JJ über Israel-Aussage: „Es tut mir leid, wenn meine Worte missverstanden wurden“

JJ bei der Pressekonferenz nach seinem ESC-Sieg.
Sarah Louise Bennett / EBUJohannes Pietsch, bekannt unter dem Künstlernamen JJ, hat den Eurovision Song Contest 2025 für Österreich gewonnen. Nur wenige Tage nach dem musikalischen Erfolg steht der 24-Jährige erneut im öffentlichen Fokus – diesmal wegen kritischer Äußerungen zur Teilnahme Israels am Wettbewerb. Nachdem ein Interview mit der spanischen Zeitung El País veröffentlicht wurde, hat sich JJ nun erneut geäußert und seine Position klargestellt.
Aussagen zu Israel stoßen auf starke Reaktionen
In dem Interview hatte JJ erklärt, er wünsche sich, dass der ESC im kommenden Jahr ohne Israel stattfinden solle. „Es ist sehr enttäuschend, dass Israel noch am Wettbewerb teilnimmt“, wurde er zitiert. Zudem zog er einen Vergleich zwischen Israels Militäreinsatz im Gazastreifen und dem Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine.
Diese Aussagen fanden international Beachtung. Vor allem in sozialen Netzwerken wurde JJ von einigen Nutzerinnen und Nutzern deutlich kritisiert, unter anderem wegen des gewählten Vergleichs. Gleichzeitig gab es auch Stimmen, die darauf hinwiesen, dass politische Meinungsäußerungen grundsätzlich zulässig seien – auch von Künstlern.

JJ hat mit Wasted Love den 69. Eurovision Song Contest in Basel gewonnen.
Corinne Cumming/EBUJJ erklärt seine Haltung und will keine weiteren Kommentare abgeben
Am Donnerstag äußerte sich JJ erneut, diesmal gegenüber der österreichischen Presseagentur APA. In dem Statement heißt es: „Es tut mir leid, falls meine Worte missverstanden wurden. Obwohl ich die israelische Regierung kritisiere, verurteile ich jegliche Form von Gewalt gegen Zivilisten – sei es gegen Israelis oder Palästinenser.“ Weitere Stellungnahmen zu dem Thema werde es von seiner Seite vorerst nicht geben.
Veranstalter und Rundfunkanstalt mit klarer Position
Der österreichische Rundfunk ORF distanzierte sich in einer offiziellen Erklärung von den Aussagen JJs. „Seine Äußerungen geben eine private Meinung wieder und stehen in keinem Zusammenhang mit dem ORF“, hieß es von Seiten des Senders.
Die European Broadcasting Union (EBU), die den Eurovision Song Contest veranstaltet, kündigte an, wie üblich nach dem Finale Rückmeldungen der beteiligten Sender in die Planungen für den ESC 2026 einfließen zu lassen. Ob die Aussagen des Künstlers in diesem Rahmen thematisiert werden, ist bislang nicht bekannt.
ESC 2026: Austragungsort offen
Der kommende ESC wird 2026 in Österreich stattfinden. Wo genau, steht derzeit noch nicht fest. JJ hatte in dem El País-Interview geäußert, dass er sich Wien als Gastgeberstadt wünsche – eine Entscheidung darüber liegt jedoch bei den Organisatoren und der EBU.

