turbulenten Krimis begreifen, dass die Mordserie auch etwas mit ihm persönlich zu tun hat, so dass er den oder die Täter an einem entscheidenden Punkt der Ermittlungen auffordert, ihn als nächstes Opfer auszuwählen.

„Tatort: Murot und das Prinzip Hoffnung“: Handlung

„Töten Sie mich. Ich werde auf jeden Schutz verzichten“, ist der dramatische, aber durchaus kalkulierte Appell, den Murot nach komplizierten Ermittlungen an den Killer richtet und mit dem dieser „Tatort“ als Vorgriff auf die kommenden Ereignisse beginnt. Gemeinsam mit seiner skeptischen Assistentin Magda Wächter, die ihm am Schluss mit einer beherzten Tat das Leben retten wird, taucht Murot tief in die Geheimnisse der zerrütteten Familie Muthesius ein: Vater Jochen, einst ein angesehener Philosoph der weltberühmten „Frankfurter Schule“, verließ nach dem Selbstmord seiner Frau die herrschaftliche Villa im Taunus und fristete als Obdachloser sein Leben.
Laura Muthesius (Friederike Ott), Felix Murot (Ulrich Tukur), Magda Wächter (Barbara Philipp), Inga Muthesius (Karoline Eichhorn) und Paul Muthesius (Lars Eidinger) im neuen "Tatort" aus Frankfurt.
Laura Muthesius (Friederike Ott), Felix Murot (Ulrich Tukur), Magda Wächter (Barbara Philipp), Inga Muthesius (Karoline Eichhorn) und Paul Muthesius (Lars Eidinger) im neuen „Tatort“ aus Frankfurt.
© Foto: HR/Bettina Müller
Laut Testament geht fast das gesamte Vermögen an seine jüngste Tochter Laura, während deren Schwester Inga, die sich als Psychotherapeutin mit Familienaufstellungen beschäftigt, und ihr Bruder Paul leer ausgehen. Das sorgt für böses Blut in der Sippe, aus der vor allem Paul heraussticht: Der exzentrische Alleinunterhalter ist ein scharfsinniger Zyniker, der das Zeug zum Serienkiller haben könnte – immerhin hat Darsteller Lars Eidinger in einem anderen, dem Kieler „Tatort“, dreimal den berühmtesten Mehrfachmörder in der Geschichte der Krimireihe gespielt. Doch Philosophensohn Paul, dem Regisseur Kaufmann einen von Eidinger großartig vorgetragenen Theater-Monolog im Schummerlicht einräumt, ist anders als der Triebtäter Kai Korthals ein äußerst eloquenter Zeitgenosse, der Murot und Wächter so manches Rätsel aufgibt.
Doch auch der Rechtsradikale Jürgen von Mierendorff und seine Mutter Franziska, die wie Felix Murot eng mit der Familie befreundet waren, rücken in den Fokus der Ermittlungen. Als ein vierter Mord geschieht, greift Murot zum letzten Mittel und bietet sich im Fernsehen selber als Opfer an.

„Tatort“ Kritik: Wie ist „Murot und das Prinzip Hoffnung“?

Der neue sehenswerte „Tatort“ mit dem von Ulrich Tukur gespielten Kommissar ist außerordentlich phantasievoll, ziemlich schräg und steckt mal wieder voller kurioser Einfälle, die sich im cleveren Drehbuch von Martin Rauhaus und der sorgfältigen Regie von Rainer Kaufmann niedergeschlagen haben – da hat fast jedes Bild eine symbolische Aussagekraft und viele Dialoge bestechen mit Witz und philosophischem Tiefgang.
Das bringt dem Sonntagskrimi drei von vier Pistolen ein: Kann man nichts falsch machen.

„Tatort“ am Sonntag: Sendetermine und Mediathek

Alle Sendetermine des neuen „Tatort“ aus Frankfurt auf einen Blick:
  • 21.11.2021 um 20:15 Uhr im Ersten
  • 21.11.2021 um 21:45 Uhr auf ONE
  • 22.11.2021 um 03:40 Uhr auf ONE
  • 23.11.2021 um 00:40 Uhr im Ersten
In der ARD Mediathek ist der „Tatort“ im Livestream zu verfolgen. Zudem ist er dort nach der Ausstrahlung sechs Monate lang als Stream verfügbar.

„Tatort: Murot und das Prinzip Hoffnung“: Besetzung

Wer die Schauspieler im Cast des Sonntagskrimis sind, erfahrt ihr hier:
Rolle – Schauspieler
  • Felix Murot – Ulrich Tukur
  • Magda Wächter – Barbara Philipp
  • Inga Muthesius – Karoline Eichhorn
  • Paul Muthesius – Lars Eidinger
  • Laura Muthesius – Friederike Ott
  • Franziska v. Mierendorff – Angela Winkler
  • Jürgen v. Mierendorff – Christian Friedel
  • Annemarie Colange – Therese Hämer

„Tatort“ am 21.11.2021: Das ist Darsteller Lars Eidinger

Lars Eidinger machte sich als langjähriges Ensemblemitglied der Berliner Schaubühne einen Namen. Zu seinen bekanntesten Rollen zählt Hamlet im gleichnamigen Stück. 2021 spielte er zudem den Jedermann bei den Salzburger Festspielen. Neben seiner Theaterkarriere ist Eidinger immer wieder in Filmen und Serien sehen. 2003 übernahm er erste kleine Gastrollen. Seitdem hat er sich zu einem bekannten Gesicht im deutschen TV etabliert. 2012 war er erstmals als Kai Korthals in einem Borowski-„Tatort“ zu sehen. Es folgten zwei weitere Krimis, in denen er den Serienmörder spielt. Bekannte Produktionen mit ihm waren außerdem „Terror“, „Babylon Berlin“, „25 km/h“ und „Gott“. Zusätzlich zu seiner schauspielerischen Arbeit ist Eidinger auch als DJ tätig. Er veranstaltet seit einigen Jahren erfolgreich Partys unter dem Motto „Autistic Disco“. Zudem ist er leidenschaftlicher Fotograf. Auf seinem Instagram-Account postet der 45-Jährige diese meist kommentarlosen, oft kontroversen Schnappschüsse aus seinem Umfeld. Mittlerweile hat er diese in seinem ersten Bildband unter dem Titel „Austistic Disco“ veröffentlicht. Auch Ausstellungen mit seinen Fotos gibt es.

Lars Eidinger spielte im "Borowski"-Tatort den Serienmörder Kai Korthals. Im neuen "Murot"-Krimi übernahm er die Rolle Paul Muthesius.
Lars Eidinger spielte im „Borowski“-Tatort den Serienmörder Kai Korthals. Im neuen „Murot“-Krimi übernahm er die Rolle Paul Muthesius.
© Foto: HR/Bettina Müller