Tatort heute
: Lohnt sich der Krimi aus Ludwigshafen?

Am 30. August 2026 läuft der „Tatort: Gold“ im Ersten. Ob sich das Einschalten bei der Wiederholung lohnt, worum es geht und wer mitspielt, erfahrt ihr hier.
Von
Daniela Westermayer
Ludwigshafen
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Im „Tatort: Gold“ ermitteln die Kommissarinnen in mehreren Mordfällen, die mit dem Schatz der Nibelungen in Verbindung stehen.

SWR/Benoît Linder

Die Sommerpause beim Sonntagskrimi im Ersten neigt sich langsam dem Ende zu. Die ARD-Zuschauerinnen und -Zuschauer müssen sich nicht mehr allzu lange mit Wiederholungen begnügen. Am 30. August 2026 steht mit dem „Tatort: Gold“ aber noch ein alter Fall aus Ludwigshafen an. Darin wandeln die Kommissarinnen Lena Odenthal und Johanna Stern auf den Spuren von Richard Wagners berühmtem Opernzyklus.

Lohnt sich das Einschalten? Worum geht es genau und welche Darstellenden sind im Cast? Das verraten wir euch hier.

Darum geht es im „Tatort: Gold“

Eine Vermisstenanzeige steht am Anfang dieses Krimis mit den Ludwigshafener Kommissarinnen Lena Odenthal und Johanna Stern: Weil ihr erwachsener Sohn Boris abgängig ist, wendet sich seine Mutter an die Polizei.

Eine erste Spur führt die beiden Ermittlerinnen in den pfälzischen Weinort Deidesheim, wo Mittelalter-Fan Boris zuletzt gesehen wurde: Er traf sich in einem Hotel mit der Weinhändlerin Susanne Bartholomae, die in finanziellen Schwierigkeiten steckt. Im Auto des Vermissten findet die Polizei jahrhundertealte Goldmünzen – stammen sie etwa aus dem sagenumwobenen Nibelungenschatz, der einst im Rhein versenkt worden sein soll?

Gutachter Albert Dürr, Direktor des Wormser Nibelungen-Museums und Wagner-Kenner, kann sich das gut vorstellen, und auch Kommissarin Stern lässt sich von der Sage ums Rheingold verzaubern. Lena Odenthal bleibt dagegen skeptisch und konzentriert sich ganz auf die Fakten.

Als ein erschossener Juwelier gefunden wird und eine weitere wertvolle Münze auftaucht, nimmt der wie Wagners Nibelungenzyklus in vier Teile gegliederte Fall immer größere Ausmaße an – und entwickelt sich zu einer verzwickten Geschichte um Gier und Gold.

Dr. Albert Dürr (Heino Ferch) ist Kurator im Nibelungenmuseum in Worms, wo er eine Ausstellung zu Wagners „Ring des Nibelungen“ betreut.

SWR/Benoît Linder

Wie ist die Kritik zum „Tatort: Gold“ aus Ludwigshafen?

Ein Zwerg namens Alberich stiehlt das Rheingold und verursacht damit eine Katastrophe von epischem Ausmaß: Richard Wagners Opernzyklus „Der Ring des Nibelungen“ ist eine hochkomplexe Geschichte über Gold, Gier, Götter und Gewalt.

Kompliment also für den Mut der Drehbuchautoren Fred Breinersdorfer und Katja Röder, aus dem großartigen Stoff einen „Tatort“ zu schmieden, der logischerweise vor musikalischen und inhaltlichen Zitaten nur so strotzt. Wagner-Fans werden hier voll auf ihre Kosten kommen. Für alle anderen ist der Sonntagskrimi „Tatort: Gold“ aber ziemlich schwere Kost, denn der von Esther Wenger inszenierte Film ist unnötig kompliziert und leider nur mäßig spannend.

Da mag TV-Star Heino Ferch als zwielichtiger Museumschef und geheimnisvoller Erzähler noch so sehr von Fluch und Schicksal raunen, in diesem Film wollen die beiden urdeutschen Themen Nibelungenschatz und „Tatort“ nicht so recht zueinanderfinden.

Natürlich wimmelt es in diesem „Tatort“ auch vor Anspielungen auf das berühmteste Werk Richard Wagners: Eine Katze heißt Sieglinde wie die Mutter des Helden Siegfried, ein Polizeihund ist nach der Göttin Freia benannt, der Geliebte der Weinhändlerin heißt Hagen, und wenn Kommissarin Odenthal ihre Bahnen durchs Schwimmbad zieht und auch noch einen goldenen Gummiring aus dem Wasser zieht, erinnert sie an eine der mythischen Rheintöchter.

Dazu gibt es einige musikalische Querverweise und optische Gags wie flirrenden Goldstaub oder Wasser, das sich blutrot färbt – nettes Beiwerk fürwahr, aber ein packender Krimi sieht anders aus.

Das bringt dem Sonntagskrimi aus Ludwigshafen zwei von vier Pistolen ein: Eher was für echte Fans.

Das ist die Besetzung im „Tatort: Gold“

Neben den Hauptdarstellenden sind in diesem Krimi auch wieder verschiedene Episodenrollen zu sehen. Wer im Cast ist, seht ihr in der Besetzungsliste:

  • Ulrike Folkerts als Lena Odenthal
  • Lisa Bitter als Johanna Stern
  • Peter Espeloer als Peter Becker
  • Annalena Schmidt als Edith Keller
  • Heino Ferch als Dr. Albrecht Dürr
  • Ulrike C. Tscharre als Susanne Bartholomae
  • Hendrik Heutmann als Hagen Reuschlin
  • Karin Hennemann als Hilde Wolter
  • Marie Bonnet als Marie Bernard
  • Pheline Roggan als Melania Wolter
  • Jo Jung als Helmuth Roth
  • André Eisermann als Rene Schalles

„Tatort: Gold“: Sendetermine und Mediathek

Der Krimi lief erstmals im September 2023. Die aktuellen Sendetermine seht ihr hier:

  • Sonntag, 30. August 2026, um 20:15 Uhr im Ersten
  • Dienstag, 1. September 2026, um 00:15 Uhr im Ersten

In der ARD-Mediathek ist der „Tatort“ im Livestream zu verfolgen. Dort steht er nach der Ausstrahlung für gewöhnlich auch noch ein bis sechs Monate lang kostenlos als Wiederholung zur Verfügung.