Heute im Free-TV: Für diesen Film bekam Regisseur Stanley Kubrick Morddrohungen

Regisseur Stanley Kubrick ist bekannt für nervenaufreibende Filme, aber für unseren TV-Tipp musste er mal um sein Leben fürchten.
Ian Langsdon/dpaMit "Uhrwerk Orange" läuft am heutigen Sonntag im Free-TV ein umstrittener Film über die Natur des Bösen und den freien Willen. Aber Achtung: Der Film ist nichts für schwache Nerven.
Die Natur des Bösen
In einem vage dystopischen England machen der jugendliche Alex DeLarge (Malcolm McDowell) und seine Gruppe gewalttätiger Untergebener die Straßen unsicher.
Sie betrinken sich, begehen willkürliche und brutale Gewalttaten und haben regelmäßig gefährliche Auseinandersetzungen mit rivalisierenden Gangs.
Als Alex bei einer Haus-Invasion eine Frau tötet, fallen ihm seine Untergebenen in den Rücken, schlagen in zusammen und lassen ihn von der Polizei gefangen nehmen. Alex wird wegen Mordes zu einer Haftstrafe von 14 Jahren im Gefängnis verurteilt.
Nach 2 Jahren seiner Strafe, bekommt er jedoch ein Angebot des Innenministers. Er soll sich einer experimentellen Therapie zu unterziehen, die ihn durch Konditionierung dazu zwingen soll, keine bösen Taten mehr begehen zu können.
Im Verlaufe der Zeit muss sich jedoch herausstellen, ob so etwas wirklich funktionieren kann und wie dies mit dem Konzept des freien Willens vereinigt werden kann.
Deshalb musste der Film in England zurückgezogen werden
Filmemacher Stanley Kubrick ist kein Fremder, wenn es um kontroverse Filme geht (siehe seine Verfilmungen von "Lolita" und "Shining"), doch mit der umfassenden Brutalität in "Uhrwerk Orange" zog Kubrick große Missgunst in der britischen Bevölkerung auf sich.
In England wurde der Film auf Wunsch Kubricks zurückgezogen, da er und seine Frau aufgrund von Morddrohungen und Scharen von Leuten vor ihrem Haus um ihr Leben fürchten mussten.
Trotz dessen gilt der Film mittlerweile als Klassiker und wurde 2020 aufgrund seiner kulturellen Relevanz sogar in die National Film Registry der USA aufgenommen.
Eine der unter Kritikern heißer diskutierten Entscheidungen des Films, ist die, das letzte Kapitel der Buchvorlage von Anthoy Burgess aus dem Jahr 1962, komplett außen vorzulassen.
Während der Film auf einer pessimistischen Note endet, die zeigt, dass das Böse in Alex weiterhin besteht, endet das Buch auf einer optimistischeren Note. Dieses beschriebt, dass Alex selbst, nachdem er von seiner Konditionierung befreit wurde, irgendwann das Interesse an der Gewalt verloren hat. Welche Version bevorzugt wird, wird bis heute noch diskutiert.
Auf IMDB liegt der Film bei einer Bewertung von 8,3 Sternen.
"Uhrwerk Orange" läuft in der Nacht von Sonntag auf Montag um 00:25 Uhr im Free-TV auf Arte. Aktuell ist der Film in keinem Streaming-Abonnement enthalten.