Aktenzeichen XY: ZDF kündigt neues Format an

"XY Spuren des Verbrechens": Helene Reiner und Fabian Puchelt stehen hinter einer geöffneten Schublade mit Akten.
ZDF und Tobias SchultMit „XY Spuren des Verbrechens“ bringt das ZDF im Mai 2026 ein neues Format rund um die bekannte Fahndungssendung „Aktenzeichen XY… Ungelöst“ an den Start. Die sechsteilige True-Crime-Dokumentation greift ausgewählte Fälle erneut auf, ergänzt sie um neue Erkenntnisse und ordnet sie aus heutiger Sicht ein.
Im Zentrum steht dabei nicht die klassische Fahndung, sondern die vertiefte Aufarbeitung: Was ist seit der ursprünglichen Ausstrahlung passiert? Welche Spuren haben sich ergeben und warum bleiben viele Fragen dennoch offen?
Bekannte Fälle, neu erzählt
Moderatorin und Journalistin Helene Reiner führt durch die Reihe. Sie spricht mit Angehörigen, Betroffenen sowie Expertinnen und Experten und versucht, Lücken zu schließen, die in den ursprünglichen Sendungen bestehen geblieben sind. Unterstützt wird sie dabei regelmäßig von Fabian Puchelt vom Landeskriminalamt Bayern, der die Perspektive der Ermittlungsbehörden einbringt.
Die Sendung kombiniert Archivmaterial aus „Aktenzeichen XY… Ungelöst“ mit aktuellen Recherchen. Dabei geht es nicht nur um den Tathergang, sondern auch um Hintergründe: Tatmotive, Ermittlungsstrategien und gesellschaftliche Zusammenhänge werden ausführlich eingeordnet.
Thematische Folgen statt Einzelfälle
Anders als das klassische „Aktenzeichen“-Format setzt die neue Reihe auf monothematische Episoden. Jede der sechs Folgen widmet sich einem bestimmten Bereich von Kriminalität:
Vermisst (6. Mai 2026): Im Fokus steht unter anderem der ungeklärte Fall der 1999 verschwundenen zehnjährigen Hilal aus Hamburg.
Entführt (13. Mai 2026): Rekonstruktion spektakulärer Geiselnahmen, etwa der Entführung eines Bräutigams in den 1990er-Jahren.
Serienmörder (20. Mai 2026): Analyse bekannter Mordserien und der Muster hinter wiederholten Taten.
Verbrechen an Prostituierten (27. Mai 2026): Blick auf eine besonders gefährdete Opfergruppe und strukturelle Risiken.
Wenn Frauen töten (3. Juni 2026): Einordnung von Tötungsdelikten durch Frauen und deren Hintergründe.
Femizide (10. Juni 2026): Auseinandersetzung mit geschlechtsspezifischer Gewalt und ihren Ursachen.
Die lineare Ausstrahlung erfolgt jeweils mittwochs um 19.25 Uhr im ZDF, teilweise direkt vor „Aktenzeichen XY… Ungelöst“. Parallel stehen die Folgen ab dem jeweiligen Sendetag bereits ab 10 Uhr im Streaming-Angebot des Senders zur Verfügung.
Neue Erzählform durch Animationen
Ein zentrales Element des Formats sind eigens produzierte Graphic-Novel-Sequenzen. Sie kommen dort zum Einsatz, wo keine realen Bilder existieren oder aus Gründen des Opferschutzes auf Nachstellungen verzichtet wird. Die Illustrationen visualisieren neue Hinweise, Wendepunkte oder Ermittlungsfortschritte.
Die zurückhaltende Bildsprache soll dabei bewusst Distanz wahren: Gewalt wird nicht explizit gezeigt, sondern angedeutet. Ziel ist es, zusätzliche Informationen verständlich zu machen, ohne die Darstellung unnötig zu dramatisieren.
Zwischen Aufklärung und Prävention
„XY Spuren des Verbrechens“ versteht sich nicht nur als Rückblick auf ungeklärte oder bekannte Fälle. Die Reihe will auch erklären, wie Polizeiarbeit funktioniert, welche Grenzen Ermittlungen haben und welche Rolle Hinweise aus der Bevölkerung spielen können.
Gleichzeitig rücken die Folgen die Perspektive der Betroffenen stärker in den Mittelpunkt. Fragen nach den langfristigen Folgen von Verbrechen, nach Umgang mit Ungewissheit oder Traumata werden ebenso thematisiert wie gesellschaftliche Faktoren hinter bestimmten Delikten.
Damit erweitert das neue Format den bekannten „Aktenzeichen“-Kosmos um eine analytische und stärker dokumentarische Ebene, ohne den ursprünglichen Fahndungscharakter zu ersetzen.
