Der Eklat um die deutsche Reiterin Annika Schleu und Trainerin Kim Raisner und den Umgang mit Leihpferd Saint Boy im Reitwettbewerb des Modernen Fünfkampfs geht auch einen Tag nach dem Wettkampf weiter. Für beide hatte der Samstag Konsequenzen – wenn auch ganz unterschiedlicher Art.

Annika Schleu löscht Instagram-Account nach Anfeindungen

Was war am Freitag passiert? Die Berlinerin Schleu lag vor dem Reiten, der vorletzten Disziplin im Modernen Fünfkampf, in Tokio auf Gold-Kurs. Doch das ihr zugeloste Pferd Saint Boy verweigerte im Parcours mehrfach. Voller Verzweiflung versuchte Schleu das Pferd unter Kontrolle zu bekommen. Sie peitschte mit der Gerte zu, zerrte an den Zügeln. Auch Bundestrainerin Raisner wurde aktiv. Erst boxte sie dem Pferd in die Seite, dann forderte sie von Schleu: „Hau mal richtig drauf! Hau drauf!“ Im Anschluss gab es heftige Kritik an der Sportlerin und an Bundestrainerin Raisner.
Nach dem Olympia-Drama um die Moderne Fünfkämpferin und ihr zugelostes Pferd Saint Boy hagelte es heftige Kritik in den sozialen Medien. Der Vorwurf: Tierquälerei. Zu viel für die 31-jährige Schleu, die nach Informationen den Bild mittlerweile ihren Instagram-Account gelöscht haben soll. Unter ihren Beiträgen wurde sie heftig angegriffen und beschimpft. Auch die Twitter-Community ist empört von dem Verhalten der Reiterin.

Nach Eklat: Raisner von Weltverband ausgeschlossen

Für Raisner hingegen gab es noch weitreichendere – und von außen herbeigeführte – Konsequenzen: Einen Tag nach ihrem fragwürdigen Auftritt im Drama um Annika Schleu war Olympia für die Fünfkampf-Bundestrainerin beendet. Der Weltverband UIPM disqualifizierte die 48-Jährige mit der Begründung, Raisner habe am Freitag das von Schleu gerittene Pferd Saint Boy mit der Faust geschlagen. Eine solche Handlung, so das offizielle Statement, stehe im klaren Widerspruch zu den Regularien des Verbandes.
Wenige Stunden zuvor hatte die Mannschaftsleitung von "Team D" Raisner bereits abgezogen, im Männerwettbewerb werde sie weder am Parcours noch am Abreiteplatz im Einsatz sein, hieß es. DOSB-Präsident Alfons Hörmann sprach von einer "gemeinsamen Entscheidung" und einem "richtigen Schritt".
Annika Schleu (rechts) im Reit-Wettkampf des Modernen Fünfkampfs, in dem ihr Pferd mehrmals verweigerte. Dahinter in der Mitte ist die mittlerweile suspendierte Bundestrainerin Kim Raisner (Mitte).
Annika Schleu (rechts) im Reit-Wettkampf des Modernen Fünfkampfs, in dem ihr Pferd mehrmals verweigerte. Dahinter in der Mitte ist die mittlerweile suspendierte Bundestrainerin Kim Raisner (Mitte).
© Foto: Marijan Murat/DPA

Im Modernen Fünfkampf werden Athleten Pferde zugelost – Schleu bekam Saint Boy

Im Modernen Fünfkampf bekommen die Olympioniken ein Pferd zugelost und können sich nur 20 Minuten lang mit ihm vertraut machen. Dogue kam beim Reiten auf die volle Punktezahl von 300, Liebig landete mit 279 Zählern auf Platz 23 der dritten Teil-Disziplin im Fünfkampf.