„Der Salonretter“ Andreas Wendt im Interview: Darum liebt er seinen neuen Homeshopping-Job

Moderator Andreas Wendt hat einen neuen Job bei Shop LC.
Andreas WendtAndreas Wendt ist zurück im Homeshopping: Der 38-Jährige verstärkt ab sofort das Moderationsteam von Shop LC. Im exklusiven Interview mit der Südwest Presse erzählt der TV-Experte, warum ihn sein neuer Job nach Stationen bei ProSieben und RTL besonders reizt, was hinter einer Live-Homeshopping-Sendung steckt und weshalb er darin eine ganz besondere berufliche Perspektive sieht.
Andreas Wendt startet bei Shop LC durch
Andreas Wendt kennt das Fernsehen aus vielen unterschiedlichen Perspektiven. Bekannt wurde er unter anderem als „Der Salonretter“, später arbeitete er als Produzent, Moderator und TV-Experte und saß zuletzt bei „My Style Rocks“ mit Harald Glööckler in der Jury. Nun beginnt für ihn ein neues Kapitel: Wendt steht für Shop LC vor der Kamera.

Andreas Wendt als Juror bei „My Style Rocks“.
Screenshot „My Style Rocks“Ganz neu ist das Terrain für ihn allerdings nicht. Bereits zwischen 2012 und 2014 präsentierte er seine eigene Haarlinie bei HSE24 und sammelte außerdem internationale Erfahrungen im Homeshopping. Der Kontakt zu Shop LC entstand schließlich über einen früheren Wegbegleiter.
„Man hat ja immer wieder neue Kontakte und so kam das, dass wir ins Gespräch gekommen waren“, erzählt Wendt im exklusiven Gespräch mit der Südwest Presse. Danach ging alles erstaunlich schnell: „Ich glaube, das Ganze hat insgesamt irgendwie zwei Wochen gedauert.“
Inzwischen hat er seine ersten Sendungen hinter sich – und die haben es durchaus in sich.
Sein neuer Job verlangt viel Flexibilität
Bei Shop LC arbeitet Wendt in unterschiedlichen Schichten. Mal beginnt seine Sendung am frühen Morgen, mal steht er abends oder sogar bis tief in die Nacht vor der Kamera.

Andreas Wendt und seine Kollege Benjamin Matthews bei Shop LC.
Screenshot Shop LCSeine ersten Einsätze absolvierte er zunächst gemeinsam mit anderen Moderatoren. Das hatte einen guten Grund: „Jeder Homeshopping-Sender hat ja seine eigene Sprache oder seine eigene Identität“, erklärt Wendt.
Auch wer bereits jahrzehntelange Fernseherfahrung hat, müsse sich deshalb erst an die Abläufe gewöhnen. Für ihn steht nun der nächste Schritt an: seine erste eigene Sendung.
Dabei ist Live-Fernsehen für Wendt alles andere als ein Spaziergang. Wer drei Stunden am Stück moderiert, muss permanent aufmerksam sein. „Du bist drei Stunden live auf Sendung und den längsten Break, den du hast, 120 Sekunden Programmvorschau.“
Das bedeutet: reden, informieren, unterhalten – und gleichzeitig jederzeit die Fakten zum Produkt parat haben.
„Du musst wirklich fit sein vom Kopf“
Besonders anspruchsvoll sind für Wendt die wechselnden Arbeitszeiten. Bei manchen Schichten klingelt der Wecker mitten in der Nacht um 02:30 Uhr.
„Wenn du völlig müde bist, darfst du ja auch nicht irgendeinen Quatsch erzählen, sondern du musst auch bei den Fakten bleiben“, sagt er.
Deshalb nimmt Wendt die Vorbereitung und seinen Schlaf sehr ernst. Bei einer besonders frühen Schicht geht es für ihn bereits am frühen Abend ins Bett. Denn live vor der Kamera könne man sich keine geistigen Aussetzer erlauben.
Vor jeder Sendung bekommt er eine Übersicht über die Produkte, die in den kommenden Stunden präsentiert werden. Dann beginnt die Vorbereitung: Bei einem Schmuckstück muss er beispielsweise wissen, aus welchem Material es besteht, wie viele Karat ein Edelstein hat, welche Legierung verwendet wurde und was das Besondere an dem Produkt ist.
„Wenn du nicht über ein gewisses Wissen verfügst, wird es schwierig“, erklärt Wendt.
Natürlich dürfen auch Notizen und Spickzettel nicht fehlen. Und die sind im Live-Fernsehen keineswegs ein Zeichen von mangelnder Vorbereitung. Wenn das Produkt gerade groß im Bild gezeigt wird, kann der Moderator noch einmal einen Blick auf seine Unterlagen werfen.
Warum Andreas Wendt Homeshopping so spannend findet
Shop LC legt einen Schwerpunkt auf Schmuck und bietet daneben unter anderem Mode, Beauty und Lifestyle-Produkte an.
Besonders spannend findet Wendt die Möglichkeit, hinter die Kulissen der Schmuckproduktion zu schauen. Er hat bereits Minen besucht, in denen die Steine abgebaut werden, und konnte den Weg vom Rohmaterial bis zum fertigen Schmuckstück verfolgen.
„Ich habe Minen besichtigt, wo die Steine abgebaut werden. Dann wird der ganze Schmuck-Entstehungsprozess mit begleitet“, erzählt er.
Für Wendt verändert dieser Blick hinter die Kulissen auch die Wahrnehmung des Jobs. „Man denkt immer erst mal: Ach, es ist ein Homeshopping-Kanal. Aber wenn man dann im Endeffekt dahinterblickt, was für ein Konzern dahintersteckt, ist das schon sehr interessant.“
„Du bekommst ein Produkt gezeigt, wie von keinem Verkäufer heute“
Was ihn am Homeshopping besonders fasziniert, ist aber nicht nur der Schmuck selbst. Es ist die Art, wie Produkte präsentiert werden.
Wendt sieht darin sogar einen Vorteil gegenüber dem klassischen Einzelhandel. „Du bekommst ein Produkt gezeigt, und zwar so, wie von keinem Verkäufer heute“, sagt er.
Ein Verkäufer im Geschäft habe häufig nur wenige Minuten Zeit, bevor bereits der nächste Kunde Aufmerksamkeit brauche. Im Homeshopping könne ein Produkt dagegen ausführlich erklärt werden.
„Wir gehen auf alles ein, auf jedes einzelne Detail, sprechen über alles, zeigen es aus vielen Perspektiven und sprechen über sämtliche Details: Material, Größe, Qualität und Co.“
Für Wendt bedeutet das: Der Moderator ist nicht einfach ein Verkäufer vor der Kamera. Er muss sich mit den Produkten tatsächlich auseinandersetzen und in kurzer Zeit sehr viele Informationen vermitteln können.
Der entscheidende Vorteil gegenüber anderen TV-Jobs
Und dann gibt es für Wendt noch einen entscheidenden Grund, warum er seinen neuen Job bei Shop LC so schätzt: Kontinuität.
Gerade nach seiner langjährigen Erfahrung im Fernsehgeschäft weiß er, wie unsicher die Branche sein kann. Bei klassischen Formaten hängt viel davon ab, ob eine Sendung verlängert wird.
„Bei einem Unterhaltungsformat steht immer die Frage im Raum: Geht die Sendung weiter, geht sie nicht weiter?“, erklärt er.

Andreas Wendt liebt die Kontinuität, die das Homeshopping ihm bietet.
Andreas WendtBeim Homeshopping empfindet er das anders: „Das ist für mich das Gute. Es ist kontinuierlich.“
Shop LC sendet das Programm nach seinen Angaben an 365 Tagen im Jahr. Für Wendt bedeutet das eine ganz andere Planbarkeit als bei vielen klassischen Fernsehproduktionen.
„Ich weiß, wie viele Tage im Monat ich da Shows mache“, sagt er. Und wenn er mehr arbeiten möchte, sei auch das möglich: „Wenn ich sage: Ach, ich habe jetzt irgendwie Langeweile, dann mache ich einfach noch ein paar Tage mehr.“
Genau diese Kombination aus regelmäßiger Arbeit und Flexibilität gefällt ihm.
Andreas Wendt denkt langfristig
Dass Wendt diese Sicherheit zu schätzen weiß, hat auch mit seiner bisherigen Karriere zu tun. Er hat sich nie ausschließlich auf seine Bekanntheit vor der Kamera verlassen. Neben der Moderation arbeitet er als Produzent, Speaker und Coach und ist weiterhin mit eigenen Projekten aktiv.
Seine Karriere begann mit „Der Salonretter“. Aus dem TV-Format entwickelte sich für ihn schließlich sogar ein eigenes Produktionsgeschäft. Bis heute produziert sein Unternehmen entsprechende Inhalte für die RTL-Magazinsendungen..
Besonders bewegt hat ihn ein Wiedersehen mit einem Friseursalon, den er vor 18 Jahren als „Salonretter“ begleitet hatte. Damals stand der Betrieb kurz vor dem Aus. Jahre später wurde Wendt zum 20. Firmenjubiläum eingeladen.
„Die beiden hatten eigentlich gedacht, dass sie den dritten Geburtstag gar nicht erleben werden“, erzählt er. Doch der Salon existierte noch immer.
Für Wendt ist genau das ein schönes Beispiel dafür, dass sich langfristiges Denken auszahlt.
„Ich wäre mir nicht zu fein, auch andere Sachen zu machen“
Diese Einstellung prägt auch seinen beruflichen Weg. Trotz seiner Bekanntheit sei es ihm immer wichtig gewesen, bodenständig zu bleiben und sich nicht ausschließlich auf einen Job oder eine Fernsehkarriere zu verlassen.
„Ich wäre mir nicht zu fein, auch einfach andere Sachen noch zu machen“, sagt Wendt.
Er habe schon in Zeiten großer TV-Präsenz darauf geachtet, nicht den Boden unter den Füßen zu verlieren. „Für mich war es immer wichtig und das ist auch heute noch, dass ich immer die Bodenhaftung nicht verliere.“
Der neue Job bei Shop LC passt damit erstaunlich gut zu seiner Philosophie: Wendt bleibt dem Fernsehen treu, kann seine Erfahrung als Moderator einsetzen und bekommt gleichzeitig eine berufliche Kontinuität, die ihm in anderen Bereichen des TV-Geschäfts nicht immer garantiert war.
Für den 38-Jährigen ist Homeshopping deshalb längst mehr als ein Nebenjob oder ein Comeback in einem bekannten Metier. Es ist für ihn eine langfristige Perspektive – und gleichzeitig eine neue Herausforderung im Live-Fernsehen.
