„Polizeiruf“-Kritik
: Lohnt sich der neue Krimi aus Rostock?

Am 1. November 2026 läuft der „Polizeiruf 110: Sie haben Namen“ im Ersten. Ob sich das Einschalten lohnt, worum es geht und wer mitspielt, erfahrt ihr hier.
Von
Daniela Westermayer,
Martin Weber
Rostock
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Im „Polizeiruf 110: Sie haben Namen“ müssen die Ermittlerinnen den Mord an einer jungen Prostituierten aufklären.

Im „Polizeiruf 110: Sie haben Namen“ müssen die Ermittlerinnen den Mord an einer jungen Prostituierten aufklären.

NDR/Boris Laewen

Am 1. November 2026 steht der erste „Polizeiruf 110“ der neuen Sonntagskrimi-Saison im ARD‑Programm. Das Erste nimmt die Zuschauerinnen und Zuschauer in dieser Woche mal wieder mit an die Ostsee: Im „Polizeiruf 110: Sie haben Namen“ aus Rostock müssen die Kommissarinnen König und Böwe den Tod einer jungen Prostituierten aufklären. Ob sich das Einschalten lohnt, erfahrt ihr hier bereits jetzt.

Das ist der neue Krimi aus Rostock

Die Welt ist böse: Auf diesen einfachen Nenner lässt sich letztendlich jeder Krimi bringen. Besonders böse ist sie im neuen „Polizeiruf 110: Sie haben Namen“ aus Rostock: Dort tummeln sich die fiesen Typen nicht nur im kriminellen Milieu, sondern auch aufseiten von Rechtspflege und Polizei.

Es gibt nicht nur einen skrupellosen Zuhälter, der Prostituierte aus der Ukraine foltern und ermorden lässt, sondern auch dessen mörderischen Anwalt und einen korrupten Staatsanwalt, der vor Jahren die Ermittlerin Melly Böwe (Lina Beckmann) vergewaltigt hat, und alles tut, die Ermittlungen zu behindern.

Dann ist da noch der zwielichtige Kollege Anton Pöschel (Andreas Guenther), der in eine Prostituierte verliebt ist und zu unlauteren Mitteln greift, sowie der Vater von Kommissarin Katrin König (Anneke Kim Sarnau), dessen Stasi-Akte Erstaunliches zutage fördert: Der Erzeuger war zu DDR-Zeiten nicht etwa Stasi-Opfer, sondern Täter.

Darum geht es im „Polizeiruf 110: Sie haben Namen“

Es geht um den brutalen Mord an einer jungen Prostituierten aus Osteuropa, deren Leiche in einem Angelweiher gefunden wird.

Die Spur führt die beiden Ermittlerinnen König und Böwe zu dem Bordellbetreiber und Zuhälter Heiko Mischke (Sönke Möhring), der mithilfe seines Anwalts Bastian Hoyer (Christian Erdmann) ein perfides System der Ausbeutung junger Frauen betreibt, die aus der Ukraine und anderen osteuropäischen Ländern nach Rostock gebracht werden, um anzuschaffen.

Aus Angst will sich keine der Frauen den Kommissarinnen gegenüber äußern, schon gar nicht Natasha (Anastasiia Mazhara), die den besten Draht zu den beiden Drahtziehern an der Spitze des kriminellen Netzwerks zu haben scheint.

Dazu kommt, dass die Ermittlungen auch noch von dem korrupten Staatsanwalt Jan Jürgens (Thorsten Merten) torpediert werden – es ist derselbe Mann, der vor vielen Jahren Melly Böwe vergewaltigte, und der uneheliche Vater ihrer Tochter.

Natürlich geben die beiden von ihrem Chef Henning Röder (Uwe Preuss) unterstützten Frauen nicht auf, und als ein gewalttätiger Freier Natashas bei einem Schäferstündchen mit ihr sein Leben verliert, nimmt der Fall eine neue Wendung.

Wie ist die Kritik zum „Polizeiruf 110: Sie haben Namen“?

Nicht nur die Zusammenballung von Finsterlingen und fragwürdigen Figuren macht den Krimi „Polizeiruf 110: Sie haben Namen“ zu einer unglaubwürdigen Angelegenheit, sondern auch die an den Haaren herbeigezogene Geschichte, die vor keiner bizarren Wendung zurückschreckt.

Nicht nur die beiden Ermittlerinnen müssen sich erneut mit ihrem schwierigen Privatleben und alten Traumata auseinandersetzen, sondern auch die Kommissare Anton Pöschel und Volker Thiesler (Josef Heynert), der seit seiner Schussverletzung sauer auf die Kollegen und süchtig nach Schmerzmitteln ist.

Das überfrachtet den ohnehin wirren „Polizeiruf“ zusätzlich. Doch es gibt durchaus auch ein paar spannende Momente in diesem Krimi sowie viel Kritik am System der Prostitution und an den Freiern, die nachdenklich macht.

Das bringt dem Sonntagskrimi insgesamt zwei von vier Pistolen ein: Eher was für echte Fans!

„Polizeiruf 110“: Sendetermine und Mediathek

Der Krimi läuft zum ersten Mal im Free-TV. Alle aktuellen Sendetermine findet ihr hier:

  • Sonntag, 1. November 2026, um 20:15 Uhr im Ersten
  • Dienstag, 3. November 2026, um 00:20 Uhr im Ersten

In der ARD-Mediathek gibt es den „Polizeiruf“ zudem im Livestream. Seit dieser Saison stehen die neuen Sonntagskrimis sogar immer schon ab freitags online zur Verfügung. Dort könnt ihr sie in der Regel bis zu sechs Monate kostenlos streamen.