Horst Schlämmer sucht das Glück
: „Ich hatte nur 200 Zuschauer weniger als Ryan Gosling!“

Wir waren bei der Berlinpremiere von „Horst Schlämmer sucht das Glück“ im Zoo Palast vor Ort – und der neue Film mit Hape Kerkeling als Horst Schlämmer verspricht eine ebenso schräge wie überraschend herzerwärmende Suche nach dem Glück.
Von
Judith Müller
Berlin
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Hape Kerkeling als Horst Schlämmer bei der Filmpremiere im Zoo Palast in Berlin.

Hape Kerkeling als Horst Schlämmer bei der Filmpremiere im Zoo Palast in Berlin.

Judith Müller

Ein ausverkauftes Kino, jede Menge Lacher und ein Hauptdarsteller, der niemals aus seiner Rolle fällt: Die Berlin-Premiere von „Horst Schlämmer sucht das Glück“ im Zoo Palast war ein rundum gelungener Abend – und ein ganz besonderes Erlebnis.

Für mich persönlich wurde der Abend noch aufregender: Ich durfte für die SWP ein exklusives Kurzinterview führen – und zwar mit niemand Geringerem als Hape Kerkeling in seiner Kultrolle als Horst Schlämmer.

Horst Schlämmer stand mir Rede und Antwort.

Horst Schlämmer stand mir Rede und Antwort.

Judith Müller

„Ich bin Horst Schlämmer – ich hab Rücken!“

Schon beim ersten Auftritt wurde klar: Hape Kerkeling bleibt seiner Figur treu – und das kompromisslos. Den gesamten Abend über war er Horst Schlämmer: mit beigem Mantel, Perücke, schiefen Zähnen und dem unverkennbaren Grunzen.

Als ich ihn fragte, für welches Ressort ich zuständig sei, zeigte sich sofort sein journalistischer Instinkt.
„Unterhaltung selbstverständlich“, antwortete ich – und das Eis war gebrochen.

Charmant, schlagfertig und herrlich schräg ging es weiter. Auf meine Frage, worin sein persönliches Glück liege, antwortete er ganz im Schlämmer-Stil: „Am schönsten ist für mich eigentlich, wenn ich zum Frühschoppen gehe und dann gleich bis zum Abend in der Kneipe bleibe. Schöner geht’s gar nicht. Das ist das größte Glück für mich.“

Natürlich mit einem Augenzwinkern – aber genau dieser Humor macht die Figur seit Jahren so beliebt.

Judith Müller bei der Filmpremiere von Horst Schlämmer sucht das Glück.

Judith Müller bei der Filmpremiere von „Horst Schlämmer sucht das Glück“.

Judith Müller

Zwischen Interview und Kompliment

Auch abseits der klassischen Fragen zeigte sich Schlämmer von seiner unterhaltsamen Seite.
Als ich ihm als Glücksbringer spontan meinen Dino-Kugelschreiber schenkte, sagte er:

„Darf ich Ihnen eins sagen? Sie sind ganz bezaubernd.“ Ein Kompliment von Horst Schlämmer höchstpersönlich, da darf man schon  mal rot werden und ich glaube, das wurde ich auch ein kleines bisschen.

Und auf die Frage, wie „investigativ“ seine Suche nach dem Glück gewesen sei, konterte er trocken: „Die Suche war sehr investigativ – das werden Sie ja hoffentlich gleich im Film sehen.“

Ein Auftritt, der das Publikum begeistert

Vor Filmstart ließ es sich Horst Schlämmer nicht nehmen, noch einmal persönlich vor das Publikum zu treten. Im voll besetzten Zoo Palast begrüßte er die Gäste mit einer typischen Schlämmer-Ansage: „Mein Name, für die, die mich nicht kennen: Ich bin Horst Schlämmer. Ich hab Rücken, ich hab Kreislauf… und ich freue mich, dass ihr alle da seid!“

Besonders lustig wurde es, als einige Zuschauer zu spät kamen. Schlagfertig kommentierte er:

„Jetzt hat eh jeder gesehen, dass ihr zu spät seid. Die Sache wird umso peinlicher, je mehr ihr da durchrutscht.“

Das Publikum lachte – und war sofort mitten drin im Schlämmer-Kosmos.

Worum geht es in „Horst Schlämmer sucht das Glück“?

Der Film erzählt die Geschichte eines Mannes, der die Nase voll hat: steigende Preise, sinkende Stimmung und geschlossene Kneipen.

Horst Schlämmer beschließt: Deutschland hat Rücken – und zwar im Gesicht.

Sein Ziel: das Glück finden – und den Menschen ihr Lächeln zurückbringen.

Seine Reise führt ihn quer durch Deutschland:
von Süddeutschland bis Sylt, von Berlin bis Büsum – per Anhalter, Krabbenkutter oder Schienenersatzverkehr. Dabei trifft er auf Passanten, Prominente und sogar Politiker wie Markus Söder.

Ein Film voller Rollenwechsel und Überraschungen

Ein besonderes Highlight: Hape Kerkeling schlüpft immer wieder in neue Rollen. Mal spielt er eine Lehrerin, mal eine Kreuzfahrt-Lady oder einen Stallwirt – und sorgt damit für viele unerwartete, komische Momente.

Auch die Figur Gaby Wampel, gespielt von Tahnee Schaffarczyk, überzeugt als heimliche Liebe von Schlämmer.

Besonders gelungen ist eine Szene, in der Schlämmer ein Interview mit Hape Kerkeling selbst führt – ein absurdes, aber brillantes Spiel mit Identitäten.

Horst Schlämmer machte lustigerweise sogar selbst einen Livestream von der Premiere.

Horst Schlämmer machte lustigerweise sogar selbst einen Livestream von der Premiere.

Judith Müller

Humor trifft auf ernste Themen

Trotz aller Komik streift der Film auch ernstere Fragen: Was bedeutet Glück wirklich? Und wie findet man es?

Selbst Begegnungen mit Persönlichkeiten wie Rainer Maria Woelki werden durch Schlämmer aufgelockert – ohne dabei ihre Wirkung zu verlieren.

Mein Fazit: Ein Film, der gute Laune macht

„Horst Schlämmer sucht das Glück“ ist amüsant, überraschend und stellenweise herrlich absurd.

Besonders stark: die Mischung aus Humor, Gesellschaftskritik und charmantem Unsinn.

Zum Abschluss scherzte Schlämmer über den Premierenerfolg: „Wir hatten nur zweihundert Zuschauer weniger als Ryan Gosling – und das will schon was heißen! Wenn ich die zweihundert erwische, die an dem Abend ihren Hintern nicht vom Sofa ins Kino bekommen haben...“

Laut Schlämmer lag die Premiere nur etwa 200 Zuschauer hinter Hollywoodstar Ryan Gosling zurück, der derzeit mit „Der Astronaut – Project Hail Mary“ für volle Säle sorgt

Glück kann so einfach sein

Als die Zuschauer mit einem Lächeln im Gesicht das Kino verließen, wurde eines deutlich:
Vielleicht liegt das Glück tatsächlich in den kleinen Dingen – wie einem gelungenen Kinoabend.

Der Film läuft seit dem 26.03.2026 deutschlandweit in den Kinos – und wer sich auf den typischen Schlämmer-Humor einlässt, wird garantiert gut unterhalten.