„Die wollen Geld“
: AWZ-Star Stefan Bockelmann warnt seine Fans vor dreister Betrugsmasche

Interview„Alles was zählt“-Star Stefan Bockelmann warnt seine Fans eindringlich vor Fake-Profilen und verrät im exklusiven Interview mit der „Südwest Presse“, wie dreist die Betrüger inzwischen vorgehen.
Von
Judith Müller
Essen
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Schauspieler Stefan Bockelmann, der bei AWZ Henning Ziegler spielt, warnt seine Fans vor einer dreisten Betrugsmasche.

Schauspieler Stefan Bockelmann, der bei AWZ Henning Ziegler spielt, warnt seine Fans vor einer dreisten Betrugsmasche.

Steffen Adams

Stefan Bockelmann, der in der RTL-Daily „Alles was zählt“ den sympathischen Henning Ziegler spielt, kennt das Problem schon seit Jahren: Immer wieder geben sich Betrüger im Internet als den AWZ-Star aus und versuchen, Kontakt zu seinen Fans aufzunehmen. Jetzt ist das Thema offenbar wieder akut. Im exklusiven Interview mit der „Südwest Presse“ spricht Bockelmann über dreiste Fake-Accounts, Fans, die tatsächlich auf die Betrugsmasche hereinfallen, und darüber, warum er von den sozialen Netzwerken mehr Konsequenz fordert.

„Nach jedem erfolgreichen Post wachsen die Dinger wie Pilze aus dem Boden“

Stefan Bockelmann hat auf Instagram und Facebook immer wieder mit Fake-Profilen zu kämpfen. Vor einigen Jahren warnte er seine Fans bereits öffentlich davor. Inzwischen musste er das Thema erneut aufgreifen.

Denn die Betrüger werden offenbar nicht müde.

„Komischerweise nach jedem erfolgreichen Post von mir oder Reel oder Story wachsen die Dinger wie Pilze aus dem Boden“, erzählt Bockelmann uns im Interview.

Für den Schauspieler ist klar, was hinter den falschen Profilen steckt: Geld.

„Das sind meine privaten Fotos! Zum Teil liegen die Rechte bei den Fotografen oder beim Sender und da gibt sich jemand als mich aus! Warum tun die das? Ganz klar, die wollen Geld“, weiß der Schauspieler.

Bockelmann hat sogar schon selbst erlebt, dass Fans auf die Masche hereingefallen sind.

AWZ-Star berichtet von dreister Betrugsmasche

Besonders deutlich wird das Problem an einem Beispiel, das Bockelmann im Interview schildert. Eine gute Freundin von ihm wurde von einem vermeintlichen Account angeschrieben.

Zunächst wirkt die Unterhaltung offenbar völlig harmlos. Der angebliche Stefan Bockelmann erkundigt sich, was die Frau gerade macht und wo sie sich aufhält. Doch irgendwann wird die Sache auffällig.

Die Frau war gerade auf einem Festival und schickte Bockelmann schließlich einen Screenshot mit der Frage: „Bist du das?“

Seine Antwort war eindeutig: Nein.

Es handelte sich um ein Fake-Profil.

Für Bockelmann ist das kein harmloser Spaß. Er weiß, dass hinter solchen Accounts Menschen stecken können, die gezielt Vertrauen aufbauen wollen, um anschließend Geld zu verlangen.

Täter werden immer dreister

Dass die Betrüger damit tatsächlich Erfolg haben, macht den Schauspieler besonders fassungslos.

„Mich schrieb mal ein Fan an, ich sollte auf eine fremde Paypal-Adresse Geld schicken, „zur Unterstützung meiner Karriere“, erzählt Bockelmann und berichtet, dass es tatsächlich Menschen gibt, die Geld an solche Fake-Accounts überweisen.

Die Täter versuchen offenbar, die vermeintliche Nähe zu einem Prominenten auszunutzen. Wer glaubt, tatsächlich mit seinem Serienstar zu schreiben, könnte schneller bereit sein, persönliche Informationen zu teilen oder Geld zu überweisen.

Bockelmann hat deshalb einen klaren Rat an seine Fans: Vorsicht, wenn ein angeblicher Promi plötzlich privat Kontakt aufnimmt.

Stefan Bockelmann würde niemals einen Fan anschreiben

Woran können Fans einen Fake-Account erkennen? Bockelmann erklärt, dass er selbst sehr klare Regeln hat. Er würde niemals einfach einen Fan anschreiben oder eine Freundschaftsanfrage verschicken.

„Ich würde niemals irgendeinen Fan anschreiben. Ich würde niemals 'ne Freundschaftsanfrage rausschicken.“

Offiziell ist Bockelmann auf Instagram, TikTok und Facebook vertreten. Daneben besitzt er zwar auch ein privates Facebook-Profil, dieses sei allerdings inaktiv.

„Ich hab ein privates Profil auf Facebook, das ist aber inaktiv. Man sieht da zwar ein Foto von mir drauf, aber da passiert nichts.“

Wer also plötzlich von einem angeblichen Stefan Bockelmann angeschrieben wird, sollte besonders vorsichtig sein.

Stefan Bockelmann spielt seit 2021 die Rolle Henning Ziegler bei AWZ.

Stefan Bockelmann spielt seit 2021 die Rolle Henning Ziegler bei AWZ.

RTL

Selbst ein blauer Haken schützt offenbar nicht immer

Besonders perfide findet Bockelmann, dass Betrüger teilweise sogar versuchen, die Verifizierung zu imitieren.

„Es gibt viele Fans, die schreiben mir eine Nachricht: Du, pass mal auf, ich bin von dir angeschrieben, bist du das? Ich antworte dann, nein, das ist ein Fake-Profil“, sagt er leicht verärgert.

Und auch ein vermeintlicher blauer Haken ist für ihn kein ausreichendes Indiz, wenn er lediglich im Profilbild oder auf andere Weise nachgeahmt wird.

Seine echten Accounts sind verifiziert. Fans sollten deshalb genau hinschauen und im Zweifel direkt über seine offiziellen Kanäle überprüfen, ob ein Profil tatsächlich zu ihm gehört.

Besonders frech: Fake-Accounts mischen sich sogar unter AWZ-Fans

Wie kreativ die Betrüger teilweise vorgehen, zeigt ein weiteres Beispiel aus dem AWZ-Umfeld.

Bockelmann berichtet von einem Account, der unter einem Fan-Page-Post zur Vorstellung seines neuen Kollegen Raphael Kalkowski, der bei „Alles was zählt“ Nick Lippmann spielt, kommentierte. Es ging um dessen Serien-Flirt mit Julia Wiedemann (Lucie Ziegler).

Darunter hat ein Fan zur zur Rolle Nick kommentiert: „Der soll Julia in Ruhe lassen. Das ist meine Freundin.“ Daraufhin hat Bockelmann ihm per Kommentar geantwortet, dass er glaube, der Fan verwechsle da etwas. Kurz darauf schrieb der Kommentator, dass er wirklich mit Julia Wiedemann zusammen sei, und sie sich täglich schreiben würden. Und dann fragte er, ob Stefan für ihn Julias deutsche WhatsApp Nummer habe. Er hätte nur die spanische.

Für Bockelmann war damit endgültig klar, dass etwas nicht stimmt. Gerade solche Geschichten zeigen, wie schnell Betrüger versuchen können, eine scheinbar glaubwürdige Geschichte aufzubauen.

Stefan Bockelmann hat bereits Strafanzeige erstattet

Ganz wehrlos ist der Schauspieler gegen die Fake-Profile allerdings nicht vorgegangen. Er hat in der Vergangenheit sogar Strafanzeige erstattet. Die Erfahrung mit den Behörden war allerdings ernüchternd.

Eine Staatsanwältin habe ihm erklärt, dass die entsprechenden Accounts vermutlich längst verschwunden sein könnten, bevor das Verfahren überhaupt abgeschlossen sei. Bockelmann entschied sich trotzdem dafür, den Weg zu gehen.

Gleichzeitig sieht er vor allem die Betreiber der sozialen Netzwerke in der Pflicht.

„Warum kann ich sowas nicht mit der Registrierung machen?“

Besonders kritisch äußert sich Bockelmann darüber, wie einfach es seiner Meinung nach ist, im Internet eine falsche Identität aufzubauen.

Er fordert deshalb mehr Möglichkeiten, die Identität von Nutzern zu überprüfen: „Warum kann ich sowas nicht mit der Registrierung machen, mit meinem Personalausweis, damit die ganz genau wissen, zack, bumm, hier, das bist du wirklich? Wo ist das Problem?“

Für ihn ist nicht nachvollziehbar, warum Nutzer an vielen anderen Stellen ihre Identität nachweisen müssen, während sich im Internet Menschen vergleichsweise einfach als jemand anderes ausgeben können.

Auch beim Melden der Fake-Accounts erlebt er nach eigener Aussage immer wieder Frust. Er meldet und blockiert die Profile – doch nicht immer werden sie von den Plattformen sofort entfernt.

Bockelmann appelliert an seine Fans: Nicht leichtgläubig werden

Am Ende kann der Schauspieler seine Fans nur immer wieder warnen. Denn selbst wenn er die Fake-Accounts meldet, kann er nicht verhindern, dass neue entstehen.

„Leute, seid nicht so naiv“, sagt Bockelmann deshalb.

Sein wichtigster Rat: Wer von einem vermeintlichen Stefan Bockelmann plötzlich privat angeschrieben wird, sollte misstrauisch werden. Keine persönlichen Daten herausgeben, niemals Geld überweisen und im Zweifel den Kontakt abbrechen.

Denn eines stellt der AWZ-Star klar: Er selbst wird seine Fans nicht plötzlich per Freundschaftsanfrage oder privater Nachricht kontaktieren.

Und genau deshalb gilt: Wer angeblich mit Stefan Bockelmann schreibt, sollte sich lieber einmal zu viel fragen, ob wirklich der Schauspieler dahintersteckt – und nicht erst dann, wenn bereits Geld geflossen ist.

Sendehinweis zu „Alles was zählt“

„Alles was zählt“ (AWZ) wird montags bis freitags um 19:05 Uhr auf RTL ausgestrahlt. Auf RTL+ sind neue Folgen als Online-Preview meist eine Woche vor der TV-Ausstrahlung verfügbar. Die Streaming-Plattform bietet zudem alle bisherigen Episoden als Video-on-Demand an.

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