ESC 2025
: Nummer 16? Das bedeutet die Startnummer für die Siegchancen

Unsere ESC-Kandidaten Abor & Tynna starten auf Platz 16 für Deutschland. Was bedeutet das für uns und welche Plätze haben die besten Chancen?
Von
Judith Müller
Basel
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Abor & Tynna rehearsing Baller for Germany at St. Jakobshalle

Abor & Tynna rehearsing Baller for Germany at St. Jakobshalle

Sarah Louise Bennett / EBU

Beim Eurovision Song Contest entscheidet längst nicht nur die Qualität des Songs oder die Bühnenperformance über den Erfolg. Auch die Startreihenfolge im Finale hat Einfluss auf das Stimmverhalten des Publikums und der Jurys. Die EBU und die Produzent:innen des ESC-Finales in Basel haben die Startreihenfolge bewusst so gewählt, dass die Show dramaturgisch ausgewogen bleibt. Doch welche Plätze gelten als vorteilhaft – und welche eher nicht?

Frühe Startnummern: Schnell wieder vergessen?

Ein Auftritt gleich zu Beginn ist häufig ein Nachteil – nicht weil die Songs schlecht wären, sondern weil das Publikum viele Titel später abstimmt und sich dann eher an die letzten Beiträge erinnert. Auch bei Jurys kann das ein Nachteil sein.

  • Kyle Alessandro (Norwegen) eröffnet das Finale. Startplatz 1 bringt traditionell selten einen Sieg ein.
  • Yuval Raphael (Israel) mit der kraftvollen Ballade auf Platz 4: Gut für ein starkes Statement, aber risikobehaftet.
  • JJ (Österreich) startet erneut früh (Platz 9) – eine unglückliche Position, obwohl der Song als eingängig gilt.

Im Mittelfeld: Schwierige Ausgangslage

Startplätze im Mittelfeld gelten oft als „graue Zone“. Sie sind zwar nicht so unvorteilhaft wie die ersten fünf, aber auch nicht ideal für maximale Sichtbarkeit.

  • Abor & Tynna (Deutschland) treten auf Startplatz 16 an – das ist technisch gesehen die zweite Hälfte, aber sehr weit am Anfang. Hinzu kommt: Der Song folgt auf Polens „Gaia“, einen sehr dichten, auffälligen Beitrag – das kann „Baller“ überstrahlen. Es wird darauf ankommen, wie sehr sich Deutschland visuell und stilistisch abhebt.
  • Erika Vikman (Finnland) auf Platz 13: Ein starker Kontrast zur ruhigen Mitte – sie könnte das Mittelfeld aufbrechen, wenn die Performance sitzt.

Späte Startnummern: Erinnerungsplus und Favoritenvorteil

Die letzten fünf Startplätze gelten als besonders vorteilhaft – Songs dort haben die besten Chancen, beim Voting in Erinnerung zu bleiben.

  • KAJ (Schweden) auf Platz 23: Beste Ausgangslage für einen mitreißenden Pop-Act. Schweden zählt ohnehin zu den Favoriten.
  • Louane (Frankreich) folgt auf 24 mit einer emotionalen Ballade – auch das ist eine strategisch günstige Position.
  • Gabry Ponte (San Marino) mit einem energiegeladenen Beitrag auf Platz 25 – perfekt vor dem letzten Act.
  • Shkodra Elektronike (Albanien) beschließt das Finale auf Startplatz 26. Der letzte Slot ist begehrt und nicht selten ein Sieggarant – wenn der Song zündet.

Startreihenfolge ist kein Schicksal – aber ein Faktor

  • Wer in der letzten Viertelstunde des Finales auftritt, hat statistisch die besten Chancen.
  • Beiträge mit starkem visuellen Konzept können auch auf mittleren Plätzen glänzen.
  • Deutschland mit Abor & Tynna steht vor der Herausforderung, sich direkt nach einem aufgeladenen Song zu behaupten – aber mit einer auffälligen Inszenierung ist vieles möglich.